Einspeisevergütung 2025

Anlagenbesitzer erhalten die Einspeisevergütung für die Einspeisung von überschüssigem selbst produziertem Solarstrom in das öffentliche Netz. Die Pflicht zur Abnahme des Stroms und die Höhe der Einspeisevergütung sind durch das EEG geregelt. Aktuell beträgt die Vergütung für Überschusseinspeisung 7,86 Cent/kWh.
Inhaltsverzeichnis
21.08.2025

    Das im Jahr 2000 in Kraft getretene Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) fördert die Umstellung unserer Energieversorgung auf erneuerbare Energien. Eine Form der im Gesetz festgeschriebenen Förderungen ist die Einspeisevergütung, die in unterschiedlicher Höhe für Windkraft-, Solar-, Wasserkraft-, Geothermie- und Biomasseanlagen gezahlt wird. 

    Das bedeutet: Jede aus erneuerbaren Energien erzeugte Kilowattstunde Strom, die ins öffentliche Netz eingespeist wird, wird über 20 Jahre hinweg garantiert vergütet. 

    Im Folgenden liegt der Fokus jedoch auf der Einspeisevergütung für Solarstrom aus privaten Photovoltaikanlagen.

    Definition

    Was ist die Einspeisevergütung?

    Die Einspeisevergütung, gelegentlich auch als Einspeisungsvergütung bezeichnet, ist eine staatlich festgelegte Vergütung, um die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien, d. h. mit Windkraft-, Solar-, Wasserkraft-, Geothermie- und Biomasseanlagen erzeugten Strom, zu fördern.

    Die Einspeisevergütung wurde mit dem EEG eingeführt. Ziel war es, die erneuerbaren Energien, die sich damals noch nicht selbst tragen konnten, über einen garantierten Mindestpreis in den Markt zu integrieren. 

    Diese Aufgabe wurde erfüllt, weshalb die Vergütungssätze heute deutlich niedriger ausfallen als in der Anfangszeit. 

    Photovoltaik

    Wie hoch ist die aktuelle Einspeisevergütung für Solarstrom?

    Die Höhe der Photovoltaik-Einspeisevergütung hängt ab von:

    • Datum der Inbetriebnahme
    • Größe der PV-Anlage
    • Art der Einspeisung (Überschuss oder Volleinspeisung)

    1. Einspeisevergütung nach Inbetriebnahmedatum

    In den letzten Jahren sank die Einspeisevergütung monatlich, abhängig von der zugebauten Menge an Photovoltaik-Leistung. Mit der EEG-Novelle 2023 wurde die Einspeisevergütung auf 8,6 Cent / kWh (Anlagen bis 10 kWp) bzw. auf 7,5 Cent pro kWh (Anlagen bis 40 kWp) festgelegt und die Degression vorübergehend ausgesetzt. m August 2022 erfolgte eine Anpassung auf 8,2 bzw. 7,1 Cent/kWh. 

    Seit dem 1. August 2025 – mit wieder einsetzender Degression – beträgt die Einspeisevergütung 7,86 bzw. 6,80 Cent / kWh (bis 31.01.2026). Die Sätze für die Einspeisevergütung gelten damit immer für 6 Monate. Vollständig abgeschafft wurde durch die EGG-Novelle der als „atmender Deckel“ bezeichnete Steuermechanismus, anhand dessen die Höhe der Degression bestimmt wurde.

    Der aktuell gültige Satz der Einspeisevergütung wird von der Bundesnetzagentur festgelegt und auf bundesnetzagentur.de unter EEG-Registerdaten und -Fördersätze veröffentlicht. 

    Im Abschnitt „Fördersätze für Solaranlagen und Mieterstromzuschlag“ findet sich das Dokument „Anzulegende Werte für Solaranlagen …“ mit den aktuellen Werten für Einspeisevergütung, Mieterstromzuschlag und die Vergütung nach Marktprämienmodell. 

    2. Größe der PV-Anlage

    Bei der Höhe der Einspeisevergütung wird nach der Größe der PV-Anlage unterschieden, je nachdem, ob es sich um eine PV-Anlage bis 10, bis 40 oder 100 kWp handelt. 

