Solarthermie
Was ist Solarthermie?
Solarthermie nutzt Sonneneinstrahlung, um Wärme zu erzeugen. Das Sonnenlicht wird dabei direkt in nutzbare Wärme umgewandelt, anders als bei einer Photovoltaikanlage, die das Sonnenlicht in elektrischen Strom wandelt.
Das Prinzip funktioniert, indem Sonnenstrahlen auf einen Absorber treffen. Ein Kollektor nimmt die Strahlung auf und erwärmt ein Trägermedium, welches die Wärme anschließend zu einem Wärmespeicher transportiert.
Die gängigsten Einsatzbereiche sind dabei die Trinkwassererwärmung, Brauchwassererwärmung und Heizungsunterstützung. Im Normalfall kann über Solarthermie also die gesamte Wärme eines Hauses im Sommer betrieben werden. Im Winter wird die Heizung nur unterstützt.
Lohnt sich Solarthermie 2026 noch?
Ja, Solarthermie kann sich auch 2026 weiterhin lohnen. Ob sie wirtschaftlich ist, hängt jedoch vor allem vom Gebäude, dem Wärmebedarf und dem bestehenden Heizsystem ab.
Wann es sich lohnt:
Besonders sinnvoll ist Solarthermie häufig bei Haushalten mit hohem Warmwasserverbrauch oder als Ergänzung einer bestehenden Heizungsanlage. Eine Solarthermieanlage kann je nach Auslegung rund 50 bis 70 % des jährlichen Warmwasserbedarfs decken und dadurch Heizkosten senken. In Kombination mit einer Wärmepumpe oder einer bestehenden Gas- oder Biomasseheizung kann sie deren Energieverbrauch zusätzlich reduzieren.
Wann es sich nicht lohnt:
Wer dagegen sein Energiesystem komplett neu plant oder nur wenig Dachfläche zur Verfügung hat, sollte auch eine Photovoltaikanlage als Alternative prüfen. Strom aus Photovoltaik lässt sich flexibel für Haushaltsgeräte, Wärmepumpe, Batteriespeicher oder Elektroauto nutzen und kann bei Überschüssen ins Stromnetz eingespeist werden. Welche Lösung wirtschaftlicher ist, hängt daher immer vom individuellen Gebäude und Energiebedarf ab.
Kurzcheck: Solarthermie eignet sich besonders, wenn…
- mindestens drei Personen im Haushalt leben
- regelmäßig viel Warmwasser benötigt wird
- ausreichend sonnige Dachfläche vorhanden ist
- eine bestehende Heizung sinnvoll ergänzt werden soll
- Platz für einen Wärmespeicher vorhanden ist
Solarthermie oder Photovoltaik?
Beide Technologien nutzen die Energie der Sonne, verfolgen jedoch unterschiedliche Ziele.
| Solarthermie | Photovoltaik |
|---|---|
| erzeugt Wärme | erzeugt Strom |
| ideal für Warmwasser und Heizungsunterstützung | versorgt Haushaltsgeräte, Wärmepumpe, Batteriespeicher und Elektroauto |
| hoher Wirkungsgrad bei der Wärmeerzeugung | vielseitiger einsetzbare Energie |
| keine Einspeisung von Wärme möglich | überschüssiger Strom kann eingespeist werden |
Vor- und Nachteile von Solarthermie
Solarthermie kann Heizkosten senken und erneuerbare Wärme für Warmwasser und Heizung bereitstellen. Ob sich die Technik lohnt, hängt jedoch vom Gebäude, dem Wärmebedarf und der verfügbaren Dachfläche ab.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
Kann bis zu 50 bis 70 % des jährlichen Warmwasserbedarfs decken | Liefert Wärme, aber keinen Strom |
| Senkt Heizkosten und den Verbrauch fossiler Brennstoffe | Im Winter deutlich geringere Erträge als im Sommer |
| Staatliche Förderung reduziert die Investitionskosten | Benötigt einen ausreichend großen Wärmespeicher |
| Lange Lebensdauer von häufig über 20 Jahren | Nicht jedes Dach ist hinsichtlich Ausrichtung oder Verschattung geeignet |
| Sinnvolle Ergänzung zu Gas-, Biomasse- oder Wärmepumpenheizungen |
Wie funktioniert Solarthermie?
