Förderungen für Wärmepumpen: die wichtigsten im Überblick

Die vergleichsweise hohe Anfangsinvestition für eine Wärmepumpe kann mithilfe einer Förderung deutlich reduziert werden. Im Rahmen des Klimaschutzprogramms 2030 zur Energiewende hat der Bund attraktive Förderprogramme geschaffen. Hier erfahren Sie mehr über die Förderungen für Wärmepumpen.
Inhaltsverzeichnis
22.06.2024
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    Die BEG-Förderung für Wärmepumpen

    Die wichtigste in Deutschland erhältliche Förderung für Wärmepumpen ist die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Sie ist unterteilt in drei Förderverfahren:

    1. die Bundesförderung für effiziente Gebäude – Wohngebäude (BEG-WG)
    2. die Bundesförderung für effiziente Gebäude – Nichtwohngebäude (BEG-NWG)
    3. die Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG-EM)

    Für Hauseigentümer sind insbesondere die erste und dritte Variante interessant. Während im Jahr 2023 das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) für die Förderung einer Wärmepumpe als Einzelmaßnahme zuständig war, ist die Förderung nach BEG-WG jetzt bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) angesiedelt, wo die Anträge für die Förderungen ab 2024 wieder gestellt werden müssen.

    Wärmepumpen-Förderung
    Wärmepumpe von Stiebel-Eltron im Solarwatt Sortiment verfügbar

    Für welche Wärmepumpen gibt es Förderungen?

    Die BEG-Förderungen gelten für Luftwärmepumpen, Wasserwärmepumpen und Sole-Wasser-Wärmepumpen (Erdwärmepumpen) zum Heizen und für die Warmwasserbereitung, also für Wärmepumpen, die als Wärmequelle Luft, Erdwärme, Wasser oder Abwärme nutzen.

    Damit die Förderungen gewährt werden können, müssen die Wärmepumpen gewisse Energieeffizienzanforderungen erfüllen. Vor allem müssen die Wärmepumpen in geeigneten Gebäuden installiert werden, sodass sie eine Jahresarbeitszahl von mindestens 3 erreichen. Vorgegeben ist außerdem, dass mindestens 65 % der für die Heizung aufgewandten Energie erneuerbare Energien sein müssen.

    Es gelten diverse weitere Anforderungen, zum Beispiel zur Energieverbrauchs- und Effizienzanzeige sowie zur Netzdienlichkeit. Um die Übersicht zu erleichtern, hat das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle eine Liste der förderfähigen Wärmepumpen herausgegeben. 

    Was genau wird gefördert?

    Die BEG-EM-Förderung (ehemals BAFA-Förderung) gilt für die Wärmepumpe selbst, aber auch für weitere Maßnahmen, etwa

    • den fachgerechten Einbau,
    • die Erschließung der Wärmequelle (soweit notwendig),
    • einen eventuell notwendigen Pufferspeicher,
    • den hydraulischen Abgleich (der ohnehin Voraussetzung für die BAFA-Förderungen ist),
    • intelligente Energiemanagementsysteme und mehr.

    Die Details können Sie dem Infoblatt zur BEG-Förderung von Wärmepumpen (Stand 20.06.2023) entnehmen.

    Wie hoch ist die BEG-EM-Förderung für Wärmepumpen?

    Im Rahmen der BEG-EM (Einzelmaßnahme) - Nachfolger der KfW-Förderung 262 - können Sie für Wärmepumpen Förderungen von mindestens 30 %, maximal 70 % der förderfähigen Kosten erhalten. Die förderfähigen Kosten sind auf insgesamt 30.000 Euro begrenzt, somit beläuft sich die Förderung auf bis zu 21.000 Euro.

    Wer in einer selbstgenutzten Wohneinheit eine noch funktionstüchtige, aber ineffiziente Kohle-, Öl- oder Gasheizung austauscht und stattdessen eine Wärmepumpe installiert, profitiert zusätzlich, unabhängig vom Alter der Anlage, von einem Geschwindigkeits-Bonus in Höhe von 25 Prozent. Diese Regel gilt für Heizungen, die mit Kohle oder Öl als Brennstoff arbeiten, für Nachtspeicherheizungen und für Gasetagen- sowie Gaszentralheizungen, sofern Letztere mindestens 20 Jahre alt sind. Die Gesamthöhe der Förderung beläuft sich somit auf 55 Prozent der förderfähigen Kosten bzw. maximal 16.500 Euro.

