Einspeisevergütung

AnlagenbesitzerInnen erhalten die Einspeisevergütung für die Einspeisung von überschüssigem selbst produziertem Solarstrom in das öffentliche Netz. Die Pflicht zur Abnahme des Stroms und die Höhe der Einspeisevergütung sind durch das EEG geregelt.
Inhaltsverzeichnis
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    Das im Jahr 2000 in Kraft getretene Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) fördert die Umstellung unserer Energieversorgung auf erneuerbare Energien. Eine Form der im Gesetz festgeschriebenen Förderungen ist die Einspeisevergütung, die in unterschiedlicher Höhe für Windkraft-, Solar-, Wasserkraft-, Geothermie- und Biomasseanlagen gezahlt wird. Das bedeutet: Jede aus erneuerbaren Energien erzeugte Kilowattstunde Strom, die ins öffentliche Netz eingespeist wird, wird über 20 Jahre hinweg garantiert vergütet. Im Folgenden soll der Fokus jedoch ausschließlich auf der Einspeisevergütung für Solarstrom aus privaten Photovoltaikanlagen liegen.

    Definition

    Was ist die Einspeisevergütung?

    Die Einspeisevergütung, gelegentlich auch als Einspeisungsvergütung bezeichnet, ist eine staatlich festgelegte Vergütung, um die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien, d. h. mit Windkraft-, Solar-, Wasserkraft-, Geothermie- und Biomasseanlagen erzeugten Strom, zu fördern.

    Die Einspeisevergütung wurde mit dem EEG eingeführt. Ziel war es, über einen garantierten Mindestpreis die erneuerbaren Energien, die sich noch nicht selbst tragen konnten, in den Markt zu integrieren.

    Photovoltaik

    Wie hoch ist die aktuelle Einspeisevergütung für Solarstrom?

    Die Höhe der Einspeisevergütung hängt ab vom Datum der Inbetriebnahme und der Größe der PV-Anlage. Mit der EEG-Novelle 2023 hat sich das ein wenig geändert.

    Datum der Inbetriebnahme

    Der aktuell gültige Satz wird von der Bundesnetzagentur festgelegt und auf bundesnetzagentur.de unter EEG-Registerdaten und -Fördersätze veröffentlicht. Im Abschnitt „Fördersätze für Solaranlagen und Mieterstromzuschlag“ findet sich das Dokument „Anzulegende Werte für Solaranlagen …“ mit den aktuellen Werten der Einspeisevergütung, Mieterstromzuschlag und die Vergütung nach Marktprämienmodell. . In den letzten Jahren sank die Einspeisevergütung monatlich, abhängig von der zugebauten Menge an PV-Leistung. 

    Mit der EEG-Novelle 2023 wurde die Einspeisevergütung auf 8,6 Cent / kWh (Anlagen bis 10 kWp) bzw. auf 7,5 Cent pro kWh (Anlagen bis 40 kWp) festgelegt und die Degression vorübergehend ausgesetzt. Vollständig abgeschafft ist hingegen der als „atmender Deckel“ bezeichnete Steuermechanismus, anhand dessen die Höhe der Degression bestimmt wurde.

    Das neue EEG unterscheidet zwischen Überschuss- und Volleinspeisung. Volleinspeiser erhalten zur Einspeisevergütung einen Zuschlag von 4,8 bzw. 3,8 Cent pro kWh. Das ist zum Beispiel für alle interessant, die über große Dachflächen verfügen. Hier kann eine PV-Anlage zur Überschusseinspeisung (Selbstversorgung) und eine zur Volleinspeisung errichtet werden (Generierung zusätzlicher Einnahmen).

    Hinweis

    Die Regelungen im neuen EEG stehen noch unter Vorbehalt der europäischen Beihilfegenehmigung. Das europäische Beihilfenrecht verbietet Subventionen und andere Vergünstigungen aus staatlichen Mitteln, die den Wettbewerb verzerren könnten. Ob die Erhöhung der Einspeisevergütung als verbotene Subvention gewertet wird, muss aktuell noch geprüft werden.

