Energieverbrauch im Haushalt ganzheitlich betrachten

Viele kennen den Verbrauch ihres Haushaltes, wenn es um Strom oder Wärme geht. Mit der Energiewende wird es aber immer wichtiger den gesamten Energieverbrauch des Haushaltes zu kennen, denn durch Sektorenkopplung lassen sich Geld und Energie sparen.
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    Stromrechnung, Heizungskosten, Spritpreise: Den Energieverbrauch unseres Haushaltes spüren wir zuerst in unserer Geldbörse. Gerade jetzt, wo die Preise für Strom, Öl, Gas, Benzin oder Diesel – für Energie im Allgemeinen – in die Höhe schnellen, ist es sinnvoll, die verschiedenen Posten genauer unter die Lupe zu nehmen und zu schauen, wie sich die Energieversorgung zukunftsfähig gestalten lässt. Denn eins ist klar: Fossile Rohstoffe werden langfristig immer knapper und damit auch teurer. Zudem haben viele Länder sich verpflichtet, in absehbarer Zeit darauf zu verzichten und auf erneuerbare Energien zu setzen. Mit sinnvoll eingesetztem Solarstrom können auch private Haushalte zur Energiewende beitragen, ihre Energiekosten senken und auch den Energieverbrauch insgesamt reduzieren.  

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    Energiesektoren

    Sektoren der Energieversorgung

    Die von privaten Haushalten verbrauchte Energie lässt sich in drei Sektoren einteilen: Strom, Wärme und Verkehr. Typischerweise werden diese getrennt betrachtet, da hier bisher in der Regel noch unterschiedliche Energieträger zum Einsatz kommen. Mit der zunehmenden Sektorenkopplung, d.h. der Verschmelzung von Strom- und Wärmeerzeugung sowie mit der Elektromobilität wird eine ganzheitliche Betrachtung des Energieverbrauchs im Haushalt immer wichtiger. 

    Strom 

    Strom wird im Haushalt vor allem für die Beleuchtung und für das Betreiben von Haushaltsgeräten aller Art benötigt, von der Waschmaschine über den Kühlschrank bis hin zur Bohrmaschine. Seit einigen Jahren steigt der Anteil der Unterhaltungselektronik am Verbrauch kontinuierlich. Daneben spielt Strom auch bei der Steuerung der Heizung und ähnlichen Anwendungen eine Rolle. 

    Der jährliche Stromverbrauch eines Vier-Personen-Haushaltes liegt zwischen 2.600 und 4.100 kWh, wird das Warmwasser elektrisch bereitet, steigt der Verbrauch auf 4.000 bis 5.000 kWh pro Jahr (Quelle Statista). Die Kosten für den im Haushalt verbrauchten Strom variieren laut dem Portal vergleich.de zwischen 1.400 € und fast 2.700 € pro Jahr (Stand November 2022). 

    Strom kommt meist aus dem öffentlichen Netz, ein Teil der Haushalte produziert diesen jedoch zumindest teilweise auch selbst. Das Mittel der Wahl hierfür sind Photovoltaikanlagen mit einer typischen Größe von ca. 10 kWp. Windkraft, Wasserkraft, Biomasse und andere regenerative Energieträger spielen für die Stromerzeugung im privaten Rahmen nur eine untergeordnete Rolle. 

    Energieverbrauch im Haushalt durch Photovoltaikanlage senken

    Wärme 

    Wärme kommt in erster Linie zur Raumheizung und zur Gewinnung von Warmwasser zum Einsatz. Der Heizbedarf wird – anders als der Stromverbrauch – in der Regel nicht auf die Personenzahl im Haushalt, sondern auf die beheizte Fläche bezogen. Und das ist auch sinnvoll, denn es ist leicht nachvollziehbar, dass ein Vier-Personen-Haushalt in einer Mietwohnung von 80 Quadratmetern einen geringeren Wärmebedarf hat als ein Zwei-Personen-Haushalt in einem Eigenheim mit einer Grundfläche von 150 Quadratmetern.  

    Das Spektrum des Heizenergiebedarfs ist laut Heizung.de sehr groß. Während der Bedarf neuer Gebäude bei 25 bis 90 kWh pro m² liegt, kann es bei älteren Gebäuden das drei- bis achtfache sein. Das allein zeigt, wie wichtig eine gute Dämmung für die Senkung des Energieverbrauchs ist. Die Angaben im Energieausweis eines Hauses geben eine grobe Orientierung hinsichtlich des energetischen Zustands eines Gebäudes.  

