Photovoltaik Förderung im Überblick

Für die Installation von Photovoltaikanlagen auf Privathäusern stehen verschiedene Förderungen von Bund und Ländern zur Verfügung, die von der Einspeisevergütung über zinsgünstige Kredite bis hin zu Zuschüssen von Energieversorgern reichen. Wir haben Ihnen eine Übersicht der wichtigsten Programme zur Photovoltaik-Förderung zusammengestellt.

Die richtige Photovoltaik-Förderung finden: darauf kommt es an

Bei der Suche nach einer geeigneten Förderung für Photovoltaik sind folgende Punkte zu beachten:

  • Soll eine neue PV-Anlage installiert oder eine bestehende erweitert werden?
    Bei der Einspeisevergütung wird z.B. eine Erweiterung wie eine neue PV-Anlage gewertet. Die Förderung erfolgt dann nicht zum ursprünglichen, sondern zum aktuellen Tarif.
  • Wird die Anlage auf einem Firmengebäude oder einem Privathaus installiert?
    Nicht alle Programme stehen Privatpersonen und Unternehmen gleichermaßen offen. Die Auflistung auf dieser Seite beinhaltet Förderungen, die für private Betreiber von Photovoltaikanlagen bis 10 kWp nutzbar sind.
  • Welcher Anlagentyp soll installiert werden/wurde bereits installiert?
    Inselanlagen, die nicht ans öffentliche Stromnetz angeschlossen sind, sind bei vielen Fördermaßnahmen ausgeschlossen.

Bitte beachten Sie:

Grundsätzlich gibt es zwei Arten der Förderung – die Investitionsförderung  für die Anschaffung einer PV-Anlage und die „betriebliche“ Förderung in Form der Einspeisevergütung nach Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).

Den Antrag für Investitionsförderungen müssen Sie in der Regel bereits vor dem Kauf der PV-Anlage stellen. Die Einspeisevergütung erhalten Sie nach vorheriger Anmeldung Ihrer Anlage mit deren Inbetriebnahme.

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Einspeisevergütung 2020

PHotovoltaik Förderung: Lohnt sich die PV-Anlage auf dem Dach?

Die bekannteste Photovoltaik Förderung ist die Einspeisevergütung, die durch das EEG geregelt wird. Als Einspeisevergütung wird der Betrag bezeichnet, den die Netzbetreiber den Betreibern von Photovoltaikanlagen zahlen, wenn diese ihren überschüssigen Solarstrom in das öffentliche Stromnetz einspeisen. Die Höhe der staatlich garantierten Einspeisevergütung verändert sich kontinuierlich und dient als Instrument der politischen Steuerung des Photovoltaikausbaus.

Die Einspeisevergütung wird dem Betreiber der PV-Anlage als fester Vergütungssatz, abhängig von dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme, für einen Zeitraum von 20 Jahren gezahlt. Das heißt, wurde eine Photovoltaikanlage bis August 2019 in Betrieb genommen, erhält der Betreiber bis August 2039 eine Vergütung in Höhe von 10,48 ct/kWh. Im April 2020 betrug die Vergütung bereits nur noch 9,44 ct/kWh. Eine möglichst frühe Inbetriebnahme macht sich also bezahlt.

In Zukunft wird die Einspeisevergütung mit großer Wahrscheinlichkeit weiter sinken. Bestehende Anlagen sind von aktuellen Anpassungen aber grundsätzlich nicht betroffen.

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Entwicklung der Einspeisevergütung seit 2013

Wie lange wird die Vergütung gezahlt?

Die Einspeisevergütung für selbst erzeugten Strom wird laut EEG 20 Jahre ab Zeitpunkt der Anmeldung der PV-Anlage gezahlt.

Wie hoch ist die Einspeisevergütung?

Der exakte Betrag hängt von Anmeldedatum und Größe der Solaranlage ab (bis 10, 40, 100 kWp). Der einmal festgelegte Betrag wird über die gesamten 20 Jahre gezahlt.