    Größe der PV-Anlage

    Die Einspeisevergütung wird für PV-Anlagen bis 750 kWp gezahlt, für größere Anlagen muss eine Ausschreibung erfolgen.

    Bei der Höhe der Einspeisevergütung wird zwischen vier Gruppen unterschieden, je nachdem, ob es sich um eine PV-Anlage bis 10 kW, bis 40 kW, bis 100 kW oder darüber („sonstige“ Anlagen bis 750 kW) handelt. Die ersten drei Gruppen, die vor allem die Anlagen von Privatanwendern und Gewerbetreibenden umfassen, fallen unter § 48 Abs. 2 EEG (Werte für „Wohngebäude, Lärmschutzwänden und Gebäude“). Umso größer die Anlage ist, umso geringer fällt die Förderung aus. Für Juli 2022 werden zum Beispiel folgende Beiträge gezahlt:

    AnlagengrößeEinspeisevergütung in Cent / kWh
    bis 10 kW8,6
    bis 40 kW7,5
    bis 100 kW6,2
    bis 750 kW6,2
    Einspeisevergütung für Photovoltaik
    Voraussetzung

    Wer kann die Einspeisevergütung erhalten?

    Die Einspeisevergütung kann jeder erhalten, der Strom aus erneuerbaren Energien ins Netz einspeist. Organisatorische Voraussetzung dafür ist nur die Anmeldung beim zuständigen Netzbetreiber und bei der Bundesnetzagentur über das Markstammdatenregister.

    Technisch bedarf es eines Netzanschlusses, der beim Netzbetreiber beantragt werden muss. Wird die PV-Anlage von einem Fachbetrieb installiert, übernimmt dieser im Normalfall die Antragstellung. Der Netzbetreiber ist zwar verpflichtet, den Anschluss herzustellen, die konkrete Umsetzung kann aber unter Umständen einige Zeit in Anspruch nehmen. 

    Für die Inbetriebnahme bedarf es eines Zwei-Wege-Zählers, der nicht nur den bezogenen, sondern auch den eingespeisten Strom messen kann. Diese Messung ist Voraussetzung für die Zahlung der Einspeisevergütung. Der Zähler wird vom Netzbetreiber gegen eine geringe jährliche Mietgebühr zur Verfügung stellt, ein Kauf lohnt sich im Allgemeinen nicht.

    Einspeisevergütung für Photovoltaikanlage
    Geschichte

    Entwicklung der Einspeisevergütung für die Photovoltaik

    Ziel der Einspeisevergütung bei Ihrer Einführung war es, die für die Gewinnung erneuerbarer Energien eingesetzten Techniken und Verfahren zu fördern, da diese noch nicht in der Lage waren, allein durch marktübliche Einnahmen zu bestehen. Die Zusicherung eines Mindestpreises ermöglichte zudem Planungssicherheit, wodurch die neue Technik für Investoren interessant wurde. 

    Die Einspeisevergütung war von Beginn an degressiv angelegt, d.h. sie wird im zeitlichen Verlauf immer geringer – momentan ist die Degression allerdings ausgesetzt. Die Einspeisevergütung für Solarstrom lag anfangs bei 99 Pfennig pro Kilowattstunde (ca. 50 Cent / kWh). Die erste Fassung des EEG sah vor, dass „die Mindestvergütung beginnend mit dem 1. Januar 2002 jährlich jeweils für ab diesem Zeitpunkt neu in Betrieb genommene Anlagen um fünf vom Hundert gesenkt…“ wird. Zudem wurde ein Ausbauziel von 350 Megawatt festgelegt.

    Die Ausbauziele sind seitdem mehrfach nach oben korrigiert worden. Lange Zeit galten 52 GW PV-Leistung als das endgültige Ausbauziel, bei dessen Erreichen die Förderung mittels Einspeisevergütung eingestellt werden sollte. Im Juli 2020 wurde der Solardeckel oder „52 GW-Deckel“ jedoch abgeschafft.

