Bidirektionales Laden - Das Elektroauto als Stromspeicher

Elektroautos verfügen über eine sehr große Batterie, die auch als Stromspeicher für den Haushalt dienen kann. Möglich wird das durch das bidirektionale Laden, d.h., die Autobatterie kann nicht nur aufgeladen werden, um das E-Auto anzutreiben. Hier erfahren Sie mehr, wie weit das Konzept des bidirektionalen Ladens in der Praxis gediehen ist.
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    Das Wichtigste in Kürze:
    • Beim bidirektionalen Laden fließt Strom in beide Richtungen: in die Fahrzeugbatterie und aus ihr zurück.
    • Unterschieden wird zwischen Vehicle-to-Load, Vehicle-to-Home und Vehicle-to-Grid.
    • Erste kommerzielle Lösungen sind in Deutschland verfügbar, bislang aber meist an bestimmte Hersteller, Fahrzeuge und Tarife gebunden.
    • Benötigt werden ein kompatibles Elektroauto, eine bidirektionale Wallbox sowie geeignete Mess-, Steuerungs- und Schutztechnik.
    • Eine als "bidirektional vorbereitet" beworbene Wallbox kann nicht automatisch mit jedem Fahrzeug Strom zurückspeisen.
    • Besonders interessant ist die Technik in Verbindung mit Photovoltaik, Energiemanagement und einem dynamischen Stromtarif.
    • Für Ende 2026 ist die Einbindung bidirektional fähiger BMW-Modelle in das Heimenergiemanagement von SOLARWATT geplant.

    Update, Stand 31.07.2026: In Deutschland sind inzwischen erste kommerzielle Lösungen verfügbar. BMW und E.ON bieten beispielsweise ein Vehicle-to-Grid-Angebot für den BMW iX3 an. Für Ende 2026 planen BMW und SOLARWATT außerdem eine gemeinsame Vehicle-to-Home-Lösung.

    Was ist bidirektionales Laden?

    Für bidirektionales Laden ausgerüsteter BMW i3 (Pilotprojekt)
    Für bidirektionales Laden ausgerüsteter BMW i3 (Pilotprojekt) - Foto © BMW

    Beim herkömmlichen Laden fließt Strom ausschließlich aus dem Stromnetz oder der Photovoltaikanlage in die Batterie des Elektroautos. Beim bidirektionalen Laden kann die gespeicherte Energie anschließend wieder abgegeben werden.

    Das Elektroauto wird damit zu einem mobilen Stromspeicher. Abhängig von der verwendeten Technik kann es einzelne Geräte, den eigenen Haushalt oder das öffentliche Stromnetz versorgen.

    Dafür müssen Fahrzeug, Wallbox und Steuerung miteinander kommunizieren. Bei der Rückspeisung in das Haus oder Stromnetz wird der in der Batterie gespeicherte Gleichstrom außerdem in Wechselstrom umgewandelt.

    Wann lohnt sich bidirektionales Laden?

    Bidirektionales Laden kann sich besonders für Haushalte mit Photovoltaikanlage lohnen. Überschüssiger Solarstrom wird dabei nicht nur in einem stationären Heimspeicher, sondern zusätzlich in der Batterie des Elektroautos gespeichert und später im Haushalt genutzt.

    Ob die Technik wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt vor allem vom Nutzungsprofil ab:

    • Photovoltaikanlage vorhanden: Besonders vorteilhaft ist bidirektionales Laden, wenn regelmäßig Solarstromüberschüsse entstehen und das Fahrzeug während dieser Zeit häufig zu Hause steht.
    • Hoher Eigenverbrauch möglich: Je mehr selbst erzeugter Strom später im Haushalt genutzt werden kann, desto weniger Strom muss aus dem öffentlichen Netz bezogen werden.
    • Dynamischer Stromtarif: Das Fahrzeug kann in Stunden mit niedrigen Strompreisen geladen werden und die Energie später für den Haushalt oder das Stromnetz bereitstellen.
    • Teilnahme an einem V2G-Angebot: Bei geeigneten Angeboten kann bereits die zeitliche Verfügbarkeit des Fahrzeugs vergütet werden.

