Solarzaun

Ein Solarzaun ist eine gute Option, eine Photovoltaikanlage zu betreiben, wenn die vorhandene Dachfläche ungeeignet, bereits belegt oder nicht ausreichend groß ist. Ob sich ein PV-Zaun technisch und wirtschaftlich eignet, hängt vor allem von Ausrichtung, Verschattung, Stromverbrauch und den Kosten im Vergleich zu einem herkömmlichen Zaun ab.

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ertrag: Zaunlänge, Ausrichtung und Verschattung bestimmen, wie viel Strom erzeugt wird.
    • Wirtschaftlichkeit: Entscheidend sind die Mehrkosten gegenüber einem normalen Zaun und wie viel Solarstrom direkt genutzt wird.
    • Erzeugungsprofil: Ein PV-Zaun liefert häufig weniger Jahresertrag als eine optimale Dachanlage, dafür vergleichsweise viel Strom morgens und abends.
    • Vorgaben: Genehmigung und technische Anforderungen müssen für den jeweiligen Standort geprüft werden.
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    Wann lohnt sich ein PV-Zaun?

    Ob sich ein PV-Zaun wirtschaftlich lohnt, lässt sich nicht pauschal beantworten. Entscheidend sind Investitionskosten, Jahresertrag, Eigenverbrauch, Strompreis und Einspeisevergütung. Die folgende vereinfachte Beispielrechnung zeigt, wie sich diese Faktoren auf die Amortisationszeit auswirken.

    Solarzaun
    PositionBeispielwert
    Zaunlänge20 m
    Systemleistungca. 5 kWp
    Investitionskosten12.000 € (600 €/m)
    Jahresertragca. 3.750 kWh
    Eigenverbrauch60% (2.250 kWh)
    Einspeisung40% (1.500 kWh)
    Jährliche Ersparnis2.250 kWh × 0,35 € = 788 €
    Jährliche Einspeisevergütung1.500 kWh × 0,0619 € = 93 €
    Gesamtnutzen pro Jahr881 €
    Amortisationszeit12.000 € ÷ 881 €/Jahr ≈ 13,6 Jahre

    Hinweis: Die Berechnung ist ein vereinfachtes Beispiel. Finanzierungskosten, Wartung, mögliche Reparaturen, Leistungsabnahme und ein späterer Wechselrichtertausch sind nicht berücksichtigt.

    Fazit:

    Die typische Amortisationszeit eines Solarzauns kann zwischen 8 und 15 Jahren betragen. Das ist abhängig vom Strompreis, dem Eigenverbrauchsanteil und den Investitionskosten. Die Lebensdauer der Anlage beträgt häufig 25 bis über 30 Jahre, das heißt, es ist mit 10 bis 20 Jahren Gewinn zu rechnen.

    Solarzaun im Vergleich: Dachanlage, Fassaden-PV oder Balkonkraftwerk?

    Welche Photovoltaiklösung am besten geeignet ist, hängt von den verfügbaren Flächen, der Verschattung und dem gewünschten Ertrag ab. Ist eine große, unverschattete und tragfähige Dachfläche vorhanden, erzielt eine Dachanlage meist den höchsten Jahresertrag. Ein Solarzaun spielt seine Vorteile vor allem dann aus, wenn das Dach ungeeignet oder bereits belegt ist und zugleich eine Grundstücksbegrenzung benötigt wird.

     

    LösungBesonders geeignet, wennZentrale Einschränkung
    Solarzaunein Zaun benötigt wird, das Dach ungeeignet oder bereits belegt ist und eine längere, unverschattete Grundstücksgrenze zur Verfügung stehtgeringerer Jahresertrag als bei einer optimalen Dachanlage; stark von Zaunverlauf und Verschattung abhängig
    Dachanlageeine große, tragfähige und möglichst unverschattete Dachfläche vorhanden ist und ein hoher Jahresertrag erzielt werden sollnicht jedes Dach ist statisch, technisch oder aufgrund seiner Ausrichtung geeignet
    Fassaden-PVfreie Fassadenflächen genutzt werden sollen und Dach- oder Grundstücksflächen nicht zur Verfügung stehenmeist geringerer Jahresertrag; Montage, Verschattung und Gestaltung der Fassade müssen berücksichtigt werden
    Balkonkraftwerkeine kostengünstige und einfach umsetzbare Einstiegslösung gesucht wirdbegrenzte Leistung und deutlich geringerer Gesamtertrag

     

    Faustregel: Eine geeignete Dachfläche ist in der Regel die wirtschaftlichste Lösung. Als Alternative kommt ein Solarzaun vor allem dann infrage, wenn das Dach ungeeignet oder nicht nutzbar ist. Er bietet sich zudem an, wenn die Dachfläche bereits vollständig belegt ist und zusätzliche PV-Leistung oder mehr Solarstrom am Morgen und Abend gewünscht wird. Für einen günstigen Einstieg mit wenigen Modulen eignet sich dagegen ein Balkonkraftwerk.

