So wird Deutschland schnell CO2-neutral

29.10.2021
Aus Perspektive der Solarindustrie: So wird Deutschland schnell CO2-neutral.

Nach den Bundestagswahlen im September 2021 haben in Berlin die Koalitionsverhandlungen zwischen SPD, Bündnis 90 / Die Grünen und FDP für die Bildung der neuen Regierung begonnen. Mit unserem Positionspapier und einem 4-Punkte-Plan möchten wir der zukünftigen Regierung vier entscheidende Handlungsfelder nahelegen, die zum dringend notwendigen energie- und klimapolitischen Aufbruch in Deutschland und Europa beitragen.

Punkt 1

Wir brauchen eine starke europäische Solarindustrie – entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Aktuell ist die hiesige Branche stark von asiatischen Zulieferern ab- hängig (> 90 %). Diese Abhängigkeit muss schnellstmöglich beendet werden, wenn wir den Wohlstand in Europa erhalten wollen.

Europäische Fertigungen fördern:

Die Bundesregierung sollte den von der EU anerkannten Aufbau einer PV-Wertschöpfung in Europa als eines von 14 Key Industrial Ecosystems unterstützen. Bis 2025 muss auf dem Kontinent im Solarbereich eine Produktionskapazität von mindestens 25 GW entstehen.

Fachkräftemangel entgegenwirken:

Der Fachkräftemangel bremst den Ausbau der erneuerbaren Energien - und dadurch das Erreichen der Energiewende. Die durch den Strukturwandel zu einer CO2-neutralen Wirtschaft betroffenen Arbeitskräfte müssen aktiv in neue attraktive Berufsbilder umgeschult werden. Darüber hinaus muss die Attraktivität des Handwerks insgesamt deutlich gestärkt werden.

Punkt 2

Der Photovoltaikausbau in Deutschland muss schnellstmöglich vorangetrieben werden.

Solar- und Windkraftanlagen sind essenziell für die Erreichung der CO₂-Neutralität in Deutschland

Klare Ausbaupfade schaffen:

Zur Erreichung der Pariser Klimaziele benötigen wir verlässliche Rahmenbedingungen für den Zubau von Solaranlagen. In Deutschland müssen die Ausbauziele von derzeit ca. 5 GWp/Jahr auf 15 GWp/Jahr angehoben werden.

Solardachpflicht:

Eine Verpflichtung zum Bau einer Solaranlage bei Neubauten, Parkplätzen, öffentlichen Gebäuden und Gebäuderenovierungen stellt ein sinnvolles Instrument dar, um den Ausbau der erneuerbaren Energien möglichst schnell voranzutreiben.

Bürokratische Hürden abbauen:

Gerade im privaten Bereich schrecken Kunden aufgrund der bürokratischen Hürden häufig vor der Anschaffung einer Solaranlage zurück. EEG-Anlagen zur Selbstversorgung sollten steuerlich freigestellt werden. Auch die Anmeldung muss schneller und transparenter möglich sein, beispielsweise durch den Einsatz eines zentralen Marktstammdatenregisters.

Punkt 3

Der Kampf gegen den Klimawandel muss ganzheitlich gedacht werden.

Die Elektrifizierung aller Sektoren führt zu einem deutlich höheren Strombedarf. Nur wenn die Bereich Energie, Verkehr und Wärme intelligent zusammenwachsen, ist eine CO₂-Neutralität möglich. 

Auch ein breites Netz an Speichern ist für das Gelingen der Energiewende entscheidend.

Elektrische Fahrzeuge nur mit grünem Strom laden:

Aktuell werden Elektroautos beispielsweise über eine Prämie oder eine reduzierte Dienstwagenbesteuerung gefördert. Einen Beitrag zur globalen Emissionsminderung leisten diese Fahrzeuge allerdings nur dann, wenn sie auch mit grünem Strom geladen werden. Zukünftige Förderungen im Bereich der E-Autos sollten an diese Bedingung geknüpft sein.

Sektorenkopplung bringt hohe CO2-Einsparung:

Eine vierköpfige Familie produziert in Deutschland im Durchschnitt etwa 44 Tonnen CO2 pro Jahr. Bei Nutzung einer Photovoltaik-Anlage mit Batteriespeicher, einer elektrisch betriebenen Wärmepumpe und eines Elektroautos kann die CO2-Emission um bis zu 90 Prozent sinken.

Vereinheitlichung von Batteriespeicher-Förderprogrammen:

Aktuell bestehen oder entstehen in unterschiedlichen Bundesländern (u.a. Sachsen, Bayern, NRW) Förderprogramme für Speicher. Diese Förderprogramme sollten harmonisiert und durch regionale Aspekte ergänzt werden, um die Wertschöpfung in dieser wichtigen Zukunftstechnologie im eigenen Land zu stärken.

Punkt 4

Das Netz muss digitaler werden.

Die Energieversorgung wird immer dezentraler; das hiesige Stromnetz muss flexibel auf die neuen Anforderungen reagieren können.

Einführung von Smart Meter Gateways:

Nach mittlerweile mehr als zehn Jahren sind Smart Meter Gateways noch immer nicht flächendeckend eingeführt, dabei sind sie ein elementares Puzzleteil für den Umbau des hiesigen Energiemarkts

Flexibilisierung der Strompreis-Entgelte:

Derzeit sind die Energiepreise auf einem Rekordniveau in Europa und in Deutschland. Darin enthalten sind diverse Abgaben für Steuern, Netzentgelte, EEG-Umlage etc. Als Anreiz für einen weiteren Ausbau und eine Förderung des Eigenverbrauchs von erneuerbaren Energien müssen die Netzentgelte so reformiert werden, dass sie bei lokalem Eigenverbrauch nur reduziert berechnet werden, durch z.B. Dynamic Pricing und intelligentem Demand Side Management.

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