    Ohne Photovoltaikanlage hängt die Wirtschaftlichkeit stärker von Strompreisunterschieden, möglichen V2G-Vergütungen und den Anschaffungskosten des Gesamtsystems ab. Auch mit PV lohnt sich die Technik nur, wenn Fahrzeug, Wallbox und Energiemanagement kompatibel sind und das Auto regelmäßig als Speicher zur Verfügung steht.

    Bis zu 720 Euro V2G-Bonus pro Jahr

    Schon gewusst? Beim ersten kommerziellen V2G-Angebot Deutschlands von BMW und E.ON können Privatkunden unter den jeweiligen Vertragsbedingungen bis zu 720 Euro Bonus pro Jahr erhalten. Voraussetzung sind unter anderem ein kompatibler BMW iX3, die BMW Wallbox Professional sowie der zugehörige Stromtarif und Einspeisevertrag von E.ON. Die Konditionen lassen sich daher nicht pauschal auf andere Fahrzeuge oder Systeme übertragen. 

    Welche Vorteile bietet bidirektionales Laden?

    Bidirektionales Laden kann:

    • den Eigenverbrauch einer Photovoltaikanlage erhöhen
    • Solarstrom in der Fahrzeugbatterie zwischenspeichern
    • günstigen Netzstrom für eine spätere Nutzung speichern
    • einen Teil des Haushaltsverbrauchs abdecken
    • bei geeigneter Technik Ersatzstrom bereitstellen
    • über V2G eine Vergütung ermöglichen
    • zur Stabilisierung des Stromnetzes beitragen

    Welche Nachteile hat eine bidirektionale Wallbox?

    Derzeit bestehen einige Einschränkungen:

    • geringe Auswahl kompatibler Fahrzeuge und Wallboxen
    • Bindung an bestimmte Hersteller und Tarife
    • höhere Anschaffungs- und Installationskosten
    • komplexere Mess-, Schutz- und Steuertechnik
    • Energieverluste bei Speicherung und Umwandlung
    • Fahrzeug steht nicht jederzeit als Speicher zur Verfügung
    • teilweise noch ausstehende Software- oder Produktfreigaben
    • wirtschaftlicher Nutzen hängt stark vom Nutzungsprofil ab

    V2L, V2H und V2G im Vergleich

    AnwendungBedeutungVerwendung des StromsAktueller Stand
    V2LVehicle-to-LoadVersorgung einzelner GeräteBei verschiedenen Fahrzeugen verfügbar
    V2HVehicle-to-HomeVersorgung des eigenen HaushaltsMit ausgewählten Systemen möglich
    V2GVehicle-to-GridRückspeisung in das öffentliche StromnetzErste kommerzielle Angebote verfügbar

    Vehicle-to-Load: Geräte mit dem Elektroauto versorgen

    Bei Vehicle-to-Load, kurz V2L, versorgt das Elektroauto einzelne elektrische Geräte. Der Anschluss erfolgt je nach Fahrzeug über eine Steckdose oder einen Adapter.

    So lassen sich beispielsweise Werkzeuge, Campingausrüstung oder E-Bikes betreiben. Der Strom wird dabei nicht in das Hausnetz oder öffentliche Stromnetz eingespeist.

    Vehicle-to-Home: Strom für den eigenen Haushalt

    Bei Vehicle-to-Home, kurz V2H, gibt das Elektroauto Energie an das Hausnetz ab. In Verbindung mit einer Photovoltaikanlage kann tagsüber erzeugter Solarstrom im Fahrzeug gespeichert und später im Haushalt genutzt werden.

    Wichtig: Eine V2H-Wallbox allein reicht dafür nicht aus. Fahrzeug, Ladeeinrichtung, Leistungselektronik, Energiemanagement und Hausinstallation müssen als kompatibles Gesamtsystem funktionieren.