Beispiel: Anlage unter 10 kWp, Anmeldung Februar 2020 - 9,72 Cent/kWh bis Feb. 2040 (s. "Fördersätze für PV-Anlagen")

Eigenverbrauch als indirekte Einnahmequelle

Da der Strompreis mit derzeit ca. 30 ct/kWh im Vergleich zur Einspeisevergütung mehr als doppelt so hoch ist, lohnt sich ein möglichst hoher Eigenverbrauch des selbsterzeugten Solarstroms. Je mehr Solarstrom selbst verbraucht wird, desto weniger Netzstrom wird benötigt. Dadurch sinken die Energiekosten und die Anlagenbetreiber sparen deutlich. Vor allem bei Kleinanlagen ist eine hohe Eigenverbrauchsquote interessant - der Eigenverbrauch im privaten Sektor wurde bislang nicht mit finanziellen Abgaben belegt. Nur Betreiber größerer PV-Anlagen (über 10 kWp) müssen auf eigenverbrauchten Strom zusätzlich eine EEG-Umlage entrichten.

Zu beachten ist, dass Betreiber von Photovoltaikanlagen nach dem EEG in der Fassung vom 1. Juli 2017 verpflichtet sind, die Stammdaten ihrer Anlage über das PV-Meldeportal in das sogenannte „Marktstammdatenregister“ einzutragen. Ohne diesen Eintrag entfällt der Anspruch auf Auszahlung der finanziellen Förderung nach EEG.

Photovoltaik-Förderung durch die KfW Bank

Günstige Kredite für Ihre Investition in Erneuerbare Energien

Träger des wichtigsten, bundesweiten Programms zur Photovoltaikförderung ist die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Um eine PV-Anlage durch die KfW fördern zu lassen, muss diese die Anforderungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes erfüllen. Das bedeutet zum Beispiel, dass eine Einspeisung des Solarstromes in das öffentliche Netz gewährleistet ist. Eine weitere wichtige Voraussetzung für die Förderung ist, dass das Gebäude auf dem die Anlage installiert werden soll, nicht zu Zwecken der Stromerzeugung errichtet wurde. Für Wohnhäuser trifft dies grundsätzlich zu.

Die KfW-Bank hat zur Förderung von Photovoltaikanlagen das Programm Erneuerbare Energie - Standard (270) aufgelegt. Damit werden neben dem Anlagenkauf auch die Installationskosten und die Erweiterung von bestehenden Anlagen gefördert - das Programm gilt somit für Neu- und Bestandsanlagen auf Dächern, an Fassaden und auf Freiflächen. Das Programm 274 („Erneuerbare Energien – Standard – Photovoltaik“), speziell aufgelegt für Photovoltaikanlagen, wurde inzwischen in das Förderprogramm 270 integriert.

Seit Mai 2013 wurden Batteriespeicher für Photovoltaikanlagen gefördert (Programm 275), auch im Rahmen einer Nachrüstung. Voraussetzung war auch hier, dass ein Teil des Solarstroms ins öffentliche Stromnetz eingespeist wird. Das Programm wurde zum 31.12.2018 eingestellt. Alternativ ist eine Förderung aus dem Programm 270 oder über die Förderprogramme einzelner Bundesländer möglich.

Die Programme der KfW richten sich an Privatpersonen, Unternehmen und Organisationen. Mit der Bank können Laufzeiten von 5, 10, 15 oder 20 Jahren sowie tilgungsfreie Anlaufjahre vereinbart werden. Die genauen Konditionen orientieren sich an Bonität und Sicherheiten der Antragsteller, für deren Ermittlung die Hausbank zuständig ist. Mit dieser wird ebenfalls der Kredit abgeschlossen.

Finanzierungen der Photovoltaikanlage zu attraktiven Konditionen werden auch von anderen Kreditinstitutionen wie der Umweltbank angeboten, nicht zuletzt von der Hausbank. Die Konditionen für den Solarkredit sollten jedoch im Detail mit denen des KfW-Kredits verglichen werden!

Wirkleistungsbegrenzung

Veränderte Wirkleistungsbegrenzung

Laut EEG dürfen PV-Anlagen nur 70 Prozent ihrer Nennleistung in das Netz einspeisen („Wirkleistungsbegrenzung“). Bei Inanspruchnahme der KfW-Förderung dürfen nur noch 50 Prozent der Nennleistung eingespeist werden. Hier lohnt es sich besonders, über die Erhöhung des Eigenverbrauchs zum Beispiel durch Anschaffung eines Stromspeichers nachzudenken.