    Hinzu kommt ein Wärmepumpenbonus in Höhe von 5 Prozent (Extras in Tabelle). Er gilt für alle Wärmepumpen, die als Wärmequelle Wasser, das Erdreich oder Abwasser nutzen. Erhältlich ist diese Förderung auch für Luftwärmepumpen, die mit einem natürlichen Kältemittel arbeiten. Zu diesen natürlichen Kältemitteln zählen: 

    1. Propan
    2. Isobutan
    3. Propen
    4. Ammoniak
    5. Wasser
    6. Kohlendioxid

    Eigennutzer mit einem zu versteuernden Einkommen von unter 40.00 € bzw. einem jährlichen Haushaltseinkommen von unter 76.000 € können eine zusätzliche Förderung von 30 % erhalten (Einkommensabhängiger Bonus, s. Extras), maximal jedoch 70 % von der Höchstförderung.

    Somit kann die BEG-Förderung für Wärmepumpen insgesamt bis zu 40 % – entsprechend 21.000 Euro – betragen. Hinzu kommt eine weitere Förderung von bis zu 50 % für die Kosten für Fachplanung und Baubegleitung. 

    Änderungen bei der Förderung von Wärmepumpen nach der GEG-Novelle 2024

    FörderungBasis-Förderung Geschwindig-keitsbonus Extrasmaximal förderfähige Kosten Maximale Fördersumme 
    bis 202325 %10 % 5 % 60.000 €max. 40 % =
    24.000 €
    ab 2024*30 %20 %

    5 % 

    30 % 

    30.000 €max. 70 % = 
    21.000 €

    * Im Mehrfamilienhaus betragen die maximal förderfähigen Kosten für die 2. bis 6. Wohneinheit je 15.000 €, für jede weitere Wohneinheit 8.000 €.  

    Die BEG-EM-Förderung für Wärmepumpen bei der KfW beantragen

    Für die bis 2023 gültige Förderung bei der BAFA musste erst ein Angebot eingeholt werden, mit dem dann der Antrag gestellt werden konnte. Dann hieß es zum Teil recht lange warten und erst mit der Bewilligung des Antrages konnte die Unterschrift unter den Vertrag gesetzt werden. 

    Bei der neuen KfW-Förderung der BEG-EM wurde das Verfahren vereinfacht: Das Angebot wird vom Hauseigentümer/ von der Hauseigentümerin und dem Installateursbetrieb unterschrieben und der Vertrag gemeinsam mit dem Antrag bei der KfW eingereicht. Diese gibt dann innerhalb kurzer Zeit die Förderzusage. Für den seltenen Fall einer Ablehnung der Förderung durch die KfW sollte der Vertrag eine Rücktrittsklausel enthalten. 

    Die BEG-WG-Förderung über die Kreditanstalt für Wiederaufbau

    Die Kreditanstalt für Wiederaufbau ist zuständig für die BEG-WG. Dafür gibt es das KfW-Programm „Wohngebäude – Kredit (261)“. Hierbei handelt es sich nicht um eine Förderung speziell für Wärmepumpen, sondern eine Wärmepumpe kann indirekt als Teil eines Gesamtprojekts gefördert werden. Die Förderung ist gedacht für die Sanierung eines Hauses beziehungsweise den Kauf eines frisch sanierten Effizienzhauses. Gefördert werden können alle energetischen Maßnahmen, die mindestens zur Effizienzhausstufe 85 führen.

    Anders als bei der BEG-EM-Förderung handelt es sich hier nicht um eine reine Zuschussförderung, sondern es werden zinsgünstige Kredite gewährt, für die Sie Tilgungszuschüsse erhalten können. Erhältlich sind Kredite bis zu 120.000 Euro. Der Kreditbetrag kann auf 150.000 Euro erhöht werden, wenn das Sanierungsprojekt die Kriterien für die Erneuerbare-Energien-Klasse erfüllt. Das ist der Fall, wenn im Rahmen der Sanierung eine Heizungsanlage eingebaut wird, die, wie es das GEG 2024 fordert, mindestens 65 % der erforderlichen Heizleistung aus erneuerbaren Energien zur Verfügung stellt.

    Grundsätzlich kann im Rahmen der KfW-Förderung ein Tilgungszuschuss von bis zu 25 Prozent gewährt werden. Das entspricht 37.500 Euro bei einer Kreditsumme von 150.000 Euro. Die Höhe des Tilgungszuschusses ist abhängig von der Effizienzstufe, die aufgrund der Sanierung erreicht wird. Verschiedene Boni können den Tilgungszuschuss auf bis zu 45 % anheben:

    • Worst Performing Building: Wird ein besonders energieineffizientes Gebäude saniert, erhöht sich der Tilgungszuschuss um 10 %.
    • Eine serielle Sanierung ermöglicht einen Tilgungszuschuss von weiteren 15 %. In Kombination mit der Erhöhung für ein Worst Performing Building ist dieser Zuschuss allerdings auf 10 % begrenzt.