    Vehicle-to-Grid: Rückspeisung in das Stromnetz

    Bei Vehicle-to-Grid, kurz V2G, wird die Fahrzeugbatterie in das öffentliche Stromnetz eingebunden. Das Auto kann Strom aufnehmen, wenn viel Energie verfügbar ist, und ihn später wieder bereitstellen.

    Da Elektroautos den Großteil des Tages stehen, könnten viele vernetzte Fahrzeuge gemeinsam einen großen dezentralen Stromspeicher bilden. Dieses Speicherpotenzial gilt als einer der wichtigsten Gründe, warum bidirektionales Laden künftig zur Stabilisierung des Stromnetzes beitragen könnte.

    In Deutschland ist seit Frühjahr 2026 das erste kommerzielle V2G-Angebot für Privatkunden verfügbar. BMW und E.ON kombinieren dafür den BMW iX3 der Neuen Klasse mit der BMW Wallbox Professional, einem V2G-Stromtarif, einem Einspeisevertrag und einem intelligenten Messsystem.

     

    Ist bidirektionales Laden in Deutschland erlaubt?

    Ja, bidirektionales Laden ist in Deutschland grundsätzlich möglich. Welche Anforderungen gelten, hängt davon ab, ob der Strom im eigenen Haushalt genutzt oder in das öffentliche Netz eingespeist wird.

    Für V2H müssen Ladeeinrichtung, Hausinstallation sowie Mess-, Steuerungs- und Schutztechnik aufeinander abgestimmt sein. Bei V2G kommen Anforderungen an Netzanschluss, Messung, Bilanzierung und Abrechnung hinzu.

    Das bedeutet: 

    Die praktische Umsetzung hängt daher weiterhin vom verwendeten System, dem Messkonzept, dem Netzbetreiber und dem jeweiligen Energieangebot ab.

    Der regulatorische Rahmen wird derzeit weiterentwickelt:

    Mit dem Verfahren "Marktintegration von Speichern und Ladepunkten", kurz MiSpeL, erarbeitet die Bundesnetzagentur derzeit neue Regeln für die flexiblere Marktteilnahme von Speichern und bidirektionalen Ladepunkten.

    Welche Voraussetzungen gelten für bidirektionales Laden?

    Für die Rückspeisung werden mehrere aufeinander abgestimmte Komponenten benötigt:

    • Kompatibles Elektroauto: Das Fahrzeug muss die gewünschte Anwendung ausdrücklich unterstützen. V2L bedeutet nicht automatisch, dass auch V2H oder V2G möglich ist.
    • Bidirektionale Wallbox: Die Ladeeinrichtung muss Energie aufnehmen und zurückführen können.
    • Kommunikationsschnittstelle: Auto und Wallbox müssen Informationen über Ladezustand, Leistung und Rückspeisung austauschen.
    • Energiemanagementsystem: Es koordiniert Photovoltaikanlage, Hausverbrauch, Fahrzeug und gegebenenfalls Stromtarif.
    • Mess- und Steuertechnik: Für V2G können ein intelligentes Messsystem und ein geeignetes Messkonzept notwendig sein.
    • Geeigneter Netzanschluss: Rückspeisefähige Systeme müssen die technischen Anschlussregeln erfüllen und mit dem Netzbetreiber abgestimmt werden.
    • Herstellerfreigabe: Fahrzeug- und Wallboxhersteller müssen die konkrete Kombination unterstützen.

    Welche Wallbox für bidirektionales Laden? 

    SOLARWATT Charger max
    Der SOLARWATT Charger max unterstützt die Voraussetzungen für bidirektionales Laden.

    Eine Wallbox für bidirektionales Laden muss Strom nicht nur an das Fahrzeug abgeben, sondern ihn auch sicher zurückführen können. Entscheidend ist jedoch nicht allein die Wallbox, sondern das Zusammenspiel des gesamten Energiesystems.

