Energiewende: Klimaschutz durch erneuerbare Energien

Der Ersatz fossiler Energieträger durch erneuerbare Energien ist die zentrale Aufgabe der Zukunft. Mit welchen Mitteln und wie schnell wir die Energiewende umsetzen müssen, darüber gehen die Meinungen jedoch auseinander.
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    Bei der Verbrennung fossiler Energieträger werden Treibhausgase frei, die unsere Atmosphäre aufheizen. Im Rahmen der Energiewende sollen die kohlenstoffbasierten Energieträger Kohle, Erdöl und Erdgas durch erneuerbare Energien wie Photovoltaik, Wind- und Wasserkraft oder Biomasse abgelöst werden, bei denen tatsächlich oder bilanziell keine Treibhausgase emittiert werden. Auch der Verzicht auf Atomkraft ist vorgesehen, bei deren Einsatz zwar kein CO₂ entsteht, die aber mit Rückstände hinterlässt, welche noch über Jahrtausende gefährliche Strahlung freisetzen.  Neben diesen ökologischen Gründen bietet die Energiewende auch die Möglichkeit, unsere Energiegewinnung auf wesentlich kosteneffizientere Ressourcen umzustellen. Schon heute ist Photovoltaik-Strom die günstigste Energiequelle

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    Definition

    Woher kommt der Begriff Energiewende?

    Im Jahr 1980 veröffentlichte das Freiburger Öko-Institut das programmatische Buch „Energiewende – Wachstum und Wohlstand ohne Erdöl und Uran“. Schon damals, vor mehr als 40 Jahren, beschreiben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den Weg hin zu einer vollständig nachhaltigen Energieerzeugung bis 2050. 

    Auf der vom Öko-Institut erstellten Website energiewende.de findet sich folgende Definition: 

    “Unter dem Begriff Energiewende versteht man einen alternativen, sauberen, bezahlbaren, sicheren – kurz nachhaltigen Weg, Energie zu erzeugen und zu nutzen. Das bedeutet die Abkehr von der traditionellen Strom- und Wärmeerzeugung vor allem durch Kohle- und Atomkraft. Und ein Hin zu erneuerbaren Energien und Energieeffizienz.” 

    Quelle

     

    Abweichend davon heißt es bei der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb):  
    “Energiewende ist die dauerhafte Versorgung von Wirtschaft und Gesellschaft mit Energie wie Strom und Wärme aus nachhaltig nutzbaren, erneuerbaren oder regenerativen Quellen (erneuerbare Energien). Durch die Energiewende soll der Anteil der fossilen Energieträger wie Erdöl, Erdgas, Kohle und der Kernenergieanteil am Energiemix in Deutschland zugunsten der erneuerbaren Energien verringert werden.” 

    Quelle

     

    Schon beim Vergleich der beiden Definitionen wird deutlich, dass keine Einigkeit hinsichtlich der Energiewende besteht. Während das Öko-Institut von einer Abkehr von der traditionellen Strom- und Wärmeerzeugung spricht, will die Bundeszentrale nur den Anteil der fossilen und atomaren Energieträger im Energiemix zugunsten der Erneuerbaren verschieben.  

    Auch wer sich nur oberflächlich mit dem Thema befasst, stellt schnell fest: Die gesellschaftliche Debatte zur Energiewende wird sehr heftig geführt, die Meinungen gehen weit auseinander. Während die einen den Kohleausstieg und die Abkehr von Erdgas, Erdöl und Atomkraft für machbar halten, sind die anderen überzeugt, dass sich der Energiebedarf eines Industrielandes wie Deutschland nicht mit erneuerbaren Energien decken lässt und wir sehenden Auges auf die Katastrophe zusteuern. Vertreter beider Richtungen liefern sich ausufernde Diskussionen mit Argumenten und Zahlen, die für den Laien nur schwer durchschaubar und nur mit einigem Aufwand zu überprüfen sind. Ein Stück weit wird die Energiewende damit zur Glaubensfrage. 

    Zweck

    Brauchen wir eine Energiewende?

