„Grüne Technologien sind die Wachstumsmotoren des 21. Jahrhunderts"

13.07.2022
BEE-Präsidentin Dr. Simone Peter besucht Solarwatt-Produktion in Dresden.

Am heutigen Mittwoch hat BEE-Präsidentin Dr. Simone Peter die hochmoderne Glas-Glas-Modulproduktion von Solarwatt in Dresden besucht und sich intensiv mit CEO Detlef Neuhaus und weiteren Gästen zu aktuellen Themen ausgetauscht.

Besprochen wurden unter anderem die aktuelle Situation der deutschen Solarindustrie, die Folgen der Verabschiedung des EEG-Osterpakets durch das Bundeskabinett sowie die Rolle Sachsens als Innovationsstandort. Neben Peter und Neuhaus nahmen darüber hinaus noch BSW-Solar-Geschäftsführer Carsten Körnig und VEE-Sachsen-Präsident Dr. Wolfgang Daniels an dem offenen Austausch in der Solarwatt-Zentrale teil. Kurzfristig verhindert war der sächsische Energie-Staatssekretär Dr. Gerd Lippold aufgrund der aktuellen energiepolitischen Situation und daraus resultierenden Sondersitzungen.

 

Statements der teilnehmenden Personen:

Dr. Simone Peter, Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE): „Eine erneuerbare Industriestrategie ist lange überfällig. In den letzten Jahren sind viele Produktionsstätten und zehntausende Arbeitsplätze in der Solarbranche verloren gegangen. Dem muss dringend politisch auf nationaler und europäischer Ebene entgegengesteuert werden. Damit der Wirtschaftsstandort Deutschland wieder Vorreiter werden kann, braucht es eine Strategie für Produktionskapazitäten der Energiewende entlang der Wertschöpfungsstufen. Grüne, innovative Technologien sind die Wachstumsmotoren des 21. Jahrhunderts. Im Wettlauf zur Klimaneutralität werden Unternehmen der Erneuerbaren die Nase vorn haben. Das gilt es für den Standort zu nutzen.“

 

Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar): „Die Bundesregierung hat sich mit dem EEG 2023 in der letzten Woche ehrgeizige Ziele gesetzt und setzt vor dem Hintergrund der Energie- und Klimakrise neue Maßstäbe. Mit der weiteren Entfesselung der Photovoltaik und mit tatkräftiger Unterstützung aus der Solarbranche werden wir den Solaranteil an der heimischen Stromversorgung in den kommenden zehn Jahren nahezu verdreifachen, von heute zehn Prozent auf nahezu 30 Prozent.“

 

Detlef Neuhaus, CEO von Solarwatt: „Wir könnten in Bezug auf die Energiewende schon viel weiter sein, wenn die deutsche Politik den erneuerbaren Energien in den vergangenen Jahren nicht immer wieder Steine in den Weg gelegt hätte. Jetzt müssen wir endlich den Blick nach vorne richten. Die Maßnahmen des EEG-Osterpakets, das in der vergangenen Woche vom Bundeskabinett verabschiedet wurde, gehen schon mal in die richtige Richtung. Wir benötigen jetzt aber schnellstmöglich eine für alle Marktteilnehmer verlässliche Gesamtstrategie, mit der wir Themen wie die Zulieferproblematik und den Fachkräftemangel angehen. Mit Druck und dem nötigen Willen können wir bereits in wenigen Jahren dafür sorgen, dass unser Strom zu 80 Prozent von regenerativen Quellen produziert wird.”

 

Dr. Gerd Lippold, Sächsischer Staatssekretär für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft: „Die sächsischen Solarhersteller sind ein Kristallisationskern für die

europäische Solar-Renaissance. Auch für sie, für Sachsen insgesamt ist das Energiepaket der Bundesregierung ein Meilenstein. Wir haben uns in Sachsen immer wieder für Dachsolar-Mieterstromprojekte und besondere Solaranlagen stark gemacht, beispielsweise für schwimmende Solaranlagen auf Tagebauseen oder für Anlagen, die Stromerzeugung und landwirtschaftliche Nutzung auf ein und derselben Fläche möglich machen. Ich freue mich, dass sich diese sächsischen Anliegen nun im Energiepaket wiederfinden. Das Beispiel der sächsischen Solarindustrie zeigt den Vielfachnutzen der Energiewende. Sächsischer Grünstrom sichert den Wirtschaftsstandort Sachsen. Er bringt den Klimaschutz voran. Und er macht uns unabhängiger von fossilen Energieimporten vor allem aus Russland.“

 

Dr. Wolfgang Daniels, Präsident der VEE Sachsen e.V. (Vereinigung zur Förderung der Nutzung Erneuerbarer Energien): „Sachsen ist immer noch Schlusslicht der deutschen Energiewende. Mit Blick auf unsere Abhängigkeit von unsicheren Energieimporten und den schnell fortschreitenden Klimawandel benötigen wir jetzt umso mehr Anstrengung beim Ausbau aller erneuerbaren Energien hier vor Ort. Das EEG-Osterpaket wird ein elementarer Beschleuniger, um die Ziele des Sächsischen Energie- und Klimaprogramms 2021 zu erreichen.“