Vor- und Nachteile von Wärmepumpen: Was gibt es zu beachten?

Wärmepumpen sind für ihre effiziente Heizleistung und ihre sehr gute Ökobilanz bekannt. Welche Vorteile und Nachteile eine Wärmepumpe hat, hängt unter anderem auch von der Art der Wärmepumpe ab. Wir stellen Ihnen allgemeine und modellbedingte Vor- und Nachteile vor.
Inhaltsverzeichnis
19.07.2024
    Angebot

    Jetzt ist die beste Zeit für einen Heizungstausch!

    ✓ Sichern Sie sich attraktive Förderungen (bis zu 70 % der Investitionskosten sind derzeit möglich)
    ✓ Erzeugen Sie bis zu 42 % der Wärme durch Einsatz von PV-Strom selbst
    Angebot anfordern

    Vorteile von Wärmepumpen

    Dass Wärmepumpen im Hinblick auf das Klima vorteilhaft sind, steht außer Frage. Da als Wärmequelle stets verfügbare Umgebungswärme zum Einsatz kommt und keine Energieträger verbrannt werden, ist der CO₂-Ausstoß im Vergleich zu einer Öl- oder Gasheizung gering. Das Umweltbundesamt geht davon aus, dass Wärmepumpen bereits ab einer Jahresarbeitszahl von 1,6 umweltschonender arbeiten als jede Gas- und Ölheizung. Ab einer Jahresarbeitszahl von 2,0 gleichen sie die CO₂-Emissionen für den benötigten Strom aus. In der Realität liegen die Jahresarbeitszahlen für alle Wärmepumpen deutlich höher – und wenn sie mit Ökostrom betrieben werden, arbeiten sie nahezu klimaneutral.

    Ein weiterer großer Vorteil von Wärmepumpen ergibt sich aus der möglichen Kostenersparnis. Aufgrund ihrer hohen Effizienz sind Wärmepumpen im Betrieb sparsam und tragen dazu bei, die Heizkosten zu senken. Auf diese Weise lohnen sich Wärmepumpen insbesondere bei längerem Gebrauch und sie steigern zusätzlich den Wert der Immobilie. Die aktuell sehr hohe Förderung für Wärmepumpen machen eine Umstellung der Heizung umso rentabler. Außerdem entfallen die Kosten für die Beschaffung von Brennstoffen sowie die Kosten für den Schornsteinfeger-Service. Selbstverständlich sollten aber auch Wärmepumpen gewartet werden. Hier Geld zu sparen, kann wie bei jeder Heizung auf Dauer teuer werden.

    Wärmepumpen sind eine zuverlässige Heizquelle für die meisten Gebäudearten. Sie sind wartungsarm und kaum fehleranfällig. Da es verschiedene Arten von Wärmepumpen gibt, kann für unterschiedliche Gebäude- und Grundstücksarten jeweils ein anderes Modell passend sein. Dabei eignen sich Wärmepumpen ganz allgemein für kleine und große Grundstücke ebenso wie für Alt- und Neubauten, insbesondere in Kombination mit der Photovoltaik.

    Nachteile von Wärmepumpen

    Der größte Nachteil von Wärmepumpen besteht in den (noch) vergleichsweise hohen Kosten für die Anschaffung. Einen großen Anteil daran hat die je nach Modell mehr oder weniger aufwendige Installation. Die laufenden Kosten für Wärmepumpen sind hingegen, abgesehen von den Stromkosten, die für den Betrieb anfallen, beinahe zu vernachlässigen. Wie hoch der Stromverbrauch einer Wärmepumpe ist, hängt von der Art der Pumpe und dem Wärmebedarf sowie von der Größe und dem Zustand des Gebäudes ab. Die Kosten für den verbrauchten Strom sind abhängig vom Anbieter, vom Tarif (es gibt auch spezielle Wärmepumpen-Tarife) und davon, ob der Haushalt z.B. mit einer PV-Anlage eigenen Strom erzeugt. 

