eigenverbrauch optimieren

Die im Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) festlegte Einspeisevergütung galt lange Zeit als finanzieller Hauptanreiz für die Investition in Photovoltaik. Heutzutage ist es kaum noch vorstellbar, doch im Jahre 2004 wurde die Einspeisung einer Kilowattstunde (kWh) ins öffentliche Netz noch mit 54,7 Cent vergütet! In den Folgejahren sank die Pauschale deutlich, seit 2014 pendelte sie sich um 12 Cent pro kWh ein. Immer wieder kommt deshalb die Frage auf, ob sich der Kauf einer Photovoltaikanlage überhaupt noch lohnt. Eine Frage, die sich klar mit Ja beantworten lässt, wenn auch aus anderen Gründen als im Jahre 2004.

Diagramm_Einspeisevergtung-pro-Jahr

Strategiewechsel: Eigenverbrauch statt Rendite

Die hohe Photovoltaik-Einspeisevergütung aus den Anfangstagen hatte ein klares politisches Anliegen: Durch den finanziellen Anreiz sollten Unternehmen und Haushalte motiviert werden, in die Gewinnung von solar erzeugtem Strom zu investieren. Damals waren die Preise für eine Photovoltaikanlage noch um ein Vielfaches höher und die Leistung deutlich geringer als bei modernen Anlagen. Die Einspeisevergütung war somit entscheidend für die Frage, ob sich die Investition lohnt.

Über die Jahre hat sich die Situation jedoch grundlegend geändert: Photovoltaikanlagen sind preiswerter und die Einspeisevergütung liegt deutlich unter dem Preis des Netzstroms. Während eine eingespeiste kWh dem Betreiber einer PV-Anlage ca. 12 Cent bringt, zahlt er für eine Stunde Netzstrom 29 Cent und mehr. Die Gestehungskosten, also die Kosten für die Erzeugung einer kWh Solarstrom, liegen bei ca. 10 Cent. Man muss kein Mathematiker sein, um zu verstehen: Es lohnt sich, den selbst erzeugten Strom selbst zu verbrauchen! Das Gebot der Stunde lautet deshalb „Eigenverbrauch optimieren“!

Hoher Eigenverbrauch – wie geht das?

Es ist ein grundlegendes Problem, dass die Erzeugung von Solarstrom nicht mit unserem Tagesrhythmus zusammenpasst. Tagsüber sind die meisten Menschen in der Schule oder auf Arbeit und es wird wenig Energie genutzt. Während dieser Zeit strahlt die Sonne und die PV-Anlage erzeugt viel Solarstrom. Morgens und abends, wenn wir Kaffee kochen, duschen, fernsehen oder bei elektrischem Licht im Zimmer sitzen, wird nur noch wenig oder kein Solarstrom erzeugt. Lange Zeit gab es keine Alternative dazu, überschüssigen Strom ins öffentliche Netz einzuspeisen und bei Bedarf teuren Netzstrom zu kaufen.

Energiemanagementsystem

Energieverbrauch intelligent steuern

Eine Lösung für das Dilemma liegt in einer intelligenten Steuerung des Eigenverbrauchs mit einem Energiemanagementsystem. Dieses schaltet Stromverbraucher genau dann zu, wenn besonders viel Strom produziert wird. So kann der Geschirrspüler oder die Poolpumpe laufen, auch wenn niemand im Haus ist. Die Geräte werden z. B. über schaltbare Funksteckdosen betrieben. Dieser Methode zur Optimierung des Eigenverbrauches sind aber enge Grenzen gesetzt. Nicht alle herkömmlichen Haushaltsgeräte lassen sich auf diese Weise ein- und ausschalten und nicht alle Aktivitäten mit Stromverbrauch können zeitlich verlagert werden. Die zunehmende Vernetzung von Haustechnik und Geräten im Smart Home wird in Zukunft jedoch weitere Möglichkeiten für das Energiemanagement im Haus eröffnen.

Photovoltaikanlage um Stromspeicher ergänzen – Eigenverbrauch erhöhen

Wieder aufladbare Batterien oder „Akkus“ sind bereits in vielen Bereichen im Einsatz, so zum Beispiel beim Smartphone. Neu ist die Idee also nicht, Strom zu speichern. Die viel größeren und leistungsstärkeren Stromspeicher für den Haushalt waren jedoch lange Zeit sehr teuer und wenig effektiv.

Mittlerweile ist die Entwicklung jedoch fortgeschritten und Heimspeicher sind leistungsstark und erschwinglich geworden. Werden sie mit kostengünstig erzeugtem Solarstrom geladen, sparen sie den Zukauf von teurem Netzstrom. Der Einsatz der Batteriespeicher rentiert sich somit schon nach wenigen Jahren.

Damit die Speicher optimal arbeiten, empfiehlt sich die Kombination mit dem Energiemanagementsystem. So lädt sich der Stromspeicher immer dann auf, wenn Strom erzeugt und nicht verbraucht wird. Erst wenn der Speicher „voll“ ist, wird der überschüssige Strom ins Netz gespeist. Die Einspeisevergütung ist dann ein zusätzlicher Bonus für den Betreiber der Photovoltaikanlage.

In den Stunden ohne Sonne kann selbsterzeugter Strom verbraucht werden, so lange, bis der Speicher leer ist. Erst dann wird wieder Netzstrom bezogen. Je nach Größe des Stromspeichers lässt sich so der Eigenverbrauchsanteil erhöhen und damit auch der Autarkiegrad, d. h. die Unabhängigkeit vom Energieversorger.

Photovoltaikanlage mit Stromspeicher und Energiemanagementsystem

Keine Angst vor dem Auslaufen der Einspeiseförderung!

Laut EEG wird die Einspeisevergütung 20 Jahre ab Installation einer Photovoltaikanlage gezahlt. In den nächsten Jahren läuft die Förderung für viele Altanlagen aus. Grund zur Panik gibt es jedoch nicht. Zum einen haben die meisten PV-Anlagen ihre Kosten bereits eingespielt. Zum anderen können diese meist mit Energie­management­­system und Speicher nachgerüstet werden. So lässt sich auch mit alten Anlagen der Eigenverbrauch optimieren. Das senkt die Stromrechnung und spart langfristig Geld. Denn eines ist ziemlich sicher: Die Preise für Netzstrom werden auch in Zukunft steigen.

Ich wünsche eine Beratung.

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