Gasheizung auf Wärmepumpe umrüsten: Kosten, Förderung und Ablauf 2026
Was sollte vor dem Umbau geprüft werden?
Für eine passende Planung sollten Sie zusammen mit einem Fachbetrieb insbesondere Folgendes prüfen:
- Bisheriger Verbrauch: Gasabrechnungen mehrerer Jahre helfen, den bisherigen Energieeinsatz einzuordnen. Änderungen im Nutzungsverhalten und im Gebäude sind dabei zu berücksichtigen.
- Heizlast: Sie beschreibt die erforderliche Heizleistung an einem für den Standort angesetzten kalten Tag. Die Leistung des alten Kessels ist dafür kein verlässlicher Ersatzwert.
- Heizflächen und Heizkurve: Welche Räume brauchen hohe Vorlauftemperaturen? Welche Heizkörper können bleiben, welche sollten größer werden?
- Aufstellort und Wärmequelle: Bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe sind Platz, Luftführung und Geräusche wichtig. Für Erdreich oder Grundwasser muss zusätzlich geprüft werden, ob Grundstück und Untergrund geeignet sind und welche Genehmigungen nötig sind.
- Elektrik und Messung: Hausanschluss, Zählerschrank, Anmeldung sowie die für Förderung und Netzbetrieb nötige Mess- und Steuertechnik gehören in die Planung.
- Warmwasser: Verbrauch, Speicher und hygienische Anforderungen müssen zum neuen Konzept passen. Ein zusätzlicher Pufferspeicher ist nicht in jeder Anlage nötig.
Diese Prüfung zeigt, welche Technik infrage kommt und welche Arbeiten im Angebot stehen müssen. Die Kosten der verschiedenen Wärmepumpentypen lassen sich erst vor diesem Hintergrund sinnvoll vergleichen.

Welche Wärmepumpe passt zu welcher Ausgangssituation?

Die folgende Übersicht hilft bei der ersten Orientierung. Welche Lösung tatsächlich passt, sollte stets ein Fachbetrieb für Haus und Grundstück vor Ort prüfen.
| Mögliche Lösung | Ausgangssituation | Das muss geklärt werden |
|---|---|---|
| Luft-Wasser-Wärmepumpe | Draußen gibt es einen geeigneten Platz. | Aufstellort, Geräusche und Heizkörper. |
| Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdkollektoren | Es gibt viel nutzbare Grundstücksfläche. | Genügend Fläche und Platz für Erdarbeiten. |
| Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonde | Eine Bohrung auf dem Grundstück könnte möglich sein. | Untergrund, Bohrgenehmigung und Bohrkosten. |
| Wasser-Wasser-Wärmepumpe | Geeignetes Grundwasser ist vorhanden. | Wassermenge und -qualität, zwei Brunnen und Genehmigung. |
| Innen aufgestellte Luft-Wasser-Wärmepumpe prüfen | Für ein Außengerät ist wenig Platz oder die Geräusche sind schwer zu begrenzen. | Platz im Haus, Luftkanäle und Wanddurchbrüche. |
Was kostet es, eine Gasheizung auf eine Wärmepumpe umzurüsten?
Für die Umrüstung gibt es keinen verlässlichen Einheitspreis. Eine Auswertung von Angeboten für Luft-Wasser-Wärmepumpen in Einfamilienhäusern zeigte Preise von rund 29.000 bis 62.000 Euro.
Abhängig ist der Preis davon, welche Leistungen und Arbeiten für den Austausch der Gasheizung notwendig sind. Der Wärmepumpentyp beeinflusst ebenfalls den Preis.