    Umso größer die Anlage ist, umso geringer fällt die Förderung aus. Seit August 2025 werden zum Beispiel folgende Beiträge gezahlt:

    Installierte Leistung (kW) bisEinspeisevergütung in Cent / kWh
    bis 10 kWp7,86
    bis 40 kWp6,80
    bis 100 kWp5,56

    3. Überschusseinspeisung vs. Volleinspeisung

    Das neue EEG unterscheidet zwischen Überschusseinspeisung (auch Teileinspeisung) und Volleinspeisung

    • Überschusseinspeisung (Teileinspeisung): Standard bei privaten Haushalten, da Eigenverbrauch finanziell attraktiver ist
    • Volleinspeisung: interessant bei großen Dachflächen
      • Volleinspeiser erhalten zur Einspeisevergütung einen Zuschlag von 4,61 bzw. 3,65 Cent pro kWh.
    • Möglichkeit: Kombination aus Überschuss- und Volleinspeisung (z. B. zwei Anlagen)

    Merke:

    Das durch Eigenverbrauch gesparte Geld leistet einen höheren Beitrag dafür, dass sich die Kosten der Solaranlage amortisieren als die Einnahmen aus der Vergütung für die Überschusseinspeisung. 

    Einspeisevergütung für Photovoltaik
    Voraussetzung

    Wer kann die Einspeisevergütung erhalten?

    Grundsätzlich gilt: Jeder, der Strom aus erneuerbaren Energien ins öffentliche Netz einspeist, kann die Einspeisevergütung erhalten. Dafür sind allerdings einige Voraussetzungen nötig:

    1. Organisatorische Voraussetzungen

    Ohne diese Schritte gibt es keine Vergütung.

    2. Technische Voraussetzungen

    • Netzanschluss muss beim Netzbetreiber beantragt werden (In der Regel übernimmt der Fachbetrieb die Antragstellung)
    • Netzbetreiber ist zur Herstellung verpflichtet (Umsetzung kann dauern)
    • EEG 2023: Vereinfachung des Netzanschlusses beschlossen

    3. Messtechnische Voraussetzungen

    • Zwei-Wege-Zähler erforderlich (misst sowohl den bezogenen als auch den eingespeisten Strom)
      • Diese Messung ist Voraussetzung für die Zahlung der Einspeisevergütung
    • Zähler wird vom Netzbetreiber gestellt (gegen geringe Mietgebühr; Kauf lohnt sich in der Regel nicht)
    Einspeisevergütung für Photovoltaikanlage
    Geschichte

    Entwicklung der Einspeisevergütung für die Photovoltaik

    Einführung und Ziel

    Das Ziel der Einspeisevergütung bei ihrer Einführung war es, die damals noch nicht marktfähigen Techniken zur Stromgewinnung aus erneuerbaren Energien zu fördern.

    • Über einen garantierten Mindestpreis wurde Planungssicherheit geschaffen.
    • Dadurch wurden Investitionen in Windkraft, Solarthermie, Photovoltaik u. a. attraktiv.

    Degression von Beginn an

    Die Einspeisevergütung war von Anfang an degressiv angelegt. Sie sollte also im Zeitverlauf sinken.

    • Start: 99 Pfennig/kWh (ca. 50 Cent/kWh)
    • Ab 2002: jährliche Senkung um 5 % für neue Anlagen
    • Ausbauziel zunächst auf 350 Megawatt begrenzt

    Ausbauziele und Solardeckel

    Die ursprünglich gesetzten Grenzen wurden mehrfach nach oben angepasst.

    • Lange Zeit galt: bei 52 GW PV-Leistung sollte die Förderung enden („Solardeckel“).
    • Bei Erreichen wäre die Förderung beendet worden
    • Juli 2020: Abschaffung des „Solardeckels“

    Anpassungen der Degressionsrate

    Um eine Überförderung zu vermeiden, wurde die Degression flexibel gestaltet.

    • Zunächst jährliche, dann quartalsweise und schließlich monatliche Anpassung
    • Grundlage war lange Zeit das aktuelle Ausbauvolumen:
      • viel Zubau = stärkere Degression („atmender Deckel“).
    • Mit EEG-Novelle 2023 wurde dieser Mechanismus abgeschafft
    • Aktuell: halbjährliche Anpassung

    Aktuelle Situation (2025)

    Heute ist Photovoltaik weitgehend etabliert, die Vergütung jedoch niedrig.