    Für wen ist ein Solarzaun sinnvoll?

    Solarzaun

    Für wen ist ein Solarzaun sinnvoll?

    Eine freie Grundstücksgrenze allein macht noch keine geeignete PV‑Fläche. Solarzaun, Standort und Stromverbrauch müssen zusammenpassen.

    Besonders interessant ist ein Solarzaun für:

    • Eigentümer, die ohnehin einen neuen Zaun oder Sichtschutz benötigen und die Fläche doppelt nutzen möchten.
    • Haushalte mit ungeeignetem oder bereits vollständig belegtem Dach, die zusätzliche PV-Leistung installieren wollen.
    • Haushalte mit hohem Stromverbrauch am Morgen und Abend, sofern Ausrichtung und Modultechnik ein entsprechendes Erzeugungsprofil ermöglichen.
    • Gewerbe- und Landwirtschaftsbetriebe mit langen, unverschatteten Grundstücksgrenzen, die den erzeugten Strom direkt vor Ort nutzen können.

    Weniger geeignet ist ein PV-Zaun bei kurzen oder stark verschatteten Zaunabschnitten. Ist jedoch eine große, unverschattete Dachfläche vorhanden und steht ein möglichst hoher Ertrag pro investiertem Euro im Vordergrund, ist eine Dachanlage meist die bessere Wahl.

    Wie viel Strom erzeugt ein Solarzaun?

    Ertrag pro Meter Solarzaun

    Der Ertrag pro Meter kann nur ganz pauschal als Orientierungswert gegeben werden. Gründe dafür sind die bereits erwähnte Ausrichtung, die Verschattung, die Art der Module, und alle weiteren Störfaktoren, die bereits erwähnt wurden. 

    Neben der Art des Moduls (also Mono- oder Bifazial) sind auch die Größe der einzelnen Module und die Zaunhöhe wichtig. Typische Modulformate für Solarzäune sind 1,7 m x 1 m und 1 m x 0,55 m. Pro Meter Zaunlänge sind 0,2 bis 0,4 kWp möglich.

    Beispielrechnung:

    Bei einem Solarzaun mit 1,7 m Höhe und einer Länge von 10 Metern, sind 6 Module mit je 400 Wp in Ost-West-Ausrichtung angebracht. Der Zaun befindet sich in Süddeutschland, es herrscht wenig Verschattung und die bifazialen Module profitieren von der Reflektion von hellem Kies auf dem Boden.

    Ertrag: 2,4 kWp × ca. 700–750 kWh/kWp ≈ 1.680–1.800 kWh/Jahr

    Pro Meter: ca. 168–180 kWh/m/Jahr

    Einflussfaktoren

    • Zaunlänge und Anzahl der Module: Je länger der Zaun, desto mehr Solarpaneele können an dem Zaun angebracht werden.
    • Modulleistung und Wirkungsgrad: Der Wirkungsgrad eines Solarmoduls beschreibt, wie viel der einfallenden Sonnenenergie tatsächlich umgewandelt wird. Je höher der Wirkungsgrad, desto effizienter arbeitet das  Modul.
    • Ausrichtung und Standort: Eine Ost-West-Ausrichtung erzielt einen gleichmäßigen Energieertrag, während eine Südausrichtung mehr Gesamtertrag fördert. Zudem gibt es in Süddeutschland meist 10 bis 20 % mehr Ertrag als in Norddeutschland. Gerade beim bifazialen System spielt auch der Untergrund eine Rolle, da ein heller Boden das Licht besser auf die Module zurück reflektiert.
    • Verschattung und Rückseite: Schon 10 % Verschattung können bis zu 20 % Leistungsverlust verursachen. Die Rückseite von bifazialen Modulen muss hindernisfrei sein, damit die UV-Strahlen eine gute Chance haben, auf die Solarzellen zu treffen.
    • Monofaziale und bifaziale Module: Bei günstigeren monofazialen Modulen sammelt nur die Vorderseite Sonnenenergie. Bei den teureren bifazialen Modulen auch die Rückseite.
    • Vertikale Montage: Vertikale Module erzielen häufig weniger Jahresertrag als optimal geneigte Südanlagen, allerdings ist der Winterertrag deutlich besser. Zudem kommt es bei vertikalen Modulen zu geringerer Schneebedeckung und einer besseren Selbstreinigung bei Regen.