Die folgende Tabelle zeigt erste Orientierungswerte für ein durchschnittliches Einfamilienhaus. Bei Erdreich und Grundwasser ist die Erschließung der Wärmequelle bereits hinzugerechnet. Hinzu kommen können zusätzliche Arbeiten am Haus, wie z.B. neue Heizkörper oder ein neuer Zählerschrank.
| Wärmepumpentyp | Orientierungswert | Was macht den Unterschied? |
|---|---|---|
| Luft-Wasser-Wärmepumpe | rund 30.000 € | Nutzt Außenluft; es sind keine Erdarbeiten oder Brunnen nötig. |
| Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdreich) | rund 35.000–47.000 € | Enthält rund 8.000–16.500 € für Erdkollektoren. Bei Erdsonden können die Kosten anders ausfallen. |
| Wasser-Wasser-Wärmepumpe (Grundwasser) | rund 35.000–47.000 € | Enthält rund 8.000–16.500 € für Brunnen. |
Achten Sie bei der Kostenplanung für die Umrüstung einer Gasheizung auf eine Wärmepumpe insbesondere auf die folgenden Positionen:
- Planung und Heizlastberechnung;
- Wärmepumpe, Montage und Inbetriebnahme;
- Ausbau und Entsorgung der Gasheizung;
- Warmwasserbereitung und gegebenenfalls erforderliche Speicher;
- hydraulischer Abgleich und Anpassungen an Heizungsleitungen oder Heizkörpern;
- Elektroinstallation, Zählerschrank und mögliche Arbeiten am Netzanschluss;
- Fundament, Kondensatablauf, Wanddurchführungen und Wiederherstellung betroffener Flächen;
- gegebenenfalls Maßnahmen für eine geeignete, möglichst leise Aufstellung;
- Klärung der Stilllegung oder des Rückbaus des Gasanschlusses.
Beim hydraulischen Abgleich stellt der Fachbetrieb ein, wie viel Heizwasser durch die einzelnen Heizkörper fließt. Für die KfW-Förderung muss das Heizsystem entsprechend angepasst werden. Welche weiteren Arbeiten die KfW fördern kann, steht im aktuellen KfW-Infoblatt.
Was viele Menschen nicht wissen:
Eine vermeintlich günstige Position für die Wärmepumpe kann insgesamt teuer werden, wenn wesentliche Arbeiten erst nach Auftragserteilung dazukommen. Vergleichen Sie deshalb Angebote nach Ihrem Leistungsumfang.
Fragen Sie ausdrücklich nach, welche Arbeiten nicht enthalten sind und wer dafür zuständig ist. Weiterführende Informationen bietet Ihnen unser Solarwatt-Ratgeber zu Kosten und Wirtschaftlichkeit von Wärmepumpen.
Förderungen für den Umbau von Gasheizung auf Wärmepumpe
Wie hoch ist die Förderung für die Umrüstung 2026?
Für private Eigentümer bestehender Wohngebäude ist die KfW-Heizungsförderung 458 relevant. Sie steht ebenfalls Eigentümern vermieteter Einfamilienhäuser offen. Wichtig ist, dass der Bauantrag für das Gebäude bei Antragstellung mindestens fünf Jahre zurückliegen muss.
Für einen Antrag sieht das Programm im hier betrachteten Einfamilienhaus folgende Bausteine vor (Stand: September 2026):
- 30 % Grundförderung auf die förderfähigen Kosten;
- 16 % Klimageschwindigkeitsbonus, wenn eine funktionsfähige zentrale Gasheizung nach mindestens 20 Jahren seit ihrer ersten Inbetriebnahme vollständig ausgetauscht und fachgerecht entsorgt wird; bei einer funktionsfähigen Gas-Etagenheizung hingegen gilt keine Altersgrenze;
- Einkommensbonus für Selbstnutzer, abhängig vom zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen: 40 %, 30 % oder 10 %. Ein minderjähriges, kindergeldberechtigtes Kind im Haushalt erhöht die maßgebliche Einkommensgrenze einmalig um 10.000 Euro.
Die beschriebenen Klima- und Einkommensboni setzen eine selbstgenutzte Haupt- oder alleinige Wohneinheit voraus.
Wie wird die Förderung zum Umbau beantragt?
Damit die Förderung für den Umbau reibungslos bewilligt wird, erfolgt die Antragstellung in der Regel in der folgenden Reihenfolge:
- Ein Fachunternehmen oder eine zugelassene Energieeffizienz-Fachperson plant die Maßnahme und erstellt die Bestätigung zum Antrag (BzA).
- Es wird ein Lieferungs- oder Leistungsvertrag mit dem Fachunternehmen geschlossen. Dieser muss bereits beim Abschluss eine aufschiebende oder auflösende Bedingung zur KfW-Förderzusage und ein vorgesehenes Umsetzungsdatum enthalten.
