Photovoltaikanlage erweitern und individuellen Bedürfnissen anpassen

Wenn der Stromverbrauch steigt, kann es sinnvoll sein, eine bestehende Photovoltaikanlage zu erweitern. Damit sich die Investition lohnt, sollte der Eigenverbrauch optimiert werden. Erhalten Sie hier einen Überblick und Hinweise für die Umsetzung.
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27.10.2022
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    Photovoltaikanlage erweitern: Wann lohnt es sich?

    Erzeugt Ihre Photovoltaikanlage nicht mehr genügend Solarstrom, um Ihren Bedarf zu decken, können Sie sie um zusätzliche Solarmodule erweitern. Voraussetzung ist, dass genügend Dachfläche oder Alternativen wie ein Carport zur Verfügung stehen. Ob sich die Erweiterung einer PV-Anlage lohnt, sollte individuell berechnet werden. Hier erhalten Sie einen Überblick und wichtige Hinweise zur Umsetzung.

    Photovoltaikanlage erweitern

    Wann ist es grundsätzlich sinnvoll, eine PV-Anlage zu erweitern?

    Obwohl beim Kauf einer hochwertigen Photovoltaikanlage Größe, Anzahl der Module und damit einhergehend die Leistung der Anlage genau berechnet werden, kann es im Verlauf der Nutzung notwendig werden, die Photovoltaikanlage zu erweitern. Gründe dafür sind meist Familienzuwachs, die Anschaffung zusätzlicher Haushaltsgeräte oder Großverbraucher – etwa einer Wärmepumpe oder eines Elektroautos

    Mit zusätzlichen Solarmodulen kann der Eigenverbrauch von kostenlosem Solarstrom weiter gesteigert und die Energiekosten können nachhaltig gesenkt werden. Je mehr Solarstrom im eigenen Haus verbraucht wird, desto weniger teurer Netzstrom muss hinzugekauft werden. Ein positiver Nebeneffekt ist außerdem die wachsende Unabhängigkeit (sogenannte Autarkie) vom Energieversorger. 

    Es kommen diverse Möglichkeiten in Betracht, um eine Solaranlage zu erweitern: 

    • Zusätzliche Solarmodule können auf dem Hausdach angebracht werden, sofern genügend Dachfläche zur Verfügung steht.
    • Auf Nebengebäuden wie Garagen, Carports oder Gartenhäusern lassen sich ebenfalls Solarmodule installieren. Je nach Ausrichtung kann Photovoltaik auf Flachdächern sehr vorteilhaft sein. Zu beachten ist hier jedoch, ob die Dächer ausreichend tragfähig sind. 
    • Transparente Solarmodule eignen sich für die Überdachung oder Verkleidung von Terrassen und Wintergärten. 
    • Auch Photovoltaik-Fassaden bieten Potenzial. Die Ausrichtung ist hier in der Regel weniger günstig, was zu einem geringeren Ertrag führt, dafür stehen häufig große, ansonsten ungenutzte Flächen zur Verfügung. 

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    Lohnt sich die Erweiterung der PV-Anlage?

    Ob es sich auszahlt, eine bestehende PV-Anlage zu erweitern, muss individuell ermittelt werden. Das Ziel sollte es wie bei der Neuanschaffung einer Photovoltaikanlage sein, dass die Investition sich über die Lebensdauer der Anlage amortisiert und über diesen Zeitraum hinaus günstiger Solarstrom produziert werden kann. Die Voraussetzungen dafür sind vor allem bei einem hohen Eigenverbrauch gegeben. 

    Der Eigenverbrauch des Solarstroms ist deshalb so wichtig, weil die Einspeisevergütung für nicht selbst genutzten Solarstrom in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken ist. Bei tendenziell steigenden Stromkosten bedeutet das: Je höher der Eigenverbrauch, desto größer die Ersparnis und desto schneller amortisiert sich die (erweiterte) Photovoltaikanlage.

    Um einen möglichst hohen Eigenverbrauch zu realisieren, muss die Photovoltaikanlage richtig dimensioniert werden. Eine erste Orientierung bietet Ihnen unser Photovoltaikrechner. Die genaue Berechnung übernimmt jedoch eine Fachkraft für Solartechnik (auch Solarteur genannt). Durch den Einsatz eines Stromspeichers und eines Energiemanagementsystems lässt sich der Eigenverbrauch weiter steigern. 

    Photovoltaikanlage mit einem Stromspeicher erweitern

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    Photovoltaikanlage mit einem Stromspeicher erweitern

    Photovoltaikanlagen liefern grundsätzlich während der sonnigen Mittagsstunden am meisten Strom. In vielen Haushalten wird jedoch Strom gerade dann benötigt, wenn die Sonne nicht oder weniger scheint, also etwa am Morgen oder am Abend, wenn Berufstätige nach Hause zurückkehren. Soll nach der Arbeit noch ein E-Auto aufgeladen oder die Wohnung mithilfe einer Wärmepumpe geheizt werden, hilft ein Stromspeicher dabei, möglichst viel vom selbst erzeugten Solarstrom auch selbst zu nutzen.

    Beim Erweitern einer Solaranlage lohnt es sich besonders, über die Installation eines Stromspeichers nachzudenken. Erzeugt die Anlage nämlich nach der Erweiterung bedeutend mehr Strom, als während der Mittagsstunden verbraucht werden kann, verhindert ein Speicher, dass dieser Solarstrom gegen die geringe Einspeisevergütung an den Stromversorger verkauft werden muss. Seit 2011 liegt die Einspeisevergütung deutlich unter dem Strompreis, weshalb die Nachrüstung eines Stromspeichers vor allem dann interessant ist, wenn die Anlage nach 2011 in Betrieb genommen wurde.