    Pro oder contra Energiewende: Fakt ist, dass wir in Sachen Energieversorgung nicht mehr so weitermachen können wie bisher. Der CO₂-Gehalt unserer Atmosphäre ist in den vergangenen 200 Jahren, also seit der Industrialisierung, deutlich angestiegen. Der Treibhauseffekt, der wesentlich dafür verantwortlich ist, dass Leben auf der Erde möglich ist, wird dadurch stetig verstärkt, unsere Atmosphäre immer mehr aufgeheizt. Die Folgen sind bereits jetzt deutlich sichtbar: mehr Stürme und Überschwemmungen, längere Trockenperioden und in deren Folge gigantische Brände, schmelzende Polkappen und ein steigender Meeresspiegel.  

    Um einen weiteren Klimawandel zu verhindern, der die Erde für uns Menschen unbewohnbar machen könnte, ist eine Energiewende notwendig und unabdingbar. Dafür ist zum einen eine ambitionierte Klimapolitik notwendig, zum anderen aber auch das Mittun aller.  

    Außer dem Klimaschutz gibt es noch einen weiteren Grund, der für die Energiewende spricht. Die fossilen Energieträger sind endlich, die verfügbaren Ressourcen haben ihren Zenit überschritten. Das gilt nicht nur für Kohle, Erdöl und Erdgas, die mit immer größerem Aufwand gefördert werden müssen, sondern auch für die Nuklearenergie. Das für die Atomkraft notwendige Uran ist mittlerweile ebenfalls ein knapper Rohstoff.

    E-Mobilität als Teil der Energiewende
    Politik

    Klimapolitik und Energiewende

    Internationale Klimapolitik  

    Mittlerweile hat sich weltweit die Erkenntnis durchgesetzt, dass der Kampf gegen die Erderwärmung eine der zentralen Aufgaben der Menschheit ist. Einen Anteil daran dürfte der Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC, auch als "Weltklimarat” bezeichnet) haben, der 1988 als zwischenstaatliche Institution ins Leben gerufen wurde, um für politische Entscheidungsträger den Stand der wissenschaftlichen Forschung zum Klimawandel zusammenzufassen. 2007 erhielt der IPCC gemeinsam mit dem ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore den Friedensnobelpreis für seine Bemühungen, den Klimawandel in das Bewusstsein der Weltöffentlichkeit zu rücken. 
     
    Bereits im Jahr 1992 wurden auf der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) beschlossen und von 154 Staaten unterzeichnet. Als zentrales Ziel wurde festgelegt, die Treibhausgaskonzentrationen zu stabilisieren. Seit 1995 finden jährlich internationale Klimagipfel statt, auf denen die aktuelle Klimapolitik diskutiert wird; zuletzt im Herbst 2021 die COP (Conference of the Parties) 26 in Glasgow. 1997 wurde das Protokoll von Kyoto zum Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen zur Ausgestaltung der Klimarahmenkonvention beschlossen. Zwar trat das Kyoto-Protokoll erst im Februar 2005 in Kraft, dennoch stellt es einen Meilenstein in der Klimapolitik dar: Erstmals legten die Industrieländer völkerrechtlich verbindliche Ziele für den Treibhausgas-Ausstoß fest. Die Regelungen umfassen neben Kohlenstoffdioxid (CO₂) als Referenzwert auch Methan (CH4), das zum Beispiel bei der Schiefergasgewinnung oder bei der Viehhaltung freigesetzt wird, das bei Verbrennungen und durch den Einsatz von stickstoffhaltigen Düngemitteln entstehende Distickstoffmonoxid (Lachgas, N₂O) und weitere Treibhausgase. 

    Die festgelegten Ziele galten innerhalb sogenannter Verpflichtungsperioden – das Kyoto-Protokoll für 2008 bis 2012, Kyoto II für 2013 bis 2020. Für die Folgezeit wurde das Pariser Klimaschutz-Abkommen beschlossen, mit dessen Unterzeichnung sich fast alle Staaten der Erde zu Anstrengungen verpflichten, die Erderwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen („1,5-Grad-Ziel“). Möglich wird dies nur durch eine massive Reduktion des CO₂-Ausstoßes und zusätzliche Maßnahmen, die das Treibhausgas aus der Atmosphäre entfernen. Dazu zählen Renaturierung und Aufforstungen, auch über technische Maßnahmen zur CO₂-Reduktion wird diskutiert. Der Kohleausstieg sowie der Verzicht auf Erdöl und Erdgas sind wichtige Bausteine, um dieses Ziel zu erreichen.  