- Mit BzA und Vertrag wird der Zuschuss im Portal „Meine KfW“ beantragt. Die Arbeiten vor Ort dürfen noch nicht begonnen haben.
- Nach der Zusage kann das Vorhaben umgesetzt werden. Anschließend werden Bestätigung nach Durchführung, Rechnungen und gegebenenfalls weitere Nachweise eingereicht.
Wichtig: Die Arbeiten vor Ort dürfen noch nicht begonnen haben. Ebenfalls erkennt die KfW nachträgliche Ergänzungen der Förderbedingung in einem bereits geschlossenen Vertrag nicht an.
Beispielrechnungen: Kosten nach Förderung und im Betrieb
Die nachfolgenden drei Beispiele zeigen, wie sich Gesamtkosten, Zuschuss und Eigenanteil unterscheiden können. Wir nehmen jeweils ein selbst genutztes Einfamilienhaus an, in dem mindestens 28.000 Euro der Kosten förderfähig sind. Einen möglichen Einkommensbonus rechnen wir hier nicht ein.
| Beispiel | Gesamtkosten | Zuschuss: Prozentsatz nur auf 28.000 € | Eigenanteil |
|---|---|---|---|
| A: Modernisiertes Haus, kaum Zusatzarbeiten | 30.000 € | 30 % von 28.000 € = 8.400 € | 21.600 € |
| B: Typischer Bestand, einzelne Heizkörper und Elektroarbeiten | 40.000 € | 46 % von 28.000 € = 12.880 € | 27.120 € |
| C: Hoher Anpassungsbedarf, umfangreiche Arbeiten an Heizflächen, Leitungen und Elektrik | 60.000 € | 46 % von 28.000 € = 12.880 € | 47.120 € |
In A nehmen wir an, dass die Voraussetzungen für den Klimageschwindigkeitsbonus nicht erfüllt sind, daher rechnen wir hier nur mit 30 % Grundförderung. Bei B und C wird dagegen eine noch funktionierende Gaszentralheizung ersetzt, die seit mindestens 20 Jahren in Betrieb ist. So ergeben sich 30 % + 16 % = 46 %. Obwohl C deutlich teurer ist als B, bleibt der Zuschuss gleich: In beiden Fällen wird er nur aus 28.000 Euro berechnet.
Gut zu wissen: Mit einem Einkommensbonus kann der Zuschuss höher ausfallen als in der Tabelle. Insgesamt sind 70 % möglich, bei einem niedrigen zu versteuernden Haushaltseinkommen bis zu 80 % der berücksichtigten förderfähigen Kosten. Das ist ein zusätzlicher Förderfall und ändert nichts an der Grenze von 28.000 Euro in diesen Beispielen.
Zum Eigenanteil aus der Tabelle oben kommen die jährlichen Heizkosten hinzu. Für dieselben drei Modellhäuser A, B und C nehmen wir nun beispielhaft unterschiedliche Gasverbräuche und Jahresarbeitszahlen an.
Annahmen für unsere Beispielrechnung:
- Für die Rechnung haben wir 12,3 Cent je Kilowattstunde Gas und 25 Cent je Kilowattstunde Wärmepumpenstrom angesetzt. Die Grundpreise sind eingerechnet.
- Wir nehmen außerdem an, dass die alte Gasheizung 90 % der Energie aus dem Gas als nutzbare Wärme bereitstellt.
- Für die Wartung setzen wir 250 Euro pro Jahr für Gas und 150 Euro pro Jahr für die Wärmepumpe an.
- Reparaturen, Finanzierung, spätere Preisänderungen und Solarstrom sind nicht eingerechnet.
Die jährlichen Unterschiede der Kosten auf einen Blick:
| Haus und Annahmen | Gas pro Jahr, mit Wartung* | Wärmepumpe pro Jahr, mit Wartung* | Unterschied pro Jahr* |
|---|---|---|---|
| A: 15.000 kWh Gasverbrauch; JAZ 3,7 | 2.095 € | rund 1.062 € | rund 1.033 € |
| B: 20.000 kWh Gasverbrauch; JAZ 3,4 | 2.710 € | rund 1.474 € | rund 1.236 € |
| C: 25.000 kWh Gasverbrauch; JAZ 2,8 | 3.325 € | rund 2.159 € | rund 1.166 € |
*Hinweis: Die Zahlen sind keine Prognose für ein konkretes Haus. Die Rechnung zeigt eine Methode, keine zugesicherte Einsparung.