    Auch die Degressionsrate wurde immer wieder angepasst, vor allem, um eine Überförderung zu vermeiden. So werden die Vergütungssätze pro Kilowattstunde bald schon quartalsweise und dann monatlich festgelegt. In Zukunft wird diese Anpassung wohl halbjährlich erfolgen.

    Für die Festlegung der Degression wurde lange Zeit das aktuelle Ausbauvolumen berücksichtigt. Das heißt, wenn viel Photovoltaik zugebaut wird, sank die Einspeisevergütung stärker. Dieser Mechanismus wurde als „atmender Deckel“ bezeichnet. Mit der EEG-Novelle 2023 wurde er abgeschafft.

    Nach über 20 Jahren EEG ist die Erzeugung von Strom mittels Photovoltaik, Wind oder anderen regenerativen Quellen weitestgehend etabliert. Die mittlerweile recht niedrige Einspeisevergütung (8,6 bzw. 7,5 Cent pro kWh) leistet jedoch noch immer ihren Anteil bei der Refinanzierung der Investitionen. Ökonomisch ist es aber mittlerweile sinnvoller, den selbstproduzierten Solarstrom weitestgehend auch selbst zu verbrauchen. Der finanzielle Nutzen des Eigenverbrauchs ist bei Strompreisen von 30 Cent und mehr sowie bei Gestehungskosten für PV-Strom von ca. 10 Cent mit über 20 Cent (jeweils pro kWh) deutlich höher als die Einnahme aus der Einspeisevergütung

    Wissenswertes

    Eine Einspeisevergütung wird auch für eingespeiste Wärme gezahlt. Für private Anwender ist dieses Thema aber uninteressant, da erst Kraftwerke ab einer Leistung von fünfzig oder hundert Kilowatt davon profitieren.

    Finanzielles

    Einspeisevergütung als Einnahme

    Die Einnahmen aus der Einspeisevergütung leisten einen Anteil an der Finanzierung einer Photovoltaikanlage. Auch wenn die mittlerweile eher gering ausfallen, so müssen sie doch bei der steuerlichen Betrachtung der Anlage berücksichtigt werden. Wurde nicht die Kleinunternehmer-Regelung gewählt, ist eine Umsatzsteuer auf diese Einnahmen zu zahlen. Auch der Eigenverbrauch muss hierbei berücksichtigt werden, bei der es sich steuerrechtlich um eine „Entnahme von Betriebsvermögen bzw. Betriebsmitteln für private Zwecke“ handelt.

    Berücksichtigt werden müssen die Einnahmen aus der Einspeisevergütung auch bei der Ertragssteuer (für private Anwender: Einkommenssteuer). Allerdings genügt unter bestimmten Voraussetzungen ein formloser schriftlicher Antrag für die Befreiung.

    Selbstständige sollten darauf achten, dass ihre Einnahmen aus der PV-Anlage steuerlich ihrer Selbstständigkeit zugerechnet werden. Für Kleinunternehmer kann das mit einer Überschreitung der Umsatzgrenzen einhergehen.

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    Post-EEG-Anlagen

    Was passiert nach dem Auslaufen der Einspeisevergütung?

    Die Einspeisevergütung wird für 20 Jahre gezahlt. Mit dem Auslaufen der Förderung erlischt nicht nur die Vergütungs- sondern auch die Abnahmepflicht durch den Netzbetreiber. Mit anderen Worten: Der Netzbetreiber kann die Annahme des Stroms verweigern; wer weiter Strom liefert, wird zum „wilden Einspeiser“.

    Lange Zeit gab es für diesen Fall keine gesetzliche Regelung. Erst mit der drohenden Welle von irregulären Einspeisungen im Jahr 2020  wurde eine weiterführende Lösung für „Post-EEG-Anlagen“ ins Gesetz aufgenommen. Die EEG Novelle 2021 ermöglicht es, vorerst bis 2027, den Strom ausgeförderter Anlagen weiterhin einzuspeisen. Vergütet wird dieser in Höhe des Marktwertes (= durchschnittlicher Börsenstrompreis) abzüglich einer Vergütungspauschale.