    Vor der Auswahl sollten folgende Fragen geklärt werden:

    • Unterstützt die Wallbox V2H, V2G oder lediglich intelligentes Laden?
    • Ist sie für das konkrete Fahrzeug und dessen Softwarestand freigegeben?
    • Erfolgt die Rückspeisung über Wechselstrom oder Gleichstrom?
    • Kann die Wallbox mit Photovoltaikanlage und Energiemanagement kommunizieren?
    • Sind die benötigte Mess-, Schutz- und Steuerungstechnik vorhanden?
    • Ist die Funktion bereits nutzbar oder lediglich für ein späteres Update vorbereitet?
    • Welche Vorgaben macht der zuständige Netzbetreiber?

    Der Begriff "bidirektional vorbereitet" bedeutet nicht zwingend, dass die Rückspeisung bereits genutzt werden kann. Freigaben, Software und kompatible Systemkomponenten können noch fehlen.

    Ein aktuelles Beispiel ist die für Ende 2026 angekündigte V2H-Lösung von BMW und SOLARWATT. Dabei sollen kompatible Fahrzeuge der Neuen Klasse über die BMW Wallbox Professional in das Heimenergiemanagement von SOLARWATT eingebunden werden. Die Funktion entsteht somit durch das abgestimmte Zusammenspiel aller Komponenten.

    Normale und bidirektionale Wallbox im Vergleich

    Normale Wallbox Bidirektionale Wallbox
    Lädt das ElektroautoLädt und entlädt das Elektroauto
    Keine RückspeisungJe nach System V2H oder V2G möglich
    Große ProduktauswahlNoch begrenzte Auswahl
    Meist geringere KostenHöhere System- und Installationskosten möglich
    Einfache KompatibilitätsprüfungFahrzeug, Software und Energiesystem müssen zusammenpassen

    Kann eine Wallbox PV-Überschussladen und bidirektional laden?

    Ja, ein kompatibles Gesamtsystem kann beide Funktionen verbinden. Beim PV-Überschussladen nimmt das Elektroauto Solarstrom auf, der im Haushalt gerade nicht benötigt wird. Beim bidirektionalen Laden kann ein Teil dieser Energie später wieder für das Haus oder das Stromnetz bereitgestellt werden.

    Das Energiemanagement berücksichtigt dabei beispielsweise:

    • Solarstromproduktion
    • Haushaltsverbrauch
    • Ladezustand des Fahrzeugs
    • Abfahrtszeit und benötigte Reichweite
    • Strompreis
    • mögliche Vorgaben des V2G-Anbieters

    Aufgepasst: Nicht jede Wallbox für PV-Überschussladen ist auch bidirektional. Umgekehrt lässt sich nicht jede bidirektionale Wallbox automatisch in jedes bestehende PV-System integrieren.

    Welche Autos können bidirektional laden? 

    Immer mehr Elektroautos unterstützen einzelne Formen des bidirektionalen Ladens. Dabei ist genau zu unterscheiden, ob ein Modell V2L, V2H oder V2G beherrscht.

    Ein Fahrzeug kann beispielsweise über V2L Geräte versorgen, ohne für die Rückspeisung in ein Haus oder Stromnetz freigegeben zu sein. Andere Modelle benötigen eine bestimmte Wallbox, einen passenden Softwarestand oder einen speziellen Energievertrag.

    Aktuelle Beispiele:

    Modell oder BaureiheAnwendungEinschränkung
    BMW iX3 Neue KlasseV2G, V2H angekündigtNur im jeweils kompatiblen BMW-, E.ON- oder SOLARWATT-System
    BMW i3 Neue KlasseV2H angekündigtSOLARWATT-Integration für Ende 2026 geplant
    Verschiedene Modelle weiterer Herstellerhäufig V2LV2L bedeutet nicht automatisch V2H oder V2G

     

    Was kostet eine bidirektionale Wallbox?

    Für eine bidirektionale Wallbox sollten Interessierte derzeit grob mit 2.000 bis 3.000 Euro allein für das Gerät rechnen. Ein aktuelles Beispiel ist die BMW Wallbox Professional: Die bidirektionale 11-kW-Wallbox kostet ca. 2.095 Euro inklusive Mehrwertsteuer, jedoch ohne Montage und mögliche Versandkosten. 