Beispielrechnung für B:
20.000 kWh Gas × 0,90 = 18.000 kWh Nutzwärme. Bei einer Jahresarbeitszahl (JAZ) von 3,4 braucht die Wärmepumpe dafür rund 5.294 kWh Strom. Mit den angenommenen Preisen und Wartungsbeträgen ergeben sich rund 1.474 Euro pro Jahr für die Wärmepumpe und 2.710 Euro für Gas. Die Differenz beträgt rund 1.236 Euro.
Für den wirtschaftlichen Vergleich zählen die Mehrkosten der Wärmepumpe gegenüber einer realistischen Alternative. Einfach den Eigenanteil durch die jährliche Ersparnis zu teilen, liefert noch keine verlässliche Antwort.
Warum?
Die Rechnung lässt zum Beispiel weg, dass vielleicht ohnehin eine neue Heizung nötig wäre. Auch Zinsen, spätere Energiepreise und Reparaturen fehlen. Lassen Sie deshalb beide Heizlösungen über denselben Zeitraum und mit denselben Preisannahmen vergleichen.
Das bedeutet:
Ob sich der Umbau wirtschaftlich lohnt, lässt sich nur durch einen ganzheitlichen Vergleich über die gesamte Lebensdauer der Heizung verlässlich bewerten. Dabei müssen die Anschaffungskosten nach Förderung, die laufenden Betriebskosten sowie die Aufwendungen für eine ohnehin fällige Ersatzinvestition gegeneinander abgewogen werden.
Neben den Kosten können Sie auch die Vor- und Nachteile von Wärmepumpen für Ihre Entscheidung abwägen. Ebenfalls hilfreich ist hier unser Ratgeber zum Wärmepumpen-Stromverbrauch berechnen.
So läuft der Wechsel von Gas zur Wärmepumpe ab

- Ausgangslage erfassen. Gasabrechnungen, Heizungsunterlagen und Angaben zu kühlen Räumen sammeln. Zustand und Alter der bestehenden Gasheizung prüfen.
- Haus und Heizsystem untersuchen. Heizlast, Heizkörper, Vorlauftemperatur und Warmwasserbedarf ermitteln. Mögliche Verbesserungen am Gebäude in die Planung einbeziehen.
- System und Aufstellort festlegen. Wärmequelle, Geräusche, Platz, Kondensat, Stromanschluss und nötige Zusatzarbeiten berücksichtigen.
- Angebote vergleichen. Gleichen Leistungsumfang, angenommene Effizienz, voraussichtliche Betriebskosten und Ausschlüsse prüfen.
- Förderung vorbereiten. BzA und Vertrag mit der erforderlichen Förderbedingung erstellen lassen; Anforderungen an Messung und Steuerung klären. Danach den Antrag stellen.
- Nach Zusage installieren. Alte Heizung ausbauen, Wärmepumpe und vereinbarte Umfeldmaßnahmen umsetzen, hydraulisch abgleichen und Anlage in Betrieb nehmen.
- Gasversorgung beenden. Liefervertrag kündigen und die gewünschte Stilllegung oder den Rückbau des Anschlusses mit dem örtlichen Netzbetreiber vereinbaren.
- Erstes Betriebsjahr auswerten. Raumtemperaturen, Stromverbrauch und erzeugte Wärme beobachten. Heizkurve und Betriebszeiten bei Bedarf nachstellen lassen.
Welche Ergänzungen oder Alternativen sind sinnvoll?
Wie passen Photovoltaik und Wärmepumpe zusammen?
Eine PV-Anlage kann Strom für die Wärmepumpe liefern, wenn Erzeugung und Verbrauch zeitlich zusammenfallen. Warmwasserbereitung und Heizbetrieb in der Übergangszeit bieten andere Möglichkeiten als ein dunkler Wintertag mit hohem Wärmebedarf.