    • Aktuelle Einspeiseverütung: 7,86 Cent pro kWh (bis 10 kWp)
    • Einspeisevergütung bleibt ein Beitrag zur Refinanzierung, aber kein Haupttreiber mehr
    • Eigenverbrauch ökonomisch sinnvoller:
      • Strompreis ca. 33 ct/kWh
      • Gestehungskosten PV-Strom ca. 6,3 ct/kWh
      • Eigenverbrauch spart mehr Geld als Einspeisung einbringt

    Wissenswertes

    Eine Einspeisevergütung wird auch für eingespeiste Wärme gezahlt. Für private Anwender ist dieses Thema aber uninteressant, da erst Kraftwerke ab einer Leistung von fünfzig oder hundert Kilowatt davon profitieren.

    Finanzielles

    Einspeisevergütung als Einnahme

    Beitrag zur Finanzierung

    Die Einnahmen aus der Einspeisevergütung tragen zur Finanzierung einer Photovoltaikanlage bei. Auch wenn sie mittlerweile eher gering sind, müssen sie unter Umständen steuerlich berücksichtigt werden.

    • Steuerliche Relevanz: abhängig von Lohnsteuergesetz 2022 und Nullsteuersatz
    • Betrifft nur einen kleinen Teil privater Betreiber

    Umsatzsteuerliche Behandlung

    Nicht alle Betreiber profitieren automatisch von der Steuerfreiheit.

    • Ohne Kleinunternehmer-Regelung: Umsatzsteuer auf Einspeisevergütung
    • Eigenverbrauch zählt als "Entnahme von Betriebsvermögen/Betriebsmitteln für private Zwecke"
    • Umsatzsteuergrenzen beachten

    Berücksichtigung bei der Ertragssteuer

    Einnahmen aus der Einspeisevergütung sind bei der Ertragssteuer (bzw. Einkommenssteuer für Privatpersonen) relevant.

    • Unter bestimmten Voraussetzungen möglich: formloser schriftlicher Antrag zur Befreiung

    Selbstständige und PV-Einnahmen

    Für Selbstständige gelten besondere Regeln.

    • Einnahmen aus der PV-Anlage werden steuerlich der Selbstständigkeit zugerechnet
    • Überschreitung der Umsatzsteuergrenzen bei Kleinunternehmern möglich
    Post-EEG-Anlagen

    Was passiert nach dem Auslaufen der Einspeisevergütung?

    Die Einspeisevergütung wird für 20 Jahre gezahlt. Nach dem Auslaufen der EEG-Förderung (Marktprämien, Einspeisevergütungen oder Mieterstromzuschläge) bleibt der Anspruch auf Netzanbindung – und die damit verbundene Abnahmepflicht des Stroms nach § 8 EEG – erhalten. 

    "Auch wenn der Vergütungszeitraum abgelaufen ist und damit der originäre Förderanspruch nach dem EEG nicht mehr besteht, handelt es sich weiterhin um eine Anlage im Sinne des EEG. Nach gegenwärtiger Rechtslage bleibt damit auch der Anspruch auf Netzanbindung der EEG-Anlage bestehen (sog. kleiner Anwendungsbereich des EEG)."

    Clearingstelle EEG|KWKG

    Im Jahr 2020 wurde eine weiterführende Lösung für sogenannten „Post-EEG-Anlagen“ ins Gesetz aufgenommen. Laut EEG Novelle 2021 erhalten die Betreiber, vorerst bis 2027, für den Strom ausgeförderter Anlagen eine Vergütung in Höhe des Marktwertes (= durchschnittlicher Börsenstrompreis) abzüglich einer Vergütungspauschale. 

    Die auf diesem Wege erzielbaren Vergütungssätze pro Kilowattstunde liegen zwischen 3 und 4 Cent. Eine Volleinspeisung lohnt sich also noch weniger, der selbst erzeugte Strom sollte weitestgehend in den Eigenverbrauch fließen.