Sie haben noch Fragen zur KfW-Förderung Ihrer Photovoltaikanlage? SOLARWATT arbeitet ausschließlich mit ausgewählten und qualifizierten Installateuren zusammen, die Sie bei der korrekten Beantragung unterstützen können. Bei der Suche nach einem Fachpartner in Ihrer Nähe helfen wir Ihnen gern weiter.

Förderung von Photovoltaik durch Bundesländer

Neben der bundesweiten Förderung über die KfW-Bank bieten auch einige Bundesländer Förderprogramme für Photovoltaikanlagen an. Zu den möglichen Förderungen gehören Zuschüsse, Anschaffungshilfen, Übernahme von Erstberatungskosten und zinsverbilligten Darlehen. In jüngster Zeit hat sich der Schwerpunkt der Förderung hin zu Energiespeichern (mehr zur Förderung hier) und Ladesäulen für die Elektromobilität verschoben. Auch wird vermehrt der Ersatz fossiler Brennstoffe durch regenerative Energien wie Solarstrom für das ressourcenschonende und CO2-neutrale Heizen gefördert. Aktuell spielt das Thema Mieterstrom eine zunehmend wichtige Rolle.

Regionale Förderprogramme

Betreiber privater Solaranlagen können zudem von regionalen Förderprogrammen profitieren.  Da bei Programmen zur Photovoltaik-Förderung eine große Fluktuation herrscht, empfiehlt sich für Interessenten vor der Anschaffung einer Anlage  immer ein Blick in die Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie sowie in die Datenbank des BINE Informationsdienstes. (Das BINE Portal wird ab dem 01.01.2019 nicht mehr aktualisiert, steht aber voraussichtlich für weitere zwei Jahre noch online zur Verfügung.)

Indirekte Förderung durch steuerliche Abschreibung

Mit der Einspeisung Ihres Solarstromes ins öffentliche Netz werden Sie theoretisch zu einem gewerblichen Stromproduzenten und müssen auf Einspeisevergütung und Eigenbedarf bzw. Eigenverbrauch Umsatzsteuer zahlen. Diese Pflicht entfällt im Rahmen der sogenannten Kleinunternehmerregelung, wenn Ihre jährlichen Einnahmen (Umsatz) 17.500 Euro nicht übersteigen. Doch es kann sich lohnen, auf diese steuerliche Regelung, an die Sie fünf Jahre gebunden sind, zu verzichten. Als Betreiber privater Photovoltaikanlagen können Sie die Kosten für Anschaffung, Wartung und Reparatur von PV-Anlagen, Kosten, die sich aus der Installation ergeben (z.B. notwendige Dachumbauten) sowie Betriebskosten steuerlich geltend machen. Auch bekommen Sie die gezahlte Umsatzsteuer auf Wartung und Reparatur zurück. 

Die steuerliche Optimierung ist allerdings mit einigem Aufwand verbunden. So verlangt das Finanzamt regelmäßige Umsatzsteuervoranmeldungen. Als Betreiber der Photovoltaikanlage müssen Sie dem Netzbetreiber die Umsatzsteuer für die Einspeisevergütung in Rechnung stellen und die entsprechenden Beträge an das Finanzamt weiterleiten. Für den Betrieb der Photovoltaikanlage ist zudem eine Gewinn- und Verlustrechnung aufzustellen. Gewinne müssen versteuert werden (Einkommenssteuer), Verluste wirken steuermindernd.  

Weitere Steuertipps stellt der Bund der Energieverbraucher zur Verfügung.

Photovoltaikförderung in Österreich 

Die bundesweite OeMAG-Tarifförderung für PV-Anlagen an oder auf einem Gebäude kombiniert einen einmaligen Investitionszuschuss mit einem Fördertarif analog zur deutschen Einspeisevergütung. Der Einspeisetarif für Solarstrom (festgelegt in der Ökostrom-Einspeisetarifverordnung) liegt derzeit bei 7.67 Cent/kWh.

Die Investitionsförderung greift für neu errichtete Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von 5 bis max. 200 kWp, die an das öffentliche Netz angeschlossen sind.