    Klimapolitik der Europäischen Union 

    Als Ausgangspunkt der EU-Klimapolitik wird das Europäische Programm für den Klimaschutz (ECCP) aus dem Jahr 2000 betrachtet, in dem die Umsetzung des Kyoto-Protokolls in der Staatengemeinschaft geregelt wurde. Im Rahmen der Verabschiedung der europäischen Energiestrategie im Jahr 2007 verpflichtete sich die Europäische Union bis 2020, den CO2 -Ausstoß um 20 % im Vergleich zu 1990 zu verringern, 20 % der Energie aus erneuerbaren Quellen einzusetzen und die Energieeffizienz um 20 % zu verbessern (20-20-20-Ziel). Wichtigstes Instrument dafür ist das Emissionshandelssystem der EU.  

    Im Jahr 2011 wurde ein „Fahrplan für den Übergang zu einer wettbewerbsfähigen CO2-armen Wirtschaft“ formuliert, der eine Reduktion der CO2 Emissionen bis 2050 um 80 % im Vergleich zu 1990 vorsieht.  

    Mittlerweile hat die Europäische Union einen Rahmen für die Klima- und Energiepolitik bis 2030 beschlossen, mit dem Ziel, ihre Treibhausgasemissionen um mindestens 55 % gegenüber 1990 zu senken. Bis 2050 wird im Rahmen des European Green Deal die Klimaneutralität angestrebt. Um dieses Ziel zu erreichen, hat die EU 2019 den Entwurf eines Europäischen Klimagesetzes vorgelegt, das im Sommer 2021 in Kraft getreten ist. Danach will die Gemeinschaft 25 % ihres Budgets für Klimaschutzmaßnahmen zur Verfügung stellen.  

    Deutschland ist als Mitgliedsstaat der EU verpflichtet, die zur Erreichung der Ziele notwendigen Maßnahmen in nationales Recht umzusetzen. Bei unzureichender Reduktion der Emissionen, muss Deutschlands Ausgleichszahlungen leisten. Ein Scheitern der Energiewende käme uns also in vielerlei Hinsicht teuer zu stehen. 

    Deutsche Klimapolitik 

    Klimaschutz spielt in Deutschland schon lange eine Rolle. Bereits 1987 wurde die Enquete-Kommission "Vorsorge zum Schutz der Erdatmosphäre" einberufen und 1990 die interministerielle Arbeitsgruppe "CO₂-Reduktion" gegründet. In der Folge wurden CO₂-Minderungsziele von 25 % bis 2005 empfohlen. Um gesetzliche Regelungen zu vermeiden, setzte sich die Industrie jedoch für eine freiwillige Selbstverpflichtung ein. Zwar konnte damit bis 2010 eine Minderung der CO₂-Emission von 25 % erreicht werden, diese war jedoch zum überwiegenden Teil auf den Zusammenbruch der energieintensiven ostdeutschen Industrie zurückzuführen.  

    Die erste rot-grüne Bundesregierung schrieb sich nach ihrer Wahl im Jahr 1998 eine „ökologische Erneuerung“ auf die Fahnen, die unter anderem in der Einführung der Ökosteuer, dem Erneuerbare Energien-Gesetz und dem Gesetz zum Atomausstieg ihren Ausdruck fand. Im Jahr 2000 wurde zudem ein nationales Klimaschutzprogramm im Bundestag verabschiedet. In ihrer zweiten Amtsperiode beschloss die Bundesregierung die Fortführung des Programms und ein Reduktionsziel von 40 % bis 2020.  