    Mit Installation liegt der Gesamtpreis häufig ungefähr zwischen 2.500 und 5.000 Euro. Sind zusätzlich Anpassungen am Zählerschrank, ein intelligentes Messsystem oder weitere Schutz- und Steuerungstechnik erforderlich, können die Kosten 5.000 Euro schnell überschreiten. 

    Der tatsächliche Preis hängt stark von der vorhandenen Elektroinstallation und dem jeweiligen Gesamtsystem ab. Zu den möglichen Kosten gehören:

    • bidirektionale Wallbox
    • Montage und elektrische Installation
    • Anpassung des Zählerschranks
    • Mess-, Schutz- und Steuerungstechnik
    • Energiemanagementsystem
    • gegebenenfalls zusätzliche Leistungselektronik
    • mögliche laufende Kosten für einen Strom- oder V2G-Tarif

    Vor dem Kauf sollte deshalb ein vollständiges Angebot eingeholt werden, das nicht nur die Wallbox, sondern auch Installation und erforderliche Zusatztechnik umfasst.

    Wo steht SOLARWATT beim bidirektionalen Laden?

    BMW und SOLARWATT bauen ihre Zusammenarbeit beim bidirektionalen Laden aus. Für Ende 2026 ist der Marktstart einer gemeinsamen V2H-Lösung in Deutschland, Österreich und den Niederlanden geplant.

    Dabei sollen bidirektional fähige Modelle der Neuen Klasse über die BMW Wallbox Professional in das Heimenergiemanagement von SOLARWATT eingebunden werden. Genannt werden der BMW iX3 und der BMW i3 der Neuen Klasse.

    Die Fahrzeugbatterie soll dadurch als zusätzlicher Speicher in das Zusammenspiel von Photovoltaikanlage, Heimspeicher und Stromverbrauch integriert werden.

    Fazit: Bidirektionales Laden wird praktisch nutzbar

    Bidirektionales Laden entwickelt sich in Deutschland von der Pilotanwendung zu ersten kommerziellen Angeboten. Die größten Chancen liegen in der Verbindung mit Photovoltaik, Energiemanagement, dynamischen Stromtarifen und der Stabilisierung des Stromnetzes.

    Noch begrenzen jedoch Kompatibilität, Kosten und Herstellerbindung die breite Nutzung. Eine bidirektionale Wallbox sollte deshalb nie isoliert betrachtet werden. Entscheidend ist, ob Fahrzeug, Ladeeinrichtung, Hausinstallation, Software und Tarif als freigegebenes Gesamtsystem funktionieren.

    Häufige Fragen und Antworten zum Thema

    Im Bundesprogramm "Laden im Mehrparteienhaus" können Anschaffung und Errichtung von Ladeinfrastruktur mit bis zu 2.000 Euro je zu elektrifizierendem Stellplatz inklusive Ladepunkt gefördert werden. Ob eine konkrete bidirektionale Lösung förderfähig ist, sollte vor der Beauftragung anhand der aktuellen technischen Anforderungen geprüft werden. 

    Für eine einzelne private Wallbox im Einfamilienhaus hingegen gibt es derzeit keine bundesweite Förderung. Es kann sich jedoch lohnen, regionale Programme oder Angebote lokaler Energieversorger zu prüfen.

    Das Elektroauto kann bei einem Stromausfall nur dann das Haus versorgen, wenn das Gesamtsystem ausdrücklich für Ersatz- oder Notstrom ausgelegt ist. V2H bedeutet nicht automatisch, dass der Haushalt bei einem Netzausfall weiter versorgt wird. Dafür muss die Hausanlage sicher vom öffentlichen Netz getrennt werden. Zusätzlich werden geeignete Schutz- und Umschalteinrichtungen benötigt.

    Wie lange das Fahrzeug Strom liefern kann, hängt von der nutzbaren Batteriekapazität, dem Haushaltsverbrauch, der Entladeleistung und der für die nächste Fahrt reservierten Energie ab.