    Die Einflussfaktoren verdeutlichen, wie wichtig eine individuelle Ertragssimulation ist. Hier können alle Gegebenheiten betrachtet werden und eine realistische Preisspanne und Amortisationszeit für einen Solarzaun berechnet werden.

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    Was kostet ein Solarzaun pro Meter?

    Ein allgemeingültiger Meterpreis lässt sich für Solarzäune nicht angeben. Entscheidend ist, ob lediglich PV-Module an einem bestehenden Zaun nachgerüstet werden oder ein vollständiger Solarzaun mit Pfosten, Fundament, Wechselrichter und Montage entsteht.

    Aktuelle Produktbeispiele verdeutlichen die Unterschiede:

    • Ein Nachrüst-Komplettset mit 920 W für einen vorhandenen Stabgitterzaun ist ab etwa 379 Euro erhältlich. Ein neuer Zaun und Fundamente sind dabei nicht enthalten.
    • Ein 3,75 Meter langer Solarzaun mit zwei Modulen und 800-VA-Wechselrichter kostet rund 919 Euro beziehungsweise etwa 245 Euro pro Meter. Befestigungsmaterial für das Fundament und gegebenenfalls zusätzliche Kabel kommen hinzu.
    • Ein 1,14 Meter breites Solarzaunelement mit einem 430-W-Modul kostet rund 550 Euro. Pfosten, Verankerung und elektrische Installation werden separat berechnet.

    Stand: September 2026. Die genannten Produktpreise sind Momentaufnahmen und können sich ändern.

     

    Die Beispiele zeigen: Produktpreise von etwa 245 bis 480 Euro pro Meter sind möglich, beziehen sich aber nur auf den jeweils genannten Lieferumfang. Ein vollständig montierter und elektrisch angeschlossener Solarzaun kann deutlich teurer ausfallen.

    Welche Kosten müssen berücksichtigt werden?

     

    KostenpositionDarauf sollten Sie achten
    Zaunelemente und ModuleAnzahl, Leistung, Modultechnik, Pfosten und Befestigungsmaterial
    Fundament und ErdarbeitenBodenbeschaffenheit, Zaunhöhe, Windlast und Zugänglichkeit
    Elektrische InstallationWechselrichter, Kabel, Schutztechnik und Anschluss durch den Fachbetrieb
    Planung und StatikErtragssimulation, Anlagenplanung und gegebenenfalls Standsicherheitsnachweis
    Lieferung und MontageTransport, Aufbau und mögliche Zusatzarbeiten auf dem Grundstück
    Optionaler BatteriespeicherSeparater Anlagenpreis, der nicht sinnvoll auf den Zaunmeter umgelegt werden kann

     

    Wichtig für die Wirtschaftlichkeit: Wird ohnehin ein neuer Zaun benötigt, sollten nicht die gesamten Investitionskosten, sondern vor allem die Mehrkosten gegenüber einem vergleichbaren herkömmlichen Zaun betrachtet werden. Angebote lassen sich nur sinnvoll vergleichen, wenn Fundament, Wechselrichter, Elektroinstallation, Montage und Netzanschlussverfahren jeweils im gleichen Umfang enthalten sind.

    Welche Ausrichtung und welcher Standort sind geeignet?

    Vergleich der Ausrichtung von Solarzäunen: Nord-Süd vs. Ost-West.

    Der wichtigste Unterschied zuerst: Zaunverlauf und Modulausrichtung sind nicht dasselbe. Ein von Norden nach Süden verlaufender Zaun besitzt Modulflächen, die nach Osten und Westen zeigen. Verläuft der Zaun von Osten nach Westen, sind seine Modulflächen dagegen nach Norden und Süden ausgerichtet.