    Im Jahr 2007 veröffentlichte die Bundesregierung ein integriertes Energie- und Klimaschutzprogramm (IEKP), in dem konkrete Maßnahmen benannt und deren Minderungspotenziale quantifiziert werden. 

    Seit 2010 gibt es für Deutschland ein Energiekonzept, das die Leitlinien für die zukünftige, umwelt- und ressourcenschonende Energieversorgung festlegt. Das Konzept beinhaltet eine bis 2050 reichende Langfriststrategie, die unter anderem einen Ausbau der erneuerbaren Energien zum Hauptenergieträger vorsieht. Das Konzept sieht eine Treibhausgasminderung um 80 bis 95 % bis 2050 vor.  

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    Umweltschützer forderten schon seit einiger Zeit die Einführung eines nationalen Klimaschutzgesetzes. Ein erster Entwurf wurde 2019 in den Bundestag eingebracht und beschlossen. Allerdings erklärte das Bundesverfassungsgericht das Gesetz als mit den Grundrechten unvereinbar, da u.a. eine Regelung über die Fortschreibung der nationalen Minderungsziele über 2031 hinaus fehlte. Dadurch würden laut Urteil die Gefahren des Klimawandels auf nachfolgende Zeiträume und damit zulasten der jüngeren Generation verschoben, die zudem in ihren Freiheitsrechten verletzt würde. 

    In seiner neuen Fassung vom August 2021 sieht das Klimaschutzgesetz vor, dass Deutschland bis 2045 die Treibhausgasneutralität erreicht. Als Maßnahmen im Rahmen eines Klimapaktes sind hier unter anderem bereits umgesetzt oder vorgesehen:

    • CO₂-Bepreisung als Anreiz, in klimafreundliche Technologien zu investieren 
    • Beschleunigte und vereinfachte Planung, Genehmigung und Umsetzungsverfahren für den Ausbau erneuerbarer Energien 
    • Quoten für klimafreundliche Produkte 
    • Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft 
    • Förderung der klimafreundlichen Mobilität durch Ausbau der Ladeinfrastruktur und des öffentlichen Nahverkehrs 
    • Tierwohlorientierter Umbau der Tierhaltung und Nutzung natürlicher CO₂-Senken in der Landwirtschaft 
    • Attraktive Förderung erneuerbarer Energien im Gebäudesektor 
    • Abbau klimaschädlicher Subventionen 

    Die deutsche Energiewende 

    Lange Zeit galten die Deutschen in Sachen Energiewende als Vorreiter und insbesondere das Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) wurde weltweit als Vorbild für ähnliche Regelungen genutzt.  

    Mittlerweile ist die Bundesrepublik trotz guter Rahmenbedingungen jedoch ins Hintertreffen geraten, die Reduktionsziele von 40 % für 2020 wurden verfehlt. Ursachen dafür gibt es viele. 

    So wurde ab 2013 der Solarausbau durch die Änderung des EEG stark ausgebremst. Über 100.000 Arbeitsplätze in der Solarindustrie gingen verloren. Das Gleiche geschah bei der Windkraft ab 2017, auch hier verloren zehntausende Beschäftigte ihre Arbeit

    Für den Ausbau von Solarparks und Windkraftanlagen wurden aufwändige und teure Verfahren eingeführt, die für Genossenschaften, Stadtwerke und kleine Unternehmen häufig das Aus der Ausbaupläne bedeuten. Diejenigen, die noch in Erneuerbare Energien investieren, haben ein höheres Risiko und damit höhere Kosten. Damit wird auch der eingespeiste Strom teurer. Ganz zu schweigen davon, dass gesetzliche Forderungen, wie die nach einem Mindestabstand von 1.000 Metern von Windrädern zu Wohnhäusern, manche Projekte komplett unmöglich machen. So wurden z.B. in Sachsen in 2021 mehr alte Windkraftanlagen abgeschaltet als neue gebaut, was einem Nettoverlust an installierter Leistung entsprach. 