    Der für den Einbau einer Wärmepumpe erforderliche bürokratische Aufwand ist stark vom Modell abhängig. Bei Wasserwärmepumpen und Erdwärmepumpen müssen z.B. Genehmigungen eingeholt und Gutachten erstellt werden.

    Auch eignet sich nicht jede Wärmepumpe für jeden Standort. Zu berücksichtigen sind hier die Bodenbeschaffenheit oder die Erreichbarkeit des Grundwassers, aber auch der zur Verfügung stehende Platz sowohl im Gebäude als auch auf dem Grundstück.

    Im Folgenden stellen wir Ihnen die drei Hauptarten von Wärmepumpen mit ihren jeweiligen Vorteilen und Nachteilen vor.

    Funktionsweise von Wärmepumpen

    Vorteile und Nachteile von Luftwärmepumpen

    Zu den Luftwärmepumpen gehören die Luft-Wasser-Wärmepumpen und die Luft-Luft-Wärmepumpen. Beide gewinnen Wärme aus der Umgebungsluft, um diese dann im Gebäudeinneren zu nutzen. Die Luftwärmepumpen haben unter den drei Wärmepumpenarten die geringste Jahresarbeitszahl und somit die geringste Effizienz. Dennoch gelten sie als effiziente, umweltfreundliche und kostengünstige Heizsysteme, denn aus einer kWh Strom werden etwa 3 kWh Wärme gewonnen (Jahresarbeitszahl 3).

    Luftwärmepumpen können unabhängig von den Umweltbedingungen an nahezu jedem Standort installiert werden und benötigen kaum Platz. Somit sind sie auch für Gebäude ohne Garten bzw. Außenbereich geeignet. Bohrungen oder andere aufwändige bauliche Anpassungen sind nicht erforderlich. Für Luft-Luft-Wärmepumpen müssen allerdings Zu- und Abführungen für die Luft  geschaffen werden. Luftwärmepumpen eignen sich dabei nicht nur zum Heizen, sondern auch für die aktive Kühlung von Räumen bei hohen Außentemperaturen.

    Der größte Nachteil von Luftwärmepumpen liegt in ihrer im Vergleich zu anderen Wärmepumpen geringen Effizienz. Sie sind am besten für Neubauten geeignet, können aber auch gut gedämmte Bestandsgebäude mit Wärme versorgen. Idealerweise werden sie mit großen Heizkörpern, beispielsweise mit Fußbodenheizungen, kombiniert.

    Anders als andere Wärmepumpen werden Luftwärmepumpen in ihrer Effizienz von der Außentemperatur beeinflusst. Das bedeutet, dass sich bei sehr niedrigen Außentemperaturen der Stromverbrauch der Wärmepumpe erhöht. Je stärker die Ventilatoren arbeiten, desto mehr Geräusche verursacht die Luftwärmepumpe. Obwohl gesetzliche Bestimmungen hier meist kein Hindernis darstellen, sollte bei der Planung die Nähe zu Nachbarn oder Schlafräumen bedacht werden.

    Vor- und Nachteile von Erdwärmepumpen

    Erdwärmepumpen beziehen mithilfe von Erdkollektoren oder Erdsonden Wärme direkt aus dem Erdreich. Im Gegensatz zu Luftwärmepumpen sind sie daher unabhängig von der Außentemperatur, da die Temperatur im Erdboden das ganze Jahr über relativ konstant bleibt. Sie arbeiten außerdem effizienter als Luftwärmepumpen und erreichen eine durchschnittliche Jahresarbeitszahl von 4,1. Sie sind geeignet für das Heizen und die Warmwasserbereitung sowohl in Neubauten als auch in Bestandsgebäuden.

    Erdwärmepumpen sind langlebig und arbeiten zuverlässig bei geringem Wartungsaufwand. Sie können sowohl für die aktive als auch für die passive Kühlung eingesetzt werden, wobei die passive Kühlung besonders stromsparend verläuft. Des Weiteren erzeugen Erdwärmepumpen nahezu keine Geräuschemissionen.