    Ob ein Standort geeignet ist, hängt vor allem vom Schattenverlauf ab. Gebäude, Bäume und Hecken können den Ertrag insbesondere morgens, abends und im Winter deutlich reduzieren. Pauschale Mindestabstände reichen für die Beurteilung nicht aus, weil Länge und Richtung des Schattens von Höhe, Entfernung, Jahreszeit und Sonnenstand abhängen.

    Bei der Standortwahl kommt es daher auf vier Punkte an:

    • Sonneneinstrahlung: Die Modulflächen sollten über möglichst lange Zeit unverschattet bleiben.
    • Freie Rückseite: Bei bifazialen Modulen darf auch die Rückseite nicht dauerhaft durch Pflanzen, Mauern oder andere Hindernisse verdeckt werden.
    • Gute Erreichbarkeit: Für Sichtkontrollen, Reinigung und mögliche Reparaturen sollte der Zaun von beiden Seiten zugänglich sein.
    • Geschützter Standort: Ausreichend Abstand zu Fahrzeugen, Lagerflächen und Spielbereichen senkt das Risiko von Beschädigungen.

    Bei einem Nord-Süd-Verlauf zeigen die Modulflächen nach Osten und Westen. Bifaziale Module können dadurch morgens Licht auf der Ostseite und nachmittags beziehungsweise abends auf der Westseite nutzen. Statt einer ausgeprägten Mittagsspitze entsteht häufig ein gleichmäßigeres Erzeugungsprofil mit zwei Leistungsspitzen.

    Diese Variante kann gut zu Haushalten passen, die vor allem morgens und abends Strom verbrauchen. Wie hoch Eigenverbrauch und Jahresertrag tatsächlich ausfallen, hängt jedoch zusätzlich von Standort, Verschattung, Strombedarf und einem möglichen Batteriespeicher ab.

    Bei einem Ost-West-Verlauf zeigen die Modulflächen nach Norden und Süden. Wird ein monofaziales Modul mit seiner aktiven Seite nach Süden montiert, liegt der Schwerpunkt der Stromerzeugung meist um die Mittagszeit.

    An vielen Standorten kann diese Ausrichtung einen höheren Jahresertrag als eine Ost-West-Modulausrichtung erzielen. Gleichzeitig entsteht eher ein Stromüberschuss am Mittag, wenn im Haushalt wenig Energie benötigt wird. Ein Batteriespeicher, eine Wärmepumpe oder eine Wallbox können dabei helfen, diesen Solarstrom besser zu nutzen.

    Vertikal montierte Module können die tief stehende Wintersonne vergleichsweise gut nutzen. Außerdem bleibt Schnee auf senkrechten Flächen seltener liegen als auf flach geneigten Modulen.

    Das bedeutet jedoch nicht automatisch einen höheren Winterertrag. Gerade in dieser Jahreszeit werfen Gebäude, Bäume und Hecken besonders lange Schatten. Deshalb sollte eine Ertragssimulation nicht nur die Sommermonate, sondern ausdrücklich auch den winterlichen Schattenverlauf berücksichtigen.

    Kurz gesagt: Welche Ausrichtung besser geeignet ist, entscheidet nicht allein die Himmelsrichtung. Maßgeblich sind der konkrete Zaunverlauf, die Verschattung, die Modultechnik und der Zeitpunkt des Stromverbrauchs.

    Welche Vor- und Nachteile hat ein Solarzaun?

    Ein Solarzaun erschließt Grundstücksgrenzen für die Stromerzeugung und kann gleichzeitig einen klassischen Zaun oder Sichtschutz ersetzen. Ob diese Doppelnutzung sinnvoll ist?

     