    Die große Spanne des Heizenergiebedarfs macht es schwer, die Kosten für die Heizung und Warmwasserbereitung abzuschätzen. Hinzu kommt, dass diese Preise wesentlich vom eingesetzten Energieträger abhängig sind, mit dem die Wärme gewonnen wird: Biomasse wie Holzpellets, Erdgas, Öl, Sonnenergie für Solarthermie oder elektrischer Strom, mit dem ein Heizer oder eine Wärmepumpe betrieben werden – die Möglichkeiten sind vielfältig. Nicht zuletzt ist die Höhe der Heizkosten auch noch davon abhängig, wie alt die eigesetzte Technik ist: Ein 20 Jahre alter Heizkessel hat in der Regel eine deutlich geringere Effizienz als ein moderner.  

    Laut Heizspiegel.de beliefen sich die Heizkosten pro Jahr (inkl. Nebenkosten) auf 810 bis 1.715 € für ein 110 m² großes Einfamilienhaus (Stand 2021). Bei der aktuellen Preisentwicklung werden diese Preise sicher deutlich höher ausfallen.   

    Wärmebedarf mit Wärmepumpe decken

    Mobilität 

    Flexibilität und Mobilität zählen zu den wichtigsten Anforderungen der modernen Arbeitswelt. Und auch in unserer Freizeit sind wir ständig unterwegs, häufig mit dem eigenen Auto. Laut einer Untersuchung aus dem Jahr 2017 liegt die durchschnittlich an einem Tag zurückgelegte Wegstrecke bei 39 Kilometern. Etwa ein Drittel davon sind Wege zu Arbeit oder Ausbildung, ein weiteres Drittel dient Einkäufen und Besorgungen und das letzte knappe Drittel sind Freizeitwege. Drei Viertel der Wegstrecke wurden mit Pkws zurückgelegt. 

    Die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen hat anhand des Kraftstoffabsatzes errechnet, dass die Deutschen im Jahr 2020 insgesamt ca. 2.300 Petajoule, das sind ca. 640 Milliarden Kilowattstunden für die Fortbewegung verbraucht haben (Quelle). Das entspricht bei etwas über 80 Millionen Einwohnern etwa 8.000 kWh Energieverbrauch pro Person und Jahr nur für die Mobilität. Der tatsächliche Energieverbrauch dürfte jedoch unter diesem Wert liegen, da in der Statistik auch die Transporte von Waren etc. mit eingerechnet sind. Verschiedene Antriebe machen es schwer, anhand dieser Daten die Kosten abzuschätzen.   

    Einfacher wird das, betrachtet man nur die Fahrleistung. Danach legt jeder Deutsche im Schnitt etwas über 13.300 km pro Jahr zurück. Eine Zahl mit der sich leichter rechnen lässt, denn jeder Fahrzeughalter weiß ungefähr, was sein Pkw auf 100 km verbraucht. Beim Diesel sind es durchschnittlich 6,8 l, beim Benziner 7,7 l. Bei einem Preis von ca. 2,20 bzw. 2,00 € pro Liter entspricht das etwa 2.000 € pro Jahr.  

    Der durchschnittliche Verbrauch eines Elektrofahrzeuges wird auf 15 kWh pro 100 km geschätzt. Für 13.300 km liegt der Verbrauch somit bei 1.995 kWh. Da heißt, erst ab einem Kilowattstunden-Preis von 1 € kostet das Fahren so viel wie mit einem Verbrenner. Wer günstigen Solarstrom zum Laden des Elektroautos einsetzt, zahlt für die gleiche Fahrleistung nur zwischen 200 und 1.000 €.  

    Mobilität mit Solarstrom
    Sektorenkopplung

    Energieverbrauch und -kosten senken durch Sektorenkopplung 

    Solarstrom ist günstig und die Investition in eine PV-Anlage lohnt sich im Allgemeinen. Zum einen wird eine Einspeisevergütung für ins Netz eingespeisten Strom gezahlt, zum anderen ersetzt selbst produzierter Solarstrom den teuren Netzstrom. Insbesondere ein hoher Eigenverbrauch zahlt sich aufgrund der beachtlichen Differenz zwischen Gestehungskosten des Solarstroms und der Kosten des Netzstroms aus.  

