Gebäudemodernisierungsgesetz: Was Hausbesitzer jetzt wissen müssen

13.03.2026
Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz bringt für Hausbesitzer mehr Freiheit bei der Heizungswahl. Gleichzeitig verändern sich Förderungen, Kostenrisiken und langfristige Entscheidungen rund um die Energieversorgung von Gebäuden.
Zwei Hände an einem Heizkörper.

Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) ersetzt das bisherige Gebäudeenergiegesetz (GEG) und verändert die Rahmenbedingungen für Hausbesitzer deutlich. Ziel der Reform ist es, Bürokratie abzubauen und Eigentümern mehr Entscheidungsfreiheit bei der Wahl ihrer Heiztechnik zu geben.

Für viele Eigentümer bedeutet das zunächst weniger gesetzlichen Druck. Gleichzeitig bleiben wirtschaftliche Risiken bestehen: Fossile Heizsysteme dürften langfristig teurer werden, unter anderem durch steigende CO₂-Preise und neue Anforderungen an erneuerbare Brennstoffanteile.

Wer frühzeitig modernisiert, kann Energiekosten senken, Förderprogramme nutzen und die eigene Energieversorgung stabiler machen.

Die wichtigsten Änderungen im Überblick

Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz ändern sich mehrere zentrale Vorgaben für Hausbesitzer:

  • 65-Prozent-Regel entfällt: Neue Heizungen müssen künftig nicht mehr verpflichtend zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden.
  • Kein automatisches Austauschgebot mehr: Gas- und Ölheizungen, die älter als 30 Jahre sind und keine Niedertemperatur- oder Brennwerttechnik nutzen, müssen nicht mehr automatisch ersetzt werden.
  • Freie Heizungswahl: Die bisherige Kopplung an die kommunale Wärmeplanung entfällt. Eigentümer können freier entscheiden, welches Heizsystem sie einsetzen möchten.
  • Förderprogramme bleiben bestehen: Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) soll mindestens bis 2029 bestehen bleiben. Damit bleiben Zuschüsse beispielsweise für Wärmepumpen weiterhin möglich.
  • Wegfall mehrerer GEG-Paragrafen: Die bisherigen Paragrafen 71 bis 71p sowie §72 des GEG entfallen. Dadurch werden zahlreiche bisherige Verpflichtungen aufgehoben und die Technologieoffenheit gestärkt.

Was das in der Praxis bedeutet:

Kurzfristig entsteht weniger Handlungsdruck für Hausbesitzer. Wirtschaftlich kann ein Abwarten jedoch teurer werden.

Warum fossile Heizungen langfristig teurer werden können

Ein Blick in einen Heizkeller.

Warum fossile Heizungen langfristig teurer werden können

Auch ohne gesetzliche Austauschpflicht steigen die Risiken für fossile Heizsysteme:

  • Steigende CO2-Preise verteuern Gas und Heizöl schrittweise.
  • Bio-Brennstoffquoten ab 2029 erhöhen zusätzlich die Kosten für fossile Energieträger.
  • Geopolitische Entwicklungen können weiterhin starke Preisschwankungen bei Gas und Öl auslösen.

Für viele Eigentümer wird daher weniger die Gesetzeslage entscheidend sein, sondern die langfristige Wirtschaftlichkeit ihres Heizsystems.

Vorteil für Hausbesitzer mit Photovoltaik

Eigentümer mit einer Photovoltaikanlage haben eine besonders gute Ausgangsposition, um Energiekosten nachhaltig zu senken. Der selbst erzeugte Solarstrom kann:

  • für den Haushaltsstrom genutzt werden
  • eine Wärmepumpe betreiben
  • in einem Speicher zwischengespeichert werden

Dadurch steigt der Eigenverbrauch, während gleichzeitig die Abhängigkeit von Energieversorgern sinkt

Wärmepumpen als effiziente Alternative

Wärmepumpen gelten derzeit als eine der effizientesten Heizlösungen für Wohngebäude. Sie nutzen Umweltenergie aus Luft, Wasser oder Erdreich und benötigen nur einen vergleichsweise kleinen Anteil Strom.

In Kombination mit einer PV-Anlage entstehen zusätzliche Vorteile:

  • geringere Heizkosten durch Eigenstrom
  • höhere Energieunabhängigkeit
  • bessere Nutzung der erzeugten Solarenergie

Gerade bei bestehenden PV-Anlagen lässt sich eine Wärmepumpe häufig gut in das Energiesystem des Hauses integrieren.

Förderung für Wärmepumpen: Bis zu 70 % Zuschuss möglich

Der Staat unterstützt den Einbau klimafreundlicher Heizsysteme weiterhin über Förderprogramme. 

Über die BEG-Förderung (KfW-Programm 458) können Hausbesitzer derzeit bis zu 70 % der förderfähigen Kosten erstattet bekommen.

Ein Installateur vor einer Wärmepumpe-

Die Förderung setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen:

  • Grundförderung (30 %): Basiszuschuss für alle förderfähigen Wärmepumpen.
  • Geschwindigkeitsbonus (20 %): Wenn eine fossile Heizung (Gas, Öl, Kohle oder Nachtspeicher) bis Ende 2028 ersetzt wird.
  • Einkommensbonus (30 %): Für Haushalte mit einem zu versteuernden Einkommen von bis zu 40.000 € jährlich.
  • Effizienzbonus (5 %): Zum Beispiel bei Wärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln oder bei Nutzung von Erdreich- oder Grundwasserenergie.

Die einzelnen Förderbestandteile können kombiniert werden, allerdings ist der maximale Zuschuss auf 70 % der förderfähigen Kosten begrenzt.

Wichtig: 

Der Geschwindigkeitsbonus ist zeitlich begrenzt. Wer früh modernisiert, kann sich aktuell höhere Förderquoten sichern.

Tipp: Berechnen Sie Ihre potenzielle Förderhöhe mithilfe des Förderrechners des Bundesverbands Wärmepumpe e.V. und finden Sie alle Details zur Förderung in unserem PDF-Guide.

Fazit

Das Gebäudemodernisierungsgesetz bringt Hausbesitzern mehr Freiheit bei der Wahl ihres Heizsystems. Gleichzeitig verschiebt sich die wirtschaftliche Entscheidung stärker auf die langfristigen Energiekosten.

Eigentümer, die frühzeitig modernisieren und erneuerbare Technologien nutzen, können:

  • Energiekosten dauerhaft senken
  • staatliche Förderungen sichern
  • ihre Energieversorgung unabhängiger gestalten

Besonders effektiv ist dabei die Kombination aus Photovoltaik, Stromspeicher und Wärmepumpe, die zusammen ein modernes und effizientes Energiesystem für das eigene Zuhause bilden.

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