    VorteileNachteile
    Doppelte Flächennutzung: Der Zaun begrenzt das Grundstück und erzeugt gleichzeitig Solarstrom.Abhängigkeit von Verschattung: Gebäude, Bäume, Hecken und Bewuchs können Vorder- und Rückseite der Module verschatten.
    Alternative oder Ergänzung: Ein Solarzaun nutzt zusätzliche PV-Flächen, wenn das Dach ungeeignet oder bereits vollständig belegt ist.Häufig geringerer Jahresertrag: Vertikale Module erzeugen meist weniger Strom als eine optimal geneigte, unverschattete Dachanlage.
    Strom morgens und abends: Bei einem Nord-Süd-Zaun mit nach Osten und Westen gerichteten Modulflächen verteilt sich die Stromerzeugung gleichmäßiger über den Tag.Aufwendige Fundamentierung: Senkrechte Module bieten dem Wind eine große Angriffsfläche und benötigen eine standsichere Unterkonstruktion.
    Günstiges saisonales Profil: Vertikale Module können tief stehende Sonne vergleichsweise gut nutzen und bleiben häufiger schneefrei.Freie Modulflächen erforderlich: Besonders bei bifazialen Modulen dürfen Pflanzen, Mauern oder Gegenstände die Rückseite nicht dauerhaft verdecken.
    Gute Erreichbarkeit: Sichtkontrollen, Reinigung und der Austausch einzelner Module sind größtenteils ohne Arbeiten auf dem Dach möglich.Höheres Beschädigungsrisiko: Auf Zaunhöhe sind die Module leichter durch Fahrzeuge, Gartengeräte, spielende Kinder oder Vandalismus erreichbar.

     

    Unterm Strich: Ein Solarzaun spielt seine Vorteile vor allem dann aus, wenn ohnehin eine Grundstücksbegrenzung benötigt wird und der Zaun weitgehend unverschattet bleibt. Ist dagegen eine gut nutzbare Dachfläche vorhanden und steht ein möglichst hoher Ertrag pro investiertem Euro im Vordergrund, ist die Dachanlage häufig die wirtschaftlichere Lösung.

    Braucht ein Solarzaun eine Baugenehmigung?

    Ob ein Solarzaun eine Baugenehmigung benötigt, lässt sich nicht bundesweit einheitlich beantworten. Bauordnungsrecht ist Ländersache. Zusätzlich können der örtliche Bebauungsplan, kommunale Einfriedungs- oder Gestaltungssatzungen und das jeweilige Nachbarrecht Vorgaben enthalten.

    In vielen Landesbauordnungen sind Einfriedungen bis zu einer bestimmten Höhe verfahrensfrei, häufig bis etwa zwei Meter. Das bedeutet jedoch nur, dass kein reguläres Baugenehmigungsverfahren erforderlich ist. Abstandsregeln, zulässige Höhen, Vorgaben zur Gestaltung und andere öffentlich-rechtliche Anforderungen gelten trotzdem.

    Wichtig: Ein Solarzaun wird baurechtlich nicht automatisch überall wie ein gewöhnlicher Gartenzaun behandelt. Je nach Bauweise, Größe und Hauptfunktion kann die zuständige Behörde ihn als Einfriedung, eigenständige Photovoltaikanlage oder als Kombination aus beidem einordnen.

    Vor der Errichtung sollten deshalb insbesondere folgende Punkte geprüft werden:

    • zulässige Gesamthöhe einschließlich Module und Unterkonstruktion,
    • Abstand zur Grundstücksgrenze und zu öffentlichen Verkehrsflächen,
    • Vorgaben zu Material, Farbe, Transparenz oder Sichtschutz,
    • besondere Anforderungen im Außenbereich, in Schutzgebieten oder bei denkmalgeschützten Gebäuden und Ensembles.

    Praxistipp: Klären Sie die Anforderungen vor der Bestellung mit Ihrem zuständigen Bauamt. Eine einfache Skizze mit Standort, Zaunlänge, Gesamthöhe, Abstand zur Grenze und geplanter Bauweise erleichtert die Beurteilung. Bei einer Montage direkt auf der Grundstücksgrenze sollte zusätzlich geprüft werden, ob nachbarrechtliche Vorgaben oder eine Abstimmung mit Ihrem Nachbarn erforderlich sind.

    Muss ein Solarzaun angemeldet werden?

    Ja. Ein Solarzaun ist eine Photovoltaikanlage und muss innerhalb eines Monats nach der Inbetriebnahme im Marktstammdatenregister (MaStR) registriert werden. Wird zusammen mit dem Solarzaun ein Batteriespeicher installiert, ist dieser separat einzutragen.

    Bei einem regulären PV-Zaun muss der Netzanschluss außerdem vor der Inbetriebnahme mit dem zuständigen Netzbetreiber abgestimmt werden. Häufig übernimmt der beauftragte Fachbetrieb sowohl das Netzanschlussverfahren als auch die Registrierung im MaStR.