    Die neue Bundesregierung hat ihr Programm stärker auf den Klimaschutz ausgerichtet, trotz einiger Kritik wird ein Neustart für die Energiewende erwartet. Dass etwas passieren muss, ist klar: Die Ziele für den Klimaschutz wurden noch einmal verschärft. Bis 2030 soll der deutsche Stromverbrauch zu 80 % durch erneuerbare Energien gedeckt werden, 2021 waren es knapp 41 %. Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, ist es notwendig auch die kleineren Akteure, die durch die Ausschreibungspraxis aus dem Markt gedrängt wurden, wieder einzubinden. 

    Argumente

    Was spricht für die Energiewende?

    Neben den ökologischen Vorteilen (geringere Treibhausgas-Emissionen) sind vor allem Dezentralität, Effizienz und eine größere Unabhängigkeit von Energieimporten die großen Vorteile des Einsatzes erneuerbarer Energien.  

    Dezentralität bedeutet, dass die Energie dort erzeugt wird, wo sie verbraucht wird. Das verringert Transportkosten und -verluste und die Abhängigkeit von großen Versorgern. Auch macht eine dezentrale Energieversorgung den übermäßigen Ausbau von Stromtrassen unnötig. Viele kleine und große Prosumer (Produzent und Verbraucher in einem) sorgen zudem dafür, dass sich die Marktmacht nicht in einigen wenigen Händen ballt.  

    Neben geringeren Transportverlusten sorgt die Sektorenkopplung auch dafür, dass die Effizienz der Energienutzung steigt. Der Wirkungsgrad eines Elektrofahrzeugs liegt zum Beispiel bei über 60 %. Ein Dieselmotor kommt auf circa 45 %, bei einem Benziner sind es nur ca. 20 %. Mithilfe einer Wärmepumpe lässt sich sogar aus der Umgebung mehr Wärmeenergie gewinnen, als in Form elektrischer Energie eingesetzt wird. Auch wenn sich der Stromverbrauch in Zukunft erhöhen wird, der gesamte Energieverbrauch sinkt im Rahmen der Energiewende. Photovoltaik und Windkraft werden zudem in der Zukunft noch leistungsfähiger.  

    Mangelnde Energieeffizienz ist übrigens der zentrale Grund dafür, dass Wasserstoff nicht die Patentlösung für eine zukünftige Energieversorgung ist. Das brennbare Gas lässt sich überall dort einsetzen, wo hohe Energiedichten gefragt sind, wie bei der Stahlproduktion. Doch um Wasserstoff herzustellen, wird elektrische Energie benötigt. Um also zum Beispiel ein Wasserstoffauto zu betreiben, muss (möglichst umweltfreundlich) Strom erzeugt werden. Per Elektrolyse von Wasser entsteht daraus Wassersoff, der dann im Auto mittels einer Brennstoffzelle in elektrische Antriebsenergie umgewandelt wird. Während ein E-Auto ca. 70 % der eingesetzten Energie verwerten kann, sind es beim Wasserstoffauto kaum 20 %. Diese Erkenntnis setzt sich zunehmend auch in der Politik durch.  

    Insbesondere von Gegnern der Energiewende wird ein wichtiger Aspekt erneuerbarer Energien gern unter den Tisch gekehrt: die Unabhängigkeit von Energieimporten. Deutschland verfügt nur über geringe Ressourcen an Erdöl und Erdgas; die heimische Kohle ist verhältnismäßig teuer, ganz zu schweigen von den Umweltauswirkungen des Abbaus. Bisher sind wir auf Importe angewiesen, häufig aus Regionen dieser Welt, in denen es keine echte Demokratie gibt und die “dem Westen” nicht immer wohlgesonnen sind. Wir unterstützen mit unserem Energiekonsum also manch fragwürdiges Regime. Sonne, Wind und Wasser gibt es hingegen auch in Deutschland ausreichend, wir müssen die erneuerbaren Quellen nur nutzen. 

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    Bieten die erneuerbaren Energien genug Versorgungssicherheit?

    Gegner der Energiewende malen gern das Schreckensszenario einer „Dunkelflaute“ an die Wand, die uns beim vermehrten Einsatz erneuerbarer Energien droht. Bisher ist es so, dass die Versorgungssicherheit mit wachsendem Anteil der Erneuerbaren sogar wächst: Die Bundesnetzagentur meldet für 2020 eine durchschnittliche Versorgungsunterbrechung von 10,73 Minuten (im Jahr!), 15 Jahre zuvor lag die Ausfalldauer noch doppelt so hoch (2006: 21,53 min).  

