Speicherförderung der KfW - Neuauflage 

Betreiber von Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) haben Grund zur Freude. Das ausgelaufene Förderprogramm der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für Batteriespeicher wird in modifizierter Form weitergeführt. Interessenten haben die Möglichkeit neben zinsverbilligten Darlehen einen prozentualen Tilgungszuschuss zu den KfW Krediten zu beantragen.

Kurzvorstellung Förderprogramm für Batteriespeicher

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Das Förderprogramm der KfW ist am 01.01.2017 erneut in Kraft getreten und läuft bis zum 31.12.2018. Mit dem Programm wird das  bereits im September 2016 ausgelaufene Förderprogramm "Erneuerbare Energien - Speicher (275)" mit veränderten Rahmenbedingungen weitergeführt. Besitzer von PV-Anlagen bis zu 30 Kilowattpeak (kWp) können die Förderung beantragen.

„Das ist eine gute Nachricht für Hausbesitzer und den Solarmarkt in Deutschland und das richtige Signal; denn die Regierung stärkt so eine für die Energiewende essentielle Innovationstechnologie. Wichtig ist aber, dass sich die Unternehmen jetzt nicht auf dieser Entscheidung ausruhen, sondern weiter in die Entwicklung wirtschaftlicher Speichersysteme investieren, die auch förderunabhängig funktionieren.“ Solarwatt-Chef Detlef Neuhaus.

Was wird gefördert?

Die Förderung gilt für Stromspeicher, für deren bestimmungsmäßigen Betrieb notwendige Komponenten sowie für die Installationskosten im Zuge einer Nachrüstung von Photovoltaikanlagen. Das heißt, förderfähig sind sowohl Batteriespeicher als auch Energiemanagementsysteme zur Einhaltung der Einspeisebegrenzungen nach den Förderrichtlinien, die zusammen mit einer Photovoltaikanlage genutzt werden sollen. Dabei liegt die Inbetriebnahme der Anlage mindestens 6 Monate zurück.

Ebenfalls gefördert werden neue Photovoltaikanlagen in Verbindung mit einem stationären Batteriespeichersystem. Zu beachten ist, dass die Fördersätze bei Nachrüstung und Neuinstallation einer Photovoltaikanlage in Verbindung mit einem Stromspeicher unterschiedlich ausfallen.

Somit ist neben dem Stromspeicher MyReserve und den Installationskosten auch der SOLARWATT EnergyManager förderfähig. Auch das Komplettpaket Store in den unterschiedlichen Leistungsklassen kann über die KfW gefördert werden.

Nicht gefördert werden hingegen Komponenten, die für den Betrieb einer Photovoltaikanlage notwendig sind. Dazu gehören u.a. PV-Module, Wechselrichter und das Gestell.

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Nachrüstung oder Neuinstallation?

Unterschiedliche Fördersätze

Je nachdem, ob ein Stromspeicher mehr oder weniger als 6 Monate nach Inbetriebnahme einer Photovoltaikanlage installiert wird, unterscheiden sich die Fördersätze.

Der Regelfördersatz wird für Installationen gewährt, bei denen der Stromspeicher innerhalb von 6 Monaten nach Inbetriebnahme der Photovoltaikanlage ebenfalls in Betrieb genommen wird. Ist der Zeitraum länger als 6 Monate, gilt die Investition als Nachrüstung und der höhere Fördersatz gilt.

Da sich die förderfähigen Kosten jedoch aus den spezifischen förderfähigen Kosten und die förderfähige Leistung der Photovoltaikanlage berechnen, können wir Ihnen an dieser Stelle keine genauen Daten nennen. Anhand des Formulars "Handreichung zur Ermittlung des Tilgungszuschusses" (600 000 2702) können Sie die Höhe Ihrer individuellen Förderung berechnen.


Bitte beachten Sie: Die Förderung muss vor der Anschaffung des Speichers beantragt werden.

Wer kann den Antrag stellen?

Der Förderantrag kann von den folgenden Gruppen gestellt werden:

  • Natürliche Personen
  • Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft aus dem In- und Ausland, die sich mehrheitlich in Privatbesitz befinden
  • Unternehmen, an denen Kommunen, Kirchen und gemeinnützige Organisationen beteiligt sind
  • Freiberufler
  • Gemeinnützige Antragsteller, die den mit der Solaranlage erzeugten Strom mindestens teilweise in das öffentliche Stromnetz einspeisen

Rahmenbedingungen förderfähiger Batteriespeicher

Die Voraussetzungen für die Förderfähigkeit von Speichern haben sich im Vergleich zum vorhergehenden Förderprogramm geändert. Gefördert werden Batteriespeicher für PV-Anlagen, die eine Leistung von max. 30 kWp aufweisen und seit dem 01.01.2013 in Betrieb genommen wurden.