     

    Eine Ausnahme gilt für bestimmte Steckersolargeräte: 

    Beträgt die gesamte Modulleistung höchstens 2.000 W und die Wechselrichterleistung höchstens 800 VA, kann die separate Meldung beim Netzbetreiber entfallen. Voraussetzung ist unter anderem, dass für eingespeisten Überschussstrom keine Einspeisevergütung beansprucht wird. Die Registrierung im MaStR bleibt trotzdem verpflichtend; der Netzbetreiber erhält die Angaben anschließend automatisch von der Bundesnetzagentur.

    Wichtig: Ein Solarzaun mit maximal 800 VA Wechselrichterleistung gilt jedoch nicht automatisch als Steckersolargerät. Entscheidend sind die technische Ausführung, die Anschlussart und die übrigen gesetzlichen Voraussetzungen.

     

    Die wichtigsten Unterschiede im Überblick:

     

    MerkmalReguläre PV-Anlage (Solarzaun typisch)Steckerfertige Solaranlage (Balkonkraftwerk)
    LeistungsgrenzenKeine pauschale 800-VA-Grenze; reguläres NetzanschlussverfahrenMax. 2.000 W Modulleistung und 800 VA Wechselrichterleistung
    NetzbetreiberNetzanschluss vor der Inbetriebnahme abstimmenSeparate Anmeldung entfällt, wenn alle Voraussetzungen für Steckersolargeräte erfüllt sind
    MarktstammdatenregisterRegistrierung innerhalb eines Monats; Batteriespeicher separat anmeldenRegistrierung innerhalb eines Monats; Batteriespeicher separat anmelden
    Elektrischer AnschlussIn der Regel durch einen eingetragenen ElektrofachbetriebSelbstanschluss möglich, wenn Gerät und Anschluss die geltenden Anforderungen erfüllen
    EinspeisevergütungJe nach Einordnung der Anlage möglichIm vereinfachten Verfahren keine Einspeisevergütung („unentgeltliche Abnahme“)
    Solarzaun

    Wer darf den Solarzaun elektrisch anschließen?

    Für den Anschluss von Erzeugungsanlagen an das Niederspannungsnetz gelten die technischen Anforderungen der VDE-AR-N 4105:2026-03. Sie regelt unter anderem den Netz- und Anlagenschutz, die Messung sowie die erforderlichen technischen Nachweise.

    Bei einem regulären Solarzaun müssen Anschluss und Inbetriebnahme durch einen eingetragenen Elektrofachbetrieb erfolgen. Für normgerechte Steckersolargeräte gelten vereinfachte Anschlussregeln. Ob Erdung, Blitzschutz oder zusätzlicher Überspannungsschutz erforderlich sind, hängt von der Anlage und den Bedingungen vor Ort ab und sollte im Rahmen der elektrischen Planung geprüft werden.

    Kurz gesagt: Die Registrierung im MaStR ist immer erforderlich. Nur bei einem Steckersolargerät, das alle Voraussetzungen erfüllt, kann die separate Meldung beim Netzbetreiber entfallen.

    Kann man einen Solarzaun selbst bauen?

    Den mechanischen Aufbau können handwerklich erfahrene Eigentümer grundsätzlich selbst übernehmen. Am einfachsten gelingt das mit einem Komplettsystem, bei dem Module, Unterkonstruktion und Wechselrichter aufeinander abgestimmt sind.

     

    Entscheidend ist die Standsicherheit: 

    Senkrechte Solarmodule bieten dem Wind eine große Angriffsfläche. Die Ausführung des Fundaments hängt deshalb von Zaunhöhe, Bodenbeschaffenheit, Frostbedingungen und Windzone ab. Eine Tiefe von 80 cm ist lediglich ein Orientierungswert. Die Windlasten werden nach DIN EN 1991-1-4 ermittelt. Bei schwierigen Böden oder windreichen Standorten empfiehlt sich eine statische Prüfung.

    Kabel und Steckverbindungen müssen für den Außenbereich geeignet und vor Feuchtigkeit sowie Beschädigungen geschützt sein. Ob Erdung, Potenzialausgleich oder Überspannungsschutz erforderlich sind, sollte eine Elektrofachkraft beurteilen.

    Wichtig: Nicht jede Anlage bis 800 VA darf automatisch selbst angeschlossen werden. Der Selbstanschluss ist nur bei geeigneten Steckersolargeräten und einer passenden Elektroinstallation möglich. Fest angeschlossene Anlagen gehören in die Hände eines Fachbetriebs. Die Registrierung im Marktstammdatenregister bleibt verpflichtend.