    Insgesamt kann der Tilgungszuschuss also auf bis zu 45 Prozent steigen. Bei einer Kreditsumme von 150.000 Euro sind das 67.500 Euro. Zudem bietet die KfW eine zusätzliche Förderung für Baubegleitung und Fachplanung an und übernimmt in diesem Zusammenhang bis zu 50 % der förderfähigen Kosten, für typische Einfamilienhäuser bis zu einer Maximalhöhe von 5.000 €. Hier finden Sie weitere Informationen zur seriellen Sanierung und den genauen Voraussetzungen bei der KfW

    Ablauf: So beantragen Sie die KfW-Förderung für Wärmepumpen

    Auch für die KfW-Förderung gilt: Stellen Sie Ihren Förderantrag in jedem Fall, bevor Sie mit der Umsetzung beginnen. 

    1. Beauftragen Sie zunächst einen Energieeffizienzexperten für Beratung und Planung.
    2. Beantragen Sie nun den Förderkredit.
    3. Schließen Sie bei einer Zusage den Kreditvertrag ab und beginnen Sie erst dann mit der Maßnahme.
    4. Reichen Sie die Bestätigung nach Durchführung (BnD) bei der KfW ein. Diese erhalten Sie von Ihrem Energieeffizienzexperten.
    5. Sie erhalten nach Prüfung Ihren Tilgungszuschuss.

    Förderung von Wärmepumpen durch Steuererleichterung

    Unkompliziert für Hauseigentümer ist es, die Kosten für eine energetische Gebäudesanierung im Rahmen der Einkommensteuererklärung geltend zu machen. Verteilt über drei Jahre können Sie hier bis zu 20 Prozent der Kosten absetzen. Das betrifft auch den Einbau einer Wärmepumpe. Der Vorteil: Sie müssen im Vorfeld keine Anträge stellen.

    Allerdings ist die Steuerersparnis in Bezug auf eine Wärmepumpe geringer als die möglichen Fördersätze, die Sie von der KfW erhalten können. Eine Steuerersparnis von 20 % steht hier Fördersätzen von bis zu 70 % gegenüber. Informieren Sie sich beim Bundesfinanzministerium ausführlicher über die steuerliche Förderung energetischer Gebäudesanierungen.

    Förderungen für Wärmepumpen
    Warmwasserspeicher von Stiebel Eltron

    Förderungen für Wärmepumpen im Altbau und Neubau im Vergleich

    Insgesamt sind die Förderungen für Wärmepumpen im Altbau attraktiver. Tatsächlich ist für die Installation einer Wärmepumpe im Neubau keine Förderung als Einzelmaßnahme mehr möglich. Stattdessen greift die KfW-Förderung für Effizienzhäuser.

    Im Rahmen des KfW-Programms „Klimafreundliches Wohngebäude“ (KfW 297, 298) wird ein sehr günstiger Kredit von bis zu 100.000 Euro pro Wohnung vergeben. Mithilfe eines Nachhaltigkeits-Zertifikats wird außerdem das Programm „Klimafreundliches Wohngebäude mit Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude“ zugänglich. Die Kreditsumme erhöht sich dann auf bis zu 150.000 € pro Wohnung. Die Anforderungen, die an das klimafreundliche Wohngebäude gestellt werden, sind jedoch recht hoch und erfordern entsprechend hohe Investitionssummen. 

    Förderungen für Wärmepumpen im Altbau sind, wie oben gezeigt, deutlich attraktiver: Der höchste Zuschuss beträgt hier 70 % der förderfähigen Kosten. Die Voraussetzungen für die Förderung sind zudem weniger streng als für Wärmepumpen im Neubau.

    Förderungen für Wärmepumpen in den verschiedenen Bundesländern

    Die Förderlandschaft für Wärmepumpen in Deutschland verändert sich schnell. Wir stellen Ihnen hier beispielhaft einige mögliche Förderungen (Stand Mai 2023) vor, die für Privatpersonen zugänglich sind. Trotz aller Bemühungen, diese Auflistung aktuell zu halten, sollten Sie sich stets selbst informieren bzw. beraten lassen. Beratungen zur Förderung von Wärmepumpen bieten etwa die Verbraucherzentralen an.

    BundeslandFörderprogramm für Wärmepumpen
    Baden-Württembergderzeit keines
    Bayernderzeit keines
    Berlin
    Brandenburg
    Bremen
    Hamburg
    Hessen
    Mecklenburg-Vorpommernderzeit keines
    Niedersachsen
    Nordrhein-Westfalen
    Rheinland-Pfalzderzeit keines
    Saarland
    Sachsenderzeit keines
    Sachsen-Anhaltderzeit keines
    Schleswig-Holstein
    Thüringenderzeit keines

    Tipp

    Auch einzelne Städte und Kommunen bieten bisweilen Förderungen für Wärmepumpen an. Derzeit sind das beispielsweise Düsseldorf, Stuttgart, Münster, Aachen und der Kreis Düren. Informieren Sie sich daher stets bei Ihrer Kommune, ob Förderungen aktiv oder geplant sind. Ergänzend gibt es häufig auch Förderungen für Photovoltaik.