    Allerdings müssen für den Einbau einer Erdwärmepumpe mehrere Voraussetzungen erfüllt sein. Insbesondere die horizontal verlegten Erdkollektoren benötigen viel Platz – also ist ein entsprechend großes Grundstück vonnöten. Zudem darf die Fläche oberhalb der Kollektoren der Wärmepumpe nicht bebaut werden.  Erdsonden wiederum werden in die Tiefe gebohrt, was gegebenenfalls eine Genehmigung der Unteren Wasserbehörden notwendig macht. Bei Bohrungen in einer Tiefe von mehr als 100 Metern muss außerdem eine Genehmigung nach Bergbaurecht eingeholt werden, was jedoch für privat agierende Hauseigentümer in den meisten Fällen nicht relevant ist.

    Die Bohrungen und die vergleichsweise umständliche Installation der Sonden beziehungsweise Kollektoren machen den Einbau einer Erdwärmepumpe zu einem relativ teuren und aufwändigen Unterfangen. Der Bauherr ist dafür verantwortlich, dass bei den Arbeiten das Grundwasser nicht verunreinigt wird. Es ist also sehr wichtig, einen kompetenten Anbieter mit der Ausführung zu beauftragen und auf entsprechende Versicherungen zu achten.

    Vor- und Nachteile von Wasserwärmepumpen

    Wasserwärmepumpen sind die effizientesten unter den Wärmepumpen. Sie erreichen eine Jahresarbeitszahl von bis zu 5, also einen thermischen Wirkungsgrad von bis zu 500 %. Als Wärmequelle nutzen Wasser-Wärmepumpen das Grundwasser, das mithilfe von zwei unabhängigen Brunnen gefördert und zurückgeführt wird. Da Grundwasser über das Jahr eine relativ konstante Temperatur aufweist, wird die Effizienz einer Wasser-Wärmepumpe nicht von der Außentemperatur beeinflusst. Sie arbeitet zuverlässig mit geringem Wartungsaufwand und hat eine lange Lebensdauer.

    Wie Erdwärmepumpen können auch Wasser-Wärmepumpen sowohl zur aktiven als auch zur passiven Kühlung eingesetzt werden. Sie eignen sich für den Einsatz sowohl in Neubauten als auch in Bestandsbauten. Aufgrund der hohen Effizienz können sie sogar weniger gut gedämmte Altbauten noch zuverlässig mit Wärme versorgen, wenn Luft- oder Erdwärmepumpen nicht mehr ausreichen. Außerdem arbeiten sie äußerst leise.

    Wie Erdwärmepumpen können jedoch auch Wasser-Wärmepumpen nicht an jedem Standort installiert werden. Vorab muss ein hydrologisches Gutachten eingeholt werden. In diesem Zuge wird geprüft, ob Grundwasser in ausreichender Menge und ausreichend guter Qualität zur Verfügung steht. Auch darf der Grundwasserspiegel nicht zu niedrig liegen, da sonst der Stromverbrauch zu hoch ausfällt und die Effizienz der Wärmepumpe mindert.

    Auch bei diesem Wärmepumpenmodell gibt es einige bürokratische Hürden zu bewältigen. In jedem Fall muss die Untere Wasserbehörde ihre Zustimmung erteilen. Nicht genehmigt werden Wasser-Wärmepumpen in Trinkwasser- und Heilquellenschutzgebieten. Auch Faktoren wie ein zu hoher Sauerstoffgehalt sowie Eisen- oder Manganablagerungen im Grundwasser können die Installation vereiteln, da sie zu einem schnelleren Verschleiß der Wärmepumpe führen. Diese und andere Gründe sowie die Kosten haben dazu geführt, dass in Deutschland nur relativ wenige Wasserwärmepumpen als Heizung installiert sind. 