    Lohnt sich ein Batteriespeicher für einen Solarzaun?

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    Lohnt sich ein Batteriespeicher für einen Solarzaun?

    Ein Batteriespeicher macht überschüssigen Solarstrom am Abend oder in der Nacht nutzbar. Dadurch steigen Eigenverbrauch und Unabhängigkeit vom Stromnetz.

    Notwendig ist er jedoch nicht immer. Ein Ost-West-Solarzaun erzeugt vergleichsweise gleichmäßig morgens und nachmittags Strom. Passt dieses Profil zum Verbrauch, bleibt möglicherweise nur wenig Überschuss zum Speichern.

    Die Speichergröße sollte deshalb auf PV-Leistung und Stromverbrauch abgestimmt werden. Als grobe Obergrenze empfiehlt die HTW Berlin jeweils höchstens 1,5 kWh nutzbare Kapazität pro 1 kWp PV-Leistung und pro 1.000 kWh Jahresstromverbrauch. Ein zu großer Speicher wird selten vollständig genutzt und verschlechtert häufig die Wirtschaftlichkeit.

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    Wie lassen sich Solarzaun, Energiemanagement, Wärmepumpe und E-Auto verbinden?

    Ein Energiemanagementsystem erfasst Erzeugung und Verbrauch und steuert flexible Verbraucher bevorzugt dann, wenn ausreichend Solarstrom verfügbar ist. So können beispielsweise die Wallbox, eine kompatible Wärmepumpe, der Batteriespeicher oder die Warmwasserbereitung gezielt mit Solarstrom versorgt werden.

    Visualisierung eines intelligent vernetzten Energiesystems mit Photovoltaikanlage, Batteriespeicher, Wärmepumpe, Wallbox und Energiemanagement-App in einem Einfamilienhaus.
    Durch die intelligente Steuerung von PV-Anlage, Speicher, Wärmepumpe und Wallbox lässt sich der Eigenverbrauch von Solarstrom erhöhen und der Netzbezug reduzieren.

    Das erhöht den Eigenverbrauch und reduziert den Netzbezug. Wie groß der Effekt ausfällt, hängt von der Leistung des Solarzauns und dem Verbrauchsprofil ab. Bei Wärmepumpen ist außerdem zu beachten, dass der höchste Strombedarf im Winter entsteht, wenn insgesamt weniger Solarenergie verfügbar ist.

    Besonders effizient ist ein gemeinsam gesteuertes System aus PV-Anlage, Speicher und flexiblen Verbrauchern. Solarwatt bietet dafür einen integrierten Systemansatz.

    Fazit: Wann ist ein Solarzaun die richtige Wahl?

    Ein Solarzaun ist besonders dann sinnvoll, wenn ohnehin eine Grundstücksbegrenzung benötigt wird, keine geeignete Dachfläche verfügbar ist oder eine bestehende PV-Anlage erweitert werden soll.

    Gute Voraussetzungen sind eine ausreichende Zaunlänge, wenig Verschattung und ein Stromverbrauch, der zum Erzeugungsprofil passt. Weniger geeignet ist die Lösung bei starker Verschattung, schwierigen Bodenverhältnissen oder einer nur kurzen nutzbaren Zaunfläche.

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    Häufige Fragen zum Solarzaun

    Die Solarmodule eines Solarzauns wandeln Sonnenlicht in Gleichstrom um. Kabel führen den erzeugten Strom zu einem Wechselrichter, der ihn in haushaltsüblichen Wechselstrom umwandelt. Der Strom kann anschließend direkt im Haus genutzt, in einem Batteriespeicher gespeichert oder ins öffentliche Netz eingespeist werden.

    Häufig kommen bifaziale Module zum Einsatz, die Licht von beiden Seiten aufnehmen. Dadurch kann ein passend ausgerichteter PV-Zaun sowohl morgens als auch nachmittags Strom erzeugen. Wie hoch der tatsächliche Ertrag ausfällt, hängt vor allem von Zaunlänge, Ausrichtung, Verschattung und Modulleistung ab.

    Häufig nein. Das ist allerdings abhängig vom Bundesland und der Gemeinde. Solarzäune werden baurechtlich wie normale Einfriedungen behandelt. Meist sind Einfriedungen bis etwa 1,5–2 m Höhe erlaubt. 