Ein Energiemanagementsystem kann den Betrieb dafür geeigneter Anlagen auf Solarstromüberschüsse abstimmen. Ob eine konkrete Wärmepumpe angesprochen werden kann und wie viel Verbrauch zeitlich verschiebbar ist, hängt von der technischen Einbindung und dem Wärmebedarf ab. Eine Wärmepumpe erzeugt durch diese Steuerung nicht mehr Energie, aber sie kann einen Teil ihres Stroms zu günstigeren Zeiten beziehen.
Ein Batteriespeicher verschiebt Solarstrom zum Beispiel vom Tag in den Abend. Er macht aus einer PV-Anlage keinen saisonalen Stromspeicher für den Winter. Ob er sich zusammen mit der Wärmepumpe rechnet, hängt auch davon ab, welche anderen Haushaltsgeräte den Strom nutzen könnten und welche Einspeisevergütung entgeht.
Lesetipp: Eine Einführung bietet unser Ratgeber zu Wärmepumpe und Photovoltaik.
Für wen ist eine Hybridlösung sinnvoll?
Eine Hybridheizung verbindet eine Wärmepumpe mit einer bestehenden Gasheizung. Sie kann eine Übergangslösung sein, wenn ein Gebäude schrittweise saniert wird oder eine technische Einschränkung vorläufig bestehen bleibt. Die beiden Wärmeerzeuger brauchen eine klar geplante hydraulische und regelungstechnische Zusammenarbeit. Gasanschluss und Aufwand für zwei Anlagen bleiben bestehen.
Vor dieser Entscheidung sollte geprüft werden, ob gezielte Änderungen an Heizkörpern oder Gebäudehülle einen vollständigen Wechsel ermöglichen.
Häufige Fragen zur Umrüstung
Für den Kostenvergleich von Wärmepumpe und Gasheizung zählen nicht nur die Energiepreise. Entscheidend ist auch, wie viel Nutzwärme das Haus braucht und wie effizient die jeweilige Anlage sie bereitstellt.
Die Jahresarbeitszahl (JAZ) der Wärmepumpe gibt an, wie viele Kilowattstunden Wärme im Jahresmittel pro eingesetzter Kilowattstunde Strom erzeugt werden. Bei JAZ 3,4 entstehen rechnerisch aus einer Kilowattstunde Strom 3,4 Kilowattstunden Wärme.
Eine Rechnung beginnt mit dem bisherigen Gasverbrauch. Daraus wird unter einer Annahme zum Nutzungsgrad die tatsächlich bereitgestellte Wärme geschätzt. Diese Wärmemenge wird durch die erwartete JAZ geteilt.
So ergibt sich der angenommene Wärmepumpenstrombedarf. Für eine individuelle Entscheidung sollte der Fachbetrieb eine zum Haus und Gerät passende JAZ prognostizieren. Der Durchschnitt eines Feldtests darf nicht ungeprüft übernommen werden.
Oft ja, aber ob Heizkörper und Leitungen bleiben können, hängt am Ende davon ab, ob sie das Haus auch mit der Wärmepumpe ausreichend warm halten. Ein Fachbetrieb prüft dafür unter anderem den Wärmebedarf, die Heizkörper und den Stromanschluss.
Manchmal sind einzelne Anpassungen nötig. Eine Fußbodenheizung oder komplette Sanierung ist in der Regel nicht erforderlich.
Ja, eine Gastherme kann durch eine Wärmepumpe ersetzt werden. Versorgt die Gastherme nur eine Wohnung, müssen Einbau und Förderung für diese Wohnung gesondert geplant werden.
Die Kostenbeispiele für ein ganzes Einfamilienhaus gelten dann nicht automatisch.
Ja, Wärmepumpen funktionieren oft mit normalen Heizkörpern. Sind die Heizkörper ausreichend groß, können sie die Räume mit passenden Vorlauftemperaturen beheizen.
Einzelne zu kleine Heizkörper lassen sich gegebenenfalls austauschen.
Die Kosten für das Nachrüsten hängen vom Gebäude und vom Leistungsumfang ab. Die oben genannte Auswertung von Luft-Wasser-Wärmepumpen-Angeboten zeigt eine große Spanne, ersetzt aber kein individuelles Angebot.