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    PV-Anlage erweitern und mit Energiemanagement effizienter nutzen

    PV-Anlage erweitern und mit Energiemanagement effizienter nutzen

    Ein intelligentes Energiemanagementsystem trägt ebenfalls dazu bei, den Eigenverbrauch zu steigern und so langfristig die Energiekosten zu senken. Mittels eines Energiemanagementsystems ist es möglich, zu bestimmten Zeiten am Tag ausgewählte Verbraucher zuzuschalten. So können beispielsweise Geräte mit hohem Stromverbrauch (die Wallbox fürs E-Auto, Geschirrspüler, Waschmaschine etc.) während der Mittagsstunden automatisch zugeschaltet werden, auch wenn niemand zu Hause ist.

    Ein weiterer Vorteil eines solchen Systems: Es bietet einen umfassenden Überblick über den Stromverbrauch einzelner Haushaltsgeräte und anderer Verbraucher. So lassen sich „Energiefresser“ aufspüren. Außerdem wird die Stromerzeugung der Photovoltaikanlage überwacht, sodass eine eventuell nachlassende Leistung schnell bemerkt wird. So helfen Energiemanagementsysteme, die Energiebilanz und die Versorgungssicherheit zu verbessern.

    Intelligentes Energiemanagement zur effektiven Nutzung von Solarstrom bietet Ihnen der SOLARWATT Manager. Er steuert und optimiert den Eigenverbrauch und informiert per App über die Systeme im Haus.
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    Was kostet es, eine Photovoltaikanlage zu erweitern?

    Die hauptsächlichen Kosten für die Erweiterung einer PV-Anlage fallen für die zusätzlichen Solarmodule an. In Ihre Kalkulation sollten außerdem folgende Kosten einfließen:

    • Verkabelung und weitere technische Komponenten
    • ein neuer Wechselrichter, sofern sich durch die zusätzlichen Solarmodule die Eingangsspannung so stark erhöht, dass der bisherige Wechselrichter nicht mehr ausreicht
    • Montage inklusive Baugerüst, sofern notwendig
    • Stromspeicher
    • Energiemanagementsystem
    • eventuell geringfügig höhere Kosten für Reinigung und Wartung

    Photovoltaikanlage erweitern – oder eine Neuanlage anmelden? 

    Innerhalb der ersten 12 Monate nach Inbetriebnahme ist es reicht einfach, eine Photovoltaikanlage zu erweitern. Sofern sich die neuen Bestandteile auf demselben Grundstück oder Gebäude befinden, gehören sie zu der bestehenden Anlage und werden somit tatsächlich als eine Erweiterung der PV-Anlage gewertet. Als Beginn der 12-Monats-Frist gilt der erste Betriebsmonat der bisherigen Anlage. Das bedeutet, bei Einspeisung von überschüssigem Strom ins Netz wird die einmal vereinbarte Einspeisevergütung erzielt. 

    Eine bestehende PV-Anlage zu erweitern, führt nach Ablauf der 12 Monate dazu, dass die Erweiterung als Neuanlage gilt. Das wirkt sich auf die vereinbarte Einspeisevergütung aus, die für die Neuanlage zum Zeitpunkt ihrer Inbetriebnahme festgelegt wird – und dadurch in der Regel deutlich geringer ausfällt. Da das Ziel aber ohnehin sein sollte, einen möglichst hohen Eigenverbrauch zu erreichen, ist der daraus entstehende Nachteil zu vernachlässigen. Zu beachten ist aber, dass für die unterschiedlichen Module dann unterschiedliche Sätze gelten, was die Berechnung des Gewinns etwas komplizierter macht. 

    Wichtig: Egal ob Erweiterung oder Neuanlage, die Veränderung der Photovoltaikanlage muss im Marktstammdatenregister angemeldet werden

    Was Sie beachten sollten, wenn Sie Ihre PV-Anlage erweitern

    Es gibt einige Dinge, die sorgfältig geprüft werden sollten, bevor Sie eine bestehende Solaranlage erweitern. Insbesondere müssen die baulichen Anforderungen vollständig neu geprüft werden: Reicht die Tragfähigkeit des Dachs auch für das veränderte Gewicht aus? Ist der Wechselrichter leistungsstark genug? Sind die neuen Module mit den bisherigen kompatibel (idealerweise baugleich)? Bei der Ergänzung einer Teilanlage, zum Beispiel auf dem Dach eines Carports, ist zu beachten, dass in der Regel ein zweiter Wechselrichter benötigt wird. 

    Auch bei einer Erweiterung lohnt es sich in jedem Fall, Fördermöglichkeiten für die Photovoltaikanlage zu prüfen, insbesondere wenn ein Stromspeicher installiert werden soll. 

    Nicht zuletzt gilt: Ist der Grund für die Erweiterung der PV-Anlage eine nachlassende Leistung, sollte zunächst geprüft werden, ob diese behoben werden kann. Ein Fachbetrieb begutachtet dazu die bestehende Anlage und überprüft die Solarmodule. Anhand von Messungen kann beurteilt werden, ob eine Wartung die Leistungseinbußen beheben kann oder ob es sich um eine natürliche Alterserscheinung (sogenannte Degradation) der Solarmodule handelt.

    Achtung: Es ist nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) nicht erlaubt, einzelne Solarmodule auszutauschen, wenn diese an sich funktionstüchtig sind. Neue Module müssen vielmehr als neue PV-Anlage angemeldet werden, gegebenenfalls mit den oben erwähnten Auswirkungen auf die Einspeisevergütung. 

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