    Unbestritten ist, dass Sonnen- und Windenergie „volatil“ sind, also in schwankenden Mengen zur Verfügung stehen. Zu einem Teil lässt sich das durch den flexiblen Einsatz von Bioenergie, Geothermie und Wasserkraft ausgleichen. Zudem sind Speicherlösungen erforderlich, um den Bedarf auch dann zu decken, wenn die Sonne nicht scheint oder kein Wind weht. Pumpspeicherwerke und intelligent zusammengeschaltete Batteriespeicher können diese Aufgabe übernehmen. Auch die Akkus von Elektroautos sind als mobile Speicher einsetzbar. Zum Abfedern von Spitzenlasten sind vor allem wasserstoffbefeuerte Gaskraftwerke im Gespräch. Der Wasserstoff dient dabei auch als Speicher, denn er kann immer dann erzeugt werden, wenn überschüssiger Strom aus erneuerbaren Energien zur Verfügung steht.  

    Anzumerken ist an dieser Stelle noch, dass sich Photovoltaik und Solarenergie hervorragend ergänzen. Betrachtet man die Erträge über Jahr, dann ist die Windkraft immer dann besonders stark, wenn die Solarenergie “schwächelt” (im Winterhalbjahr) und umgekehrt.

    Dass es im Juni 2019 fast zu einem Blackout gekommen ist, lag übrigens nicht an den Erneuerbaren. Wie sich herausstellte führten Manipulationen am Strommarkt zu einer Unterversorgung. Ein Hinweis darauf, dass das Strommarktdesign, also die Art, wie der Stromgroßhandelsmarkt organisiert ist, angepasst werden muss, um auch in Zukunft die Sicherheit der Stromversorgung zu garantieren.  

    Bei der Frage nach der Versorgungssicherheit darf außerdem nicht vergessen werden, dass Deutschland in das europäische Stromnetz eingebunden ist. Das sorgt schon jetzt dafür, dass es bei uns nicht dunkel wird, wenn einmal ein großes Kraftwerk von Netz geht. In der Summe ist Deutschland übrigens der größte Netto-Stromexporteur in Europa. 

    Photovoltaik ist eine zentrale Säule der Energiewende
    Strompreis

    Treibt die Energiewende den Strompreis in die Höhe?

    Im europäischen Vergleich ist der Strompreis in Deutschland am höchsten. Immer wieder wird dafür die Energiewende verantwortlich gemacht, doch sind die Erneuerbaren tatsächlich der Preistreiber am Strommarkt? 

    Um diese Frage zu beantworten, muss erst einmal unterschieden werden, ob es sich um den Strompreis für gewerbliche oder private Nutzer handelt. Den Industriepreis gibt es nicht, gerade Großverbraucher sind von einer Reihe an Abgaben befreit.   

    Der Strompreis für Endverbraucher setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen:  

    Komponente Anteil am EndpreisAnmerkung
    Stromerzeugung24,1 % 
    Netzentgelte24,5 %Kosten für die Nutzung der Stromnetze
    Stromsteuer6,4 %1999 zur Förderung klimapolitischer Ziele eingeführt
    Umsatzsteuer16,0 % 
    EEG-Umlage*20,4 %Ausgleich der Differenz zwischen Einspeisevergütung und Preis am Strommarkt, wurde 2022 abgeschafft 
    Konzessionsabgabe5,2 %Gebühr an Städte und Gemeinden für Nutzung des öffentlichen Raumes 
    Sonstiges3,4 % 

    Quelle

     

    * Für den steigenden Strompreis wurde vor allem die in den vergangenen Jahren deutlich gestiegene EEG-Umlage – immerhin ein Fünftel des Preises – verantwortlich gemacht. Doch so simpel ist das nicht, wie in diesem Video anschaulich erklärt wird. Trotzdem haben sich politisch die Gegner der EEG-Umlage durchgesetzt und so wurde diese im Juli 2022 abgeschafft.