    Luft-, Erd- und Wasserwärmepumpen im Vergleich

     LuftwärmepumpeErdwärmepumpeWasser-Wärmepumpe
    Wärmequelle
    • Umgebungsluft
    • Erdreich
    • Grundwasser
    Effizienz
    • Jahresarbeitszahl ca. 3,1
    • Jahresarbeitszahl ca. 4,1
    • Jahresarbeitszahl bis zu 5
    Gebäudeart
    • idealerweise Neubau
    • gut gedämmtes Bestandsgebäude möglich
    • Neubau
    • gut gedämmtes Bestandsgebäude möglich
    • Neubau
    • Bestandsgebäude
    • gut gedämmter Altbau möglich
    Außentemperatur
    • Sehr kalte Außentemperaturen erhöhen den Stromverbrauch.
    • nahezu kein Einfluss
    • nahezu kein Einfluss
    Kosten
    • vergleichsweise gering
    • höher als für Luftwärmepumpen
    • abhängig vom Modell (Erdkollektoren vs. Erdsonden)
    • höher als für Luftwärmepumpen
    • abhängig von der Tiefe der Brunnenbohrungen
    Installation
    • wenig aufwendig und nahezu überall möglich
    • Luft-Luft-Wärmepumpen benötigen Luftzu- und Luftabfuhrkanäle
    • aufwendig
    • Erdkollektoren werden in geringer Tiefe flächig horizontal verlegt.
    • Erdsonden werden vertikal tief in die Erde eingelassen.
    • Benötigt werden zwei Brunnen, die vertikal in die Erde gebohrt werden, bis der Grundwasserspiegel erreicht wird.
    Genehmigungen
    • keine
    • ggf. Genehmigung der Unteren Wasserbehörden (je nach Bundesland)
    • bei mehr als 100 m Tiefe Genehmigung nach Bergbaurecht
    • Genehmigung der Unteren Wasserbehörde zwingend notwendig
    • Verbot in Wasserschutz- und Heilquellenschutzgebieten
    Platzbedarf
    • gering
    • Erdkollektoren benötigen vergleichsweise viel Platz.
    • Erdsonden werden vertikal verlegt, der Platzbedarf ist daher eher gering.
    • Abstand von mindestens 10–15 Metern zwischen den beiden Brunnen muss gewährleistet sein.
    Wartungsaufwand
    • gering
    • gering
    • gering
    Kühlung
    • aktive Kühlung möglich
    • aktive und passive Kühlung möglich
    • aktive und passive Kühlung möglich
    Geräuschemissionen
    • mittelhoch
    • Nähe zu direkten Nachbarn und Schlafräumen sollte bei Außenaufstellung vermieden werden.
    • nahezu keine
    • nahezu keine
    Lebensdauer
    • gut
    • sehr langlebig
    • sehr langlebig
    Im Sortiment von Solarwatt: Luft-Wasser-Wärmepumpe von Stiebel Eltron

    Ihre Vorteile in der Zusammenarbeit mit SOLARWATT

    Wir beziehen unsere Wärmepumpen vom Hersteller Stiebel Eltron, einem Unternehmen mit 45-jähriger Erfahrung in diesem Bereich. So können wir Ihnen Wärmepumpen zur Verfügung stellen, mit denen sich nahezu alle Neubauten und Bestandsgebäude effizient beheizen lassen. Ihre Vorteile:

    • Kompakte Geräte: Unsere Wärmepumpen sind platzsparend gestaltet und daher auch für kleine Gebäude geeignet.
    • Zeitsparende Einbau: Viele Komponenten sind bereits in die Pumpen selbst integriert, sodass die Installation vor Ort platz- und zeitsparend durchgeführt werden kann.
    • Innen- und Außenaufstellung möglich: Wählen Sie selbst, ob Sie Ihre Wärmepumpe im Haus oder auf dem Gelände installieren möchten.
    • PV-kompatibel: Die Wärmepumpen lassen sich mit jeder Photovoltaikanlage und mit Energiemanagementsystemen von Solarwatt kombinieren.
    • Made in Germany: Design, Entwicklung und Forschung finden in Deutschland statt, und die Wärmepumpen sind mit dem Europäischen Gütesiegel EHPA ausgezeichnet.