Wer bereits wassergeführte Heizkörper und geeignete Elektrik hat, benötigt andere Arbeiten als ein Haus mit Änderungen an Leitungen, Heizflächen und Zählerschrank. Das Angebot sollte sämtliche Positionen bis zur Inbetriebnahme umfassen.
Die Wärmepumpe und die Anpassungen am Haus verursachen ähnliche Kostenarten wie beim Wechsel von Gas. Hinzu können Ausbau und Entsorgung der Ölheizung, Tankanlage und des Restöls kommen. Die Gas-Beispiele lassen sich deshalb nicht eins zu eins übertragen.
Beim Austausch einer funktionsfähigen Ölheizung kann für Selbstnutzer der Klimageschwindigkeitsbonus unabhängig vom Alter der alten Anlage infrage kommen, wenn die übrigen Bedingungen erfüllt sind.
Beim Betrieb kann sie günstiger sein, wenn Strompreis und erreichte Effizienz zum Wärmebedarf passen. Bei der Anschaffung kann sie mehr kosten. Eine belastbare Entscheidung vergleicht deshalb für beide Systeme Investition und laufende Kosten über denselben Zeitraum.
Die Modellrechnungen oben zeigen, wie sich die Betriebskosten mit offen gelegten Annahmen vergleichen lassen.
Der Gasliefervertrag endet nicht automatisch, wenn der Anschluss stillgelegt oder zurückgebaut wird. Er muss gesondert beim Lieferanten gekündigt werden. Für Stilllegung, Zählerausbau oder Rückbau ist der örtliche Netzbetreiber zuständig; dort ist ein Antrag erforderlich.
Eine Stilllegung begründet nicht zwingend ein Sonderkündigungsrecht beim Liefervertrag. Prüfen Sie Fristen und mögliche Kosten, bevor der Umbautermin feststeht. Die offiziellen Regelungen finden Sie bei der Bundesnetzagentur hier.
Die Dauer hängt von vielen Faktoren ab wie der Planung, dem Förderantrag, den Lieferterminen, den elektrischen Arbeiten und der Montage. Gegebenenfalls kommt noch das Warten auf Genehmigungen hinzu.
Während der eigentlichen Umschaltung kann die bisherige Heizung zeitweise außer Betrieb sein. Lassen Sie sich den Ablauf und eine nötige Zwischenversorgung für Ihr Haus im Angebot erläutern, insbesondere bei einem Wechsel in der Heizperiode.
Technisch ist ein Parallelbetrieb möglich, wenn Fachleute Hydraulik, Regelung und sichere Wärmeversorgung entsprechend planen. Er ist keine automatische Zwischenstufe jeder Umrüstung.
Aber aufgepasst: Wenn die fossile Heizung nach dem Umbau in Betrieb bleibt, sind die Förderbedingungen für den Klimageschwindigkeitsbonus nicht erfüllt.
Quellen und Berechnungsgrundlagen
- KfW: Heizungsförderung für Privatpersonen, Programm 458 – Fördersätze, Boni und Antragstellung.
- KfW: Merkblatt zum Programm 458, September 2026 – Förderbedingungen und Berechnungsgrundlagen.
- KfW: Infoblatt zu förderfähigen Maßnahmen, September 2026 – anrechenbare Arbeiten sowie Anforderungen an Messung und Steuerung.
- Bundesverband Wärmepumpe: Praxisratgeber Modernisieren – Aufstellbedingungen und Wärmequellen.
- Fraunhofer ISE: Feldtest zu Wärmepumpen im Altbau, 2025 – Betrieb in älteren Gebäuden und Heizkörpernutzung.
- Bundesnetzagentur: Steuerbare Verbrauchseinrichtungen und Rückbau des Gasanschlusses – Netzbetrieb und Gasanschluss.
- Umweltbundesamt: Photovoltaik-Dachanlagen – Einordnung von Batteriespeichern.
Die Investitionssummen, Verbräuche, Energiepreise, Wartungskosten und JAZ-Werte der drei Szenarien sind Modellannahmen. Sie sind keine erhobenen Durchschnittswerte oder individuellen Prognosen.