    Klar ist, dass der Umbau der Energieversorgung nicht zum Nulltarif zu haben ist. Allerdings haben in der Vergangenheit einige politische Entscheidungen falsche Anreize gesetzt, die die Energiewende ausgebremst und verteuert haben. Der 52 GW-Deckel, d.h., die Begrenzung des Solarausbaus war einer dieser Fehler. In der Folge der 2012 EEG-Novelle brach die boomende Solarzellenproduktion in Deutschland und auch der Solarausbau ein (ironisch als „Altmaier-Knick“ bezeichnet, nach dem damaligen Umweltminister Peter Altmaier). Die EEG-Reform von 2014, diesmal unter Verantwortung von Wirtschaftsminister Siegmar Gabriel, sorgte für einen deutlichen Rückgang der Förderung. Die 2017er Novelle, ebenfalls unter Gabriels Ägide, setzte auf einen Systemwechsel vom Modell der Einspeisevergütungen hin zum Ausschreibungsverfahren. Das wirkte sich insbesondere beim Ausbau der Windkraft negativ aus.  

    Ausblick

    Schaffen wir die Energiewende?

    Die Energiewende betrifft alle Bereiche unseres täglichen Lebens. Wir setzen derzeit noch bedeutende Mengen fossiler Energien in Industrie, Verkehr, Energiewirtschaft, Landwirtschaft und im Gebäudesektor ein, für die wir einen Ersatz benötigen.  

    Nicht immer besteht Einigkeit darüber, wie dies geschehen soll, ob wir „Brückentechnologien“ dafür benötigen und welche das sind. Unstrittig ist jedoch, dass die sogenannte Sektorenkopplung eine entscheidende Rolle spielen wird. Das bedeutet, dass die Sektoren Wärme, Mobilität und Strom zusammenwachsen müssen.  

    Im Bereich Wärme spielt die Wärmepumpe eine wichtige Rolle, die mittels elektrischem Strom Wärme aus der Umgebung gewinnt.  Im Verkehrssektor wird vor allem auf die Ablösung des Verbrennungsmotors durch die Elektromobilität gesetzt. Beides führt dazu, dass der Bedarf an Strom deutlich steigen wird. Der Erzeugung, Speicherung und Verteilung von sauberem Strom kommt daher eine zentrale Bedeutung für das Gelingen der Energiewende zu.  

    Derzeit ist unser Stromnetz allerdings noch zu sehr auf Großkraftwerke und Kohlestrom ausgerichtet. Da die großen Stromabnehmer vor allem im Westen und Süden ansässig sind, müssen die Übertragungsnetze für den Transport von Windstrom aus dem Norden ausgebaut werden. Gerade bei den Offshore-Windparks kommt es derzeit immer wieder zu Abschaltungen, weil vor allem alte Kohlekraftwerke auf Schwankungen wenig flexibel regieren können. Und das, obwohl die Erneuerbaren eigentlich gesetzlich Vorrang haben. Die Stromerzeuger erhalten für den Verlust eine Entschädigung vom Netzbetreiber; Kosten, die auf den Endverbraucher umgelegt werden und so den Strompreis zusätzlich erhöhen.  

    Um vorrangig die dezentral erzeugten und volatilen (schwankenden) erneuerbaren Energien einzusetzen und überflüssige Stromtransporte zu vermeiden, müssen auch die Verteilnetzte ausgebaut und Speichermöglichkeiten eingerichtet werden. Um Strombedarf und Stromerzeugung in räumlichen und zeitlichen Einklang zu bringen, muss unser Stromnetz insgesamt intelligenter werden (Smart Grids). Das heißt, es müssen Daten erfasst, ausgetauscht und ausgewertet werden, um automatisch auszusteuern, wann und wo Elektrizität benötigt wird bzw. wo sie zur Verfügung steht. Der Netzentwicklungsplan (NEP) 2035 skizziert aktuell verschiedene Szenarien für den Ausbau des Stromnetzes. 