Zudem besteht für die Photovoltaikanlageneine Verpflichtung zur Leistungsbegrenzung. Gefördert werden also nur Speicher, die den Einspeise-Spitzen durch PV Anlagen (vor allem in der Mittagszeit) entgegenwirken und dadurch das Netz entlasten. Im neuen Förderprogramm ist eine Einspeisebegrenzung von 50 % der nominalen Anlagenleistung festgelegt. Das heißt, diese PV Anlagen dürfen nicht mehr Solarstrom als die festgelegten 50 % der Anlagenleistung in das Stromnetz einspeisen - gemessen wird am Netzanschlusspunkt. Im vorhergehenden Förderprogramm lag der Wert bei 60 %.

Die Solaranlage muss mit einem Wechselrichter ausgestattet sein, der über eine offene Schnittstelle verfügt, die dem Netzbetreiber Fernzugriff ermöglicht. Des Weiteren wird die Offenlegung der verwendeten Schnittstellen und Protokolle des Batteriemanagementsystems (BMS) gefordert.
Eine weitere Neuerung im Vergleich zum Vorgängerprogramm ist, dass mindestens 10 Jahre Zeitwertersatzgarantie auf 80 % der Nennkapazität der Batteriemodule gefordert wird.

Zusätzliche Forderungen sind der Nachweis der fachgerechten Installation gemäß VDE-AR-E 2510-2 durch geschulte Fachkräfte und die Herstellererklärung zur Einhaltung aller geforderten Rahmenbedingungen.

Zusammenfassung der wichtigsten Rahmenbedingungen:

  • PV-Anlagengröße max. 30 kWp
  • Inbetriebnahme der Anlage seit dem 01.01.2013
  • Wirkleistungsbegrenzung der Anlage auf 50 % am Netzeinspeisepunkt
  • Wechselrichter mit offener Schnittstelle für Netzbetreiber und zur Netzsteuerung
  • Offenlegung verwendeter Schnittstellen und Protokolle des BMS
  • Zeitwertersatzgarantie von 10 Jahren auf 80 % der Nennkapazität der Batteriemodule
  • Nachweis fachgerechter Installation gemäß VDE-AR-E 2510-2
  • Herstellererklärung zur Einhaltung Rahmenbedingungen KfW Förderung 2017

Die Anforderungen zum neuen Speicherprogramm werden durch SOLARWATT genau eingehalten. Für die Sicherstellung der Wirkleistungsbegrenzung stellt SOLARWATT beispielsweise entweder die statische Abregelung am Wechselrichter oder die dynamische Abregelung über den EnergyManager bereit. Zudem werden die Installateure für die sichere und fachgerechte Inbetriebnahme der Speicher in SOLARWATT Zertifizierungsschulungen befähigt.

Für die Beantragung der KfW-Speicherförderung benötigen Sie die folgenden Dokumente:

  • Herstellererklärung KfW Speicherförderung für MyReserve
  • Installations- und Inbetriebnahmeanleitung SOLARWATT MyReserve (Enthält das im Merkblatt nach 6b geforderte Sicherheitskonzept und ist im Lieferumfang zum Speicher enthalten bzw. von Ihrem, durch SOLARWATT zertifizierten Installateur online abrufbar im SOLARWATT Pro Bereich.)
  • Schnittstellenbeschreibung zur Fernparametrierung des PV-Wechselrichters
  • Alle weiteren notwendigen Formulare können Sie der KfW-Homepage entnehmen.

Förderprogramm mit Staffelung der Förderhöhen

Im Förderprogramm sind die Anteile der förderfähigen Kosten gestaffelt. Je nach Zeitraum der Antragstellung schwanken diese. 2018 sind es noch 10 %.

Antragszeitraum
Anteil der förderfähigen Kosten
 01.10.2017 bis 31.12.2017
 13 %
01.01.2018 bis 31.12.2018    
10 %

Lohnt sich eine Förderung?

Eine allgemeingültige Antwort auf die Frage, ob sich die Förderung lohnt, ist schwierig. Aus diesem Grund ist es ratsam, die förderfähigen Kosten für den Einzelfall zu berechnen. Denn diese stellen den Tilgungszuschuss dar - das heißt,  sie geben den Anteil der gesamten Investitionssumme an, um die sich der Gesamtkredit bei der Rückzahlung verringert.