Per Einmalzuschuss werden 30% der Investitionskosten gefördert, höchstens jedoch von 250 Euro/kWp. Förderfähig sind die Module und das Trägergerüst, die Montage, Verrohrung, Armaturen, Steuer-, Mess- und Regeleinrichtungen sowie Gutachten inklusive der erforderlichen Vorleistungen und Versuche. Die Beantragung muss über das Onlinesystem der OeMag erfolgen.

 

Soalranlage auf dem Dach Dank Photovoltaik-Förderung

Alternativ zur Tarifförderung gibt es gemäß §27a ÖSG 2012 einen reinen Investitionszuschuss für PV-Anlagen und Stromspeicher. Die förderfähige Anlagenleistung bei Neuanlagen beträgt bis zu 500 kWp, Erweiterungen von Bestandsanlagen um bis zu 500 kWp sind ebenfalls förderfähig. Bis 100 kWp beträgt der Zuschuss 250 Euro pro kWp.

Soll auch der Speicher gefördert werden, muss das Verhältnis von installierter Leistung der Photovoltaikanlage zu nutzbarer Kapazität des Stromspeichers mindestens 0,5 kWh/kWp betragen. Dies gilt auch für Erweiterungen des Stromspeichers. Die maximal förderbare Speicherkapazität beträgt 50 kWh je Anlage. Der Zuschuss liegt bei 200 Euro pro kWh bzw. maximal 30 % der Investitionskosten.

Das Kontingent für die Förderung nach § 27a ist für das Jahr 2020 weitestgehend ausgeschöpft.

Das Förderprogramm des Klima- und Energiefonds der österreichischen Bundesregierung ist Ende 2019 ausgelaufen und wurde nicht verlängert. Allerdings können bis November 2020 noch Förderanträge für Photovoltaikanlagen in der Land- und Forstwirtschaft in der Größe von 5 kW bis 50 kW sowie Stromspeicheranlagen bis zu 3 kWh/kW gestellt werden.

Weitere Informationen

Neben dieser bundesweiten Förderung bieten die Bundesländer Salzburg, Kärnten, Wien, die Steiermark und das Burgenland länderspezifische Programme für Privatpersonen an.

 

Photovoltaikförderung in der Schweiz

In der Schweiz gibt es seit 2009 das im Energiegesetz (EnG) verankerte Förderinstrument der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV). Produzenten von Strom aus Erneuerbaren Energien erhalten danach – ähnlich wie in Deutschland - eine garantierte Vergütung für ins Netz eingespeisten Strom. Mit der Neugestaltung des EnG wurde das nun Einspeisevergütungssystem (EVS) genannte Instrument zeitlich befristet. Neue Anlagen können nur noch bis Ende des Jahres 2020 in die Förderung aufgenommen werden, 2022 läuft das Programm endgültig aus. Die Vergütungsdauer für Solarstrom wurde von ursprünglich 20 Jahren auf 15 Jahre gekürzt. Betreiber von kleinen Photovoltaikanlagen (unter 100 kWp) können nur noch eine Einmalvergütung beantragen, die höchsten 30 % der Investitionskosten einer Referenzanlage deckt.

Die Einmalvergütung für Photovoltaikanlagen unter 100 kWp (KLEIV) besteht aus einem Grundbeitrag und einem Leistungsbetrag. Der Grundbetrag unterliegt seit seiner Einführung einer Degression, seit April 2020 beträgt seine Höhe noch 1.000 Franken. Auch der Leistungsbetrag sinkt kontinuierlich, für Anlagen unter 30 kWp liegt er bei 340 Franken pro Wp. Für gebäudeintegrierte PV-Anlagen sind die Beträge etwas höher: 1.100 Franken und 380 Franken pro Wp.

Die Förderung der Anlage kann erst nach erfolgter Inbetriebnahme bei der Pronovo AG beantragt werden. Pronovo, eine Tochtergesellschaft der nationale Netzgesellschaft Swissgrid, ist zuständig für die Abwicklung der Förderprogramme für erneuerbare Energien des Bundes.

Neben der staatlichen Zuschüssen bieten auch einige wenige Kantone und Gemeinden eine Photovoltaik-Förderungen an.

Weitere Informationen

 

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