    Stehen beispielsweise 40 kWh für das Haus zur Verfügung und verbraucht es 10 kWh pro Tag, ergibt sich rechnerisch eine Versorgung von rund vier Tagen. Praktisch reduzieren Umwandlungsverluste und reservierte Fahrenergie diesen Wert.

    Ein bidirektional ladendes Elektroauto kann einen Heimspeicher ergänzen und in einzelnen Haushalten teilweise ersetzen. Es steht jedoch nicht immer am Haus zur Verfügung und benötigt einen Teil der gespeicherten Energie für die Mobilität.

    Ein stationärer Speicher bleibt besonders sinnvoll, wenn:

    • das Auto tagsüber häufig unterwegs ist
    • Solarstrom regelmäßig zwischengespeichert werden soll
    • eine Ersatzstromversorgung unabhängig vom Fahrzeug gewünscht ist
    • die Fahrzeugbatterie nicht dauerhaft für das Haus bereitstehen soll

    In einem abgestimmten Energiesystem können Elektroauto und Heimspeicher unterschiedliche Aufgaben übernehmen.

    Lade- und Entladevorgänge tragen grundsätzlich zur zyklischen Alterung einer Batterie bei. Wie stark sich bidirektionales Laden auswirkt, hängt unter anderem von Ladezustand, Entladetiefe, Temperatur, Leistung, Zellchemie und Nutzungshäufigkeit ab.

    Intelligente Systeme können die Belastung begrenzen, indem sie nur einen definierten Teil der Kapazität für V2H oder V2G freigeben. Wichtig sind die Herstellerfreigabe und die Garantiebedingungen. Nicht freigegebene Fahrzeug-Wallbox-Kombinationen sollten nicht verwendet werden.

    Prüfen Sie vor der Investition und Kaufentscheidung bitte folgende Fragen:

    • Besitzen oder planen Sie eine Photovoltaikanlage?
    • Steht Ihr Auto häufig zu Hause, wenn Solarstrom erzeugt wird?
    • Unterstützt das Fahrzeug ausdrücklich V2H oder V2G?
    • Gibt es eine dafür freigegebene Wallbox?
    • Kann die Lösung in Ihr Energiemanagement eingebunden werden?
    • Sind Netzanschluss und Messkonzept geklärt?
    • Möchten Sie einen dynamischen Tarif oder ein V2G-Angebot nutzen?
    • Sind Garantie und Batterienutzung eindeutig geregelt?
    • Liegt ein vollständiges Angebot inklusive Installation vor?

    Je mehr Voraussetzungen erfüllt sind, desto eher kann bidirektionales Laden einen praktischen und wirtschaftlichen Mehrwert bieten.

    Elektroautobatterien speichern Gleichstrom. Haushalte und das öffentliche Stromnetz verwenden Wechselstrom. Deshalb muss die Energie beim Laden und Entladen umgewandelt werden:

    • Beim bidirektionalen AC-Laden übernimmt das Fahrzeug einen wesentlichen Teil dieser Umwandlung. Dafür benötigt es ein bidirektionales On-Board-Ladegerät.
    • Beim bidirektionalen DC-Laden befindet sich die benötigte Leistungselektronik meist in der Ladestation. Solche Systeme können aufgrund der zusätzlichen Technik größer und teurer sein.

    Welche Variante genutzt werden kann, hängt von Fahrzeug, Wallbox, Herstellerfreigabe und Anwendungsfall ab. 

    Ja, sofern Fahrzeug, Wallbox und Energiemanagement beide Funktionen unterstützen. Nicht jede Wallbox für PV-Überschussladen ist jedoch automatisch bidirektional. Prüfen Sie deshalb die Herstellerfreigaben für das konkrete Gesamtsystem.

     

    Bei V2G kann die Bereitstellung der Fahrzeugbatterie vergütet werden. Höhe und Bedingungen hängen jedoch vom jeweiligen Anbieter und Vertrag ab.