    Der Eigenverbrauch lässt sich aber nicht nur durch den PV-optimierten Einsatz für die üblichen Haushaltsgeräte erhöhen. Ein wesentlich größeres Potential bietet der Einsatz des Solarstroms für die Wärmegewinnung und die Elektromobilität, da in beiden Sektoren ein hoher Bedarf besteht.  

    Bei einem mittleren Energiebedarf für Heizzwecke von 50 kWh pro m² kommen bei einem 110 m²-Eigenheim im Jahr 5.500 kWh zusammen, die zumindest teilweise elektrisch gedeckt werden können. Besonders effizient gelingt dies mit einer Wärmepumpe, denn diese erzeugt aus 1 kWh elektrischer Leistung 3 bis 5 kWh thermischer Leistung. Stehen also z.B. 1.000 kWh überschüssiger Solarstrom zur Verfügung, lassen sich damit etwa 4.000 kWh Heizleistung kostengünstig generieren. Bei Gestehungskosten von 15 Cent pro kWh Solarstrom (ein recht hoher Wert) sind das 150 €.  

    Gleichzeitig werden aber auch 4.000 kWh Heizleistung aus der Verbrennung von Gas oder Öl nicht mehr benötigt. Bei einem Gaspreis von ca. 22 Cent pro kWh (Stand Oktober 2022) entspricht das vermiedenen Kosten von 880 € und einer Ersparnis von 730 €. Nicht zu vergessen, dass die Umwelt von den deutlich geringeren CO₂-Emissionen profitiert – bei Erdgas entsprechen 4.000 kWh Heizleistung ca. 800 kg CO₂ (hier berechnen).  

    Ähnliche Einsparpotentiale für den Haushalt wie beim Heizen bietet auch die Elektromobilität: Statt 15,40 € (7,7 l Benzin á 2 €) bzw. 14,96 € (6,8 l Diesel á 2,20 €) schlägt eine Fahrstrecke von 100 km beim Elektroauto mit einem Preis zu Buche, der zwischen 1,50 und 7,50 € liegt. Hier spart der Haushalt also die Hälfte der Kosten und mehr. Aber auch energetisch ist der Einsatz des E-Autos sinnvoll. Denn statt 15 kWh auf 100 km setzt ein Diesel ca. 66,6 kWh (6,8 l x 9,8 kWh/l) und der Benziner etwa 65,5 kWh Energie (7,7 l x 8,5 kWh/l) ein. Das liegt daran, dass Elektromotoren die eingesetzte Energie zu etwa 80 % in Bewegung umsetzen, Verbrenner nur etwa einen Wirkungsgrad von 30 % haben. Und auch in Sachen Klimaschutz liegt das Elektroauto vorn: Statt 23 bzw. 24 kg CO₂ verursacht ein mit Solarstrom geladenes E-Auto nahezu keine Treibhausgasemissionen, ein mit Ökostrom aus dem Netz geladenes Fahrzeug etwa 5 kg.  

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    Energiebilanz

    Worauf es ankommt: Die Energiebilanz des Haushaltes

    Viele Verbraucher betrachten die Kosten in den verschiedenen Sektoren (Strom, Wärme, Mobilität) noch getrennt voneinander. Es lohnt sich aber, insbesondere beim Neubau oder bei einer notwendigen Neuanschaffung von Heizung oder Fahrzeug, die gesamte Energiebilanz in den Blick zu nehmen. Mit einer ausreichend groß dimensionierten PV-Anlage lässt sich nicht nur teurer Netzstrom ersetzen, der gewonnene Solarstrom kann auch in Wärme und Fahrleistung umgewandelt werden. Das vermindert nicht nur den Einsatz fossiler Energieträger und reduziert die CO₂-Emissionen. Aufgrund der höheren Effizienz wird auch insgesamt weniger Energie verbraucht. Kombiniert mit weiteren Maßnahmen wie einer energetischen Sanierung, also einer Verringerung des Wärmeverlustes, und dem Ersatz von „Stromfressern“ wie alten Kühlschränken lässt sich der Energieverbrauch im Haushalt weiter senken.