    Bei besonderer Lage, dem Abstand zur Grundstücksgrenze oder höheren Zäunen kann eine Genehmigung benötigt werden.

    Die Kosten für einen Solarzaunmeter können nur mit großen Preisspannen angegeben werden, da der Preis stark variiert durch die Höhe, die Modulzahl, das Fundament und den Wechselrichter. 

    Standard-Komplettsysteme kosten etwa 600 bis 800 € pro Meter inklusive Montage. Nachrüstsysteme 350–500 €. Allein die Materialien für DIY-Bausätze sind schon für ca. 135–180 € pro Meter erhältlich.

    Die genauen Höhen hängen von Bundesland, Gemeinde und Bebauungsplan ab. Die meisten Regionen erlauben 1,80 m Höhe. Häufig werden auch 2 m toleriert.

    Ja, ein Solarzaun muss beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister (MaStR) angemeldet werden.

    Ja, bis zu 800 W Wechselrichterleistung ist kein Elektriker zwingend erforderlich. Viele Systeme sind direkt als DIY- oder Plug-and-Play-Systeme konzipiert. 

    Wichtig ist, auf korrekte Statik und ein stabiles Fundament zu achten. Die Kabelführung und Erdung müssen sicher sein.

    Ja, das ist auch möglich. Mit Nachrüstsystemen können Photovoltaik-Zaunelemente an bestehende Stabgitter- oder Lamellenzäune angebracht werden. 

    Voraussetzung dafür ist, dass der Zaun standfest genug ist und auch der zusätzlichen Windlast standhalten kann.

    Sofern alles richtig montiert ist, sind Sturm und Hagel in der Regel kein Problem. Schäden können auftreten, wenn durch einen Sturm Äste auf den Zaun fallen, oder bei Vandalismus. Das betrifft jedoch jede sichtbare Solaranlage. 

    Glas-Glas-Module sind besonders robust und sind je nach Standort eine Investition wert.

    Nein. Es ist möglich, einzelne Abschnitte auszutauschen, da Solarzäune modular aufgebaut sind.

    In der Theorie ist beides möglich, jedoch sollte zuvor einiges bedacht werden. Zur Erweiterung muss der Wechselrichter noch Kapazität freihaben, oder ebenfalls ausgetauscht werden. Auch die Installation der Kabel und Sicherung muss geprüft werden.

    Das Versetzen eines Solarzauns ist zwar technisch möglich, jedoch muss alles demontiert und neu installiert werden. Das bedeutet, Kabel müssen neu verlegt werden und Fundamente neu errichtet. Es stellt sich die Frage, ob diese Entscheidung auch wirtschaftlich sinnvoll ist.

    Ein bis zwei Mal im Jahr sollte eine Sichtkontrolle durchgeführt werden, bei der auf Verschmutzungen, Beschädigungen und Überwachsung durch Pflanzen geprüft wird. Der Wechselrichter muss gemäß Herstellerangaben regelmäßig überprüft werden.

    Zusätzlichen Aufwand haben Personen, deren Zaun beispielsweise neben einem sandigen Acker steht. Hier müssen die Paneele vermutlich häufiger gereinigt werden, als an anderen Standorten.

    Die Reinigung der Solarpaneele ist sehr einfach. Es wird einfach ein weiches Tuch oder ein Schwamm mit Wasser benutzt. Starke Reinigungsmittel oder gar scheuernde Mittel sollten nicht verwendet werden, damit die Paneele keinen Schaden erhalten. Ideal ist es, die Paneele nicht in der prallen Sonne zu putzen, sondern morgens oder abends.

    Die geplante Installation sollte vor Baubeginn mit der Gebäude- und Haftpflichtversicherung abgestimmt werden. Ob der Solarzaun bereits mitversichert ist oder eine zusätzliche Absicherung benötigt, hängt vom jeweiligen Vertrag ab.

    Wie auch bei der Versetzung des Zauns angesprochen, ist der Umzug mit einem Solarzaun zwar technisch möglich, jedoch selten wirtschaftlich sinnvoll. Stattdessen sollte beim Verkauf der Immobilie der Zaun explizit in den Kaufvertrag aufgenommen werden. Die PV-Anlage erhöht den Wert der Immobilie.