Grundvoraussetzung für die Förderung ist, dass die beantragte Kreditsumme mindestens mit dem Tilgungszuschuss übereinstimmt. (Quelle: KfW Bank)

Berechnung der Förderhöhe

Die Berechnung der förderfähigen Kosten erfolgt in zwei Schritten. Zunächst müssen die spezifischen förderfähigen Kosten errechnet werden. Bei diesen bleibt zunächst der Prozentsatz unberücksichtigt, mit dem der Tilgungszuschuss berechnet wird.

Die spezifischen förderfähigen Kosten berechnen sich wie folgt:

Spezifische förderfähige Kosten = Förderfähige Nettoinvestitionskosten in € / Installierte Leistung der PV-Anlage in kWp

Zu beachten ist, dass die spezifischen förderfähigen Kosten bei Bestandsanlagen auf max. 2.200 €/kWp begrenzt sind. Bei neuen Photovoltaikanlagen liegen diese bei max. 2.000 €/kWp.

Die spezifischen förderfähigen Kosten berücksichtigen jedoch nicht den prozentualen Anteil der förderfähigen Kosten.

Um die förderfähigen Kosten zu errechnen, muss nun der Prozentsatz zur Berechnung des Tilgungszuschusses berücksichtigt werden.
Förderfähige Kosten = spezifische förderfähige Kosten in €/kWp x installierte Leistung der PV-Anlage in kWp x Anteil der förderfähigen Kosten in %


Berechnung am Beispiel eines SOLARWATT-Pakets

Bei der Neuerrichtung einer Photovoltaikanlage mit einem stationären Batteriespeicher zahlt die KfW einen Tilgungszuschuss. Die Beispielanlage inklusive der Installation kostet ohne Mehrwertsteuer 10.150 €. In diesen Gesamtnettoinvestitionskosten (ohne MwSt.) sind Solarmodule, der Stromspeicher MyReserve, ein Wechselrichter und der EnergyManager sowie das Gestellsystem inbegriffen. Bei einer Anlagengröße von 3,3 kWp gelten 5.280 € (Nettoinvestitionskosten) als förderfähig.

Davon sind vordefinierte Kosten der Photovoltaikanlage in Abzug zu bringen. Hierzu wird ein Wert von 1.600 EUR pro Kilowattpeak (kWp) installierter Leistung der Photovoltaikanlage vorgegeben. Zur Ermittlung der Kosten der Photovoltaikanlage ist dieser Wert mit der Leistung der Anlage zu multiplizieren. Dieser Wert wird von den Gesamtnettokosten abgezogen. Damit sind 4870 EUR die Kosten des Speichers.

Spezifische förderfähige Kosten: 4870 € (Kosten des Speichers)  / 3,3 kWp = 1.476 €/kWp 
- Prüfen, ob der Betrag über 2.000 €/kWp liegt - falls ja: Tilgungszuschuss: 2.000 EUR/kWp x   kWp der Photovoltaikanlage  x  aktuell 10 % = €

Tilgungszuschuss im Beispiel: 1.476 €/kWp x 3,3 kWp x 10 % (aktuelle Förderung der KfW) = 487 €

Für das Paket ergeben sich spezifische förderfähige Kosten in Höhe von 1.476 €/kWp. Für die Beispielanlage wird im Jahr 2018 ein Tilgungszuschuss von 487 € auf die Gesamtkreditsumme gewährt. Hinweise zur Berechnung, auch für Tilgungszuschuss bei einer Nachrüstung, erhalten Sie bei der KfW.

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Fazit zur KfW-Förderung

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Die beantragte Kreditsumme bei der KfW Bank muss mindestens mit dem Tilgungszuschuss übereinstimmen. Allerdings vergibt die KfW Bank die Kredite nicht unmittelbar an den Darlehensnehmer sondern ausschließlich über externe Kreditinstitute. Diese müssen dann für die Bonität des Kreditnehmers haften und tragen somit das Risiko. Viele Banken scheuen aufgrund mangelnder Erfahrung mit der Finanzierung von Batteriesystemen oder des hohen Bearbeitungsaufwandes  für relativ niedrige Kreditsummen die Kreditvergabe.

Ob sich die KfW-Förderung lohnt, hängt zudem vom gewährten Sollzins ab. Diesen weist die KfW Bank je nach gewünschter Laufzeit, Zinsbindung und tilgungsfreier Zeit zu. Bei einer Laufzeit von 5 Jahren, einem Jahr tilgungsfreier Anlaufzeit und einer Zinsbindung von ebenfalls 5 Jahren liegt der Sollzins in Gruppe B bei 1,5 %, in Gruppe D hingegen bereits bei 2,3 %. Beträgt die Kreditsumme 5.000 EUR kostet der Kredit den Kreditnehmer in Gruppe D 140 € mehr Zinsen als in Gruppe B.
Vor der Beantragung der KfW-Förderung sollten sich Interessenten genau informieren, ob sich dieser Schritt wirklich lohnt.