    Ein Hemmnis, gerade für Akteure wie Privatpersonen, kleine Unternehmen oder Bürgerenergiegesellschaften, ist die überbordende Bürokratie beim Ausbau der Erneuerbaren. Eine vereinfachte Anmeldung und steuerliche Betrachtung von Solaranlagen ist ebenso notwendig, wie eine grundsätzliche Überarbeitung des Mieterstromgesetzes. Auch wenn hier schon Einiges passiert ist, für die neue Bundesregierung bleibt noch viel zu tun.  

    Kosten

    Ist die Energiewende bezahlbar?

    Die Energiewende ist eine Herausforderung, gern wird sie auch als „Generationenprojekt“ bezeichnet. Unbestreitbar ist, dass wir vor ähnlich großen Aufgaben stehen, wie unsere Vorfahren, als das Land elektrifiziert oder als die Eisenbahn gebaut wurde. Wie damals ist auch jetzt eine Fokussierung aller Kräfte auf das zu erreichende Ziel notwendig. Neben marktwirtschaftlichen Anreizen für den Ausbau der erneuerbaren Energien bedarf das auch einer gezielten Förderung gerade der „kleinen“ Akteure, klarer gesetzlicher Rahmenbedingungen und verschiedener staatlicher Aktivitäten.  

    Eins ist sicher: Die Energiewende wird kein billiges Unterfangen. Jetzt nicht in unsere Energiezukunft zu investieren, kommt uns jedoch langfristig viel teurer zu stehen. Die Folgen eines ungebremsten Klimawandels würden uns nicht nur ökonomisch deutlich schwerer belasten. Zudem birgt die Konzentration auf zukunftsfähige, nachhaltige Technologien zur Energieerzeugung und -nutzung Chancen für neue Unternehmen, Arbeitsplätze und damit auch Wohlstand. 

    Dass sich die Energiewende bezahlbar umsetzen lässt, zeigt eine aktuelle Studie, die im Auftrag des Bundesverbandes Erneuerbare Energie e.V. erstellt wurde. Ändert sich an den aktuellen Rahmenbedingungen nichts (Basisszenario), ist die Versorgungssicherheit zwar gegeben, allerdings müssen die erneuerbaren Energien dann langfristig weiter gefördert werden: „Der wirtschaftliche Betrieb Erneuerbarer Energien, der den Grundrahmen für die Energiewende darstellt, ist im Basisszenario hingegen nur bedingt gegeben und verdeutlicht damit den dringenden Handlungsbedarf im Strommarktdesign.“ 

    Als zentralen Hebel für einen wirtschaftlich tragfähige Energiewende nennt die Studie, neben der Beseitigung von Markthemmnissen für den Ausbau der Erneuerbaren, Anreize für eine Flexibilisierung von Stromangebot und -nachfrage. Diese lassen sich durch eine Änderung der regulatorischen Bedingungen (Reformszenario) erreichen. Durch den Einsatz „marktstabilisierenden Flexibilitäten“ lassen sich negative Strompreise an Strommarkt weitestgehend vermeiden, was die Attraktivität der Erneuerbaren deutlich erhöht.  

    Das Studie setzt zudem auf Anreize für die regionale Stromerzeugung, sodass die Energiewende im Stromsektor überwiegend regional organisiert werden kann. 

    Die Versorgungssicherheit ist in beiden Szenarien – auch bei einem Kohleausstieg bis 2030 – gegeben, die Stromlast in Deutschland kann jederzeit gedeckt werden. In Spitzenzeiten wird dies durch H₂-Gaskraftwerke gewährleistet. Allerdings werden im Basisszenario deutlich höhere Kapazitäten dieser Kraftwerke benötigt, was die Kosten der Energiewende in die Höhe treibt. Dennoch könnten auch in diesem Fall die Systemkosten des deutschen Energiesystems deutlich gesenkt werden. 

    Wie die Energiewende gelingen kann, hat das Fraunhofer Cluster of Excellence „Integrierte Energiesysteme“ (Fraunhofer CINES) in einem Thesenpapier zusammengefasst.  

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