Tipp: Stromspeicher nutzen, der ohne Förderung wirtschaftlich ist

Entscheiden Sie sich einfach für einen Speicher, der auch ohne Förderung wirtschaftlich ist - wie den SOLARWATT MyReserve.
Ein typischer Haushalt mit einem durchschnittlichen Jahresstrombedarf von 4.000 kWh/Jahr kann die Stromrechnung mit dem Paket Store halbieren. Das rechnet sich - gerade im Hinblick auf die 30-jährige Garantie auf SOLARWATT Photovoltaikmodule und einer erwarteten Lebensdauer von 15 Jahren für den MyReserve Speicher.

Speicherförderung des Freistaats Sachsen

Die Speicherförderung der Sächsischen Aufbaubank SAB läuft geknüpft an unterschiedliche Voraussetzungen seit 2013. Seit dieser Zeit wurden bereits einige hundert Stromspeicher in Sachsen installiert. Das aktuelle Modellvorhaben richtet sich mit verstärkter Förderung an Interessenten, die einen Ladepunkt für Elektrofahrzeuge haben werden. Die Förderung verfolgt den Zweck der Einführung von innovativen Energietechniken im privaten, öffentlichen und im gewerblichen Bereich.

Förderfähig sind bis zu 50 % der zuwendungsfähigen Ausgaben. Die Zuwendung kann bei Modellvorhaben maximal 50.000 EUR bzw. 40.000 EUR für konventionelle Speicher betragen. Gefördert werden Investitionen in Anlagen zur Speicherung elektrischer Energie, wie der Stromspeicher MyReserve, Investitionen in Mess- und Steuereinrichtungen, wie der SOLARWATT EnergyManager, und Ingenieur- und Planungsleistungen. Letztere sind auf maximal 10 % der gesamten förderfähigen Investitionssumme begrenzt.

Systeme, die eine minimal nutzbare Kapazität von 2 kWh haben und über eine Wirkleistungsbegrenzung der PV-Anlage am Netzeinspeisepunkt 50 % verfügen, erfüllen die Rahmenbedingungen der Speicherförderung. Diese Rahmenbedingungen werden durch SOLARWATT mit der statischen Abregelung am Wechselrichter sowie durch die dynamische Abregelung über den EnergyManager auf 50 % erfüllt.

Weitere Informationen zum Förderprogramm finden Sie hier. Das Merkblatt können Sie hier herunterladen.

Förderprogramm für Stromspeicher in Baden-Württemberg  

Die Anschaffung von Photovoltaik-Speichern wird bis Ende 2019 in Baden-Württemberg mit einem eigenen Förderprogramm unterstützt. Das Volumen beträgt gut zwei Millionen Euro. Damit soll sich die Investition in umweltfreundlichen Solarstrom für die Verbraucher wieder stärker lohnen. Ziel der Solaroffensive der Landesregierung ist der weitere Ausbau des Photovoltaiksektors im privaten aber auch im gewerblichen Bereich. Ab sofort sind Antragstellungen bei der L-Bank, der Förderbank des Landes, möglich.

Netzdienliche Speicher in Verbindung mit einer neuen Photovoltaik-Anlage sollen gefördert werden. Bis zu 30 Prozent der Nettoinvestitionskosten können beantragt werden. Bis zu 30 Kilowatt Nennleistung gibt es einen Zuschuss von 300 Euro pro Kilowattstunde. Größere Speicher können mit 400 EUR pro Kilowattstunde gefördert werden. Prognosebasierte Batteriemanagementsysteme werden zusätzlich mit einem Bonus unterstützt. MyReserve mit unserem intelligenten Batteriemanagement kann aktuell mit einer Gesamtkapazität von 60 kWh installiert werden.

Voraussetzung für die Förderung ist ein Eigenverbrauch von 40 % des produzierten Solarstroms. Bei kleinen Batteriesystemen soll eine Kombination mit der KfW-Förderung möglich sein. Ziel der Speicherförderung ist es, Investitionen in Photovoltaikanlagen wieder attraktiv zu machen.

Pro Vorhaben sei eine Förderung bis zu 7500 EUR möglich.  600 EUR würden immer gezahlt. Schnell sein lohnt sich, da auch die Förderung 2019 bis zu einem Drittel geringer ausfallen wird.

Weitere Informationen finden Sie hier.