Die wichtigsten Bestandteile einer Solarthermieanlage sind Kollektoren, Solarpumpe, Wärmespeicher und Regelung. Gemeinsam bilden sie den Solarkreislauf und sorgen dafür, dass Sonnenenergie als Wärme für Warmwasser und Heizung genutzt werden kann.
Genauer passiert das wie folgt:
- Sonnenstrahlung trifft auf den Absorber im Kollektor und erwärmt die Solarflüssigkeit in den Rohren. Meist zirkuliert ein frostsicheres Wasser-Glykol-Gemisch zwischen Kollektor und Speicher.
- Über Leitungen fließt diese erwärmte Flüssigkeit nun zum Wärmespeicher, häufig ist das ein Trinkwasserspeicher. Angeregt wird diese Bewegung durch die Pumpe.
- Im Speicher sorgt ein Wärmetauscher für die Abgabe der Wärme von der Solarflüssigkeit auf das Wasser.
- Das wieder abgekühlte Wasser fließt zurück zum Dach, um neue Wärme von den Kollektoren aufzunehmen.
Damit dieser Kreislauf zustande kommt, wird eine Pumpe benötigt. Diese sorgt für Bewegung der Flüssigkeit. Ohne sie würde die warme Solarflüssigkeit oben bleiben und die abgekühlte unten.
All das wird vom Solarregler koordiniert. Er sorgt dafür, dass die Pumpe an- und ausgeschaltet wird, und prüft, ob Schutzmaßnahmen eingeleitet werden müssen (zum Beispiel Schutz vor Überhitzung).
Die mit Abstand am häufigsten eingesetzten Kollektoren sind Flachkollektoren und Vakuumkollektoren. Zudem gibt es Schwimmbadkollektoren mit ungedämmten Absorbern und Hybridkollektoren. Hybridkollektoren kombinieren Photovoltaik und Solarthermie.
| Merkmal | Flachkollektoren | Vakuumröhrenkollektoren |
|---|---|---|
| Aufbau | Glasabdeckung, Absorber (Kupfer/Aluminium), Wärmedämmung, Gehäuse (Aluminium/Stahl) | Mehrere parallele Glasröhren mit Vakuum, Absorberstreifen im Rohr (U-Rohr oder Heat-Pipe) |
| Funktionsweise | Sonnenstrahlen durchdringen Glas, erwärmen Absorber, Wärme wird an Solarflüssigkeit abgegeben; Glas wirkt wie Treibhaus | Sonnenstrahlen treffen durch Glas auf Absorber im Vakuum; Vakuum minimiert Wärmeverluste, höhere Temperaturen möglich |
| Vorteile | Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, bewährte robuste Technik, einfache Montage, geeignet für große Dachflächen | Höherer Wirkungsgrad, bessere Wirtschaftlichkeit im Winter und bei schwacher Einstrahlung, geringerer Flächenbedarf, geeignet für höhere Temperaturniveaus |
| Nachteile | Höhere Wärmeverluste bei kalter Umgebung, geringere Erträge im Winter, benötigt mehr Fläche für gleiche Leistung | Höhere Anschaffungskosten, technisch anspruchsvoller, aufwändigere Montage und Wartung |
| Typische Einsatzgebiete | Warmwasseraufbereitung, Kombianlagen mit viel Dachfläche | Heizungsunterstützung, begrenzte Dachflächen, kühles Klima |
In der Anschaffung sind Vakuumröhrenkollektoren teurer als Flachkollektoren. Flachkollektoren sind in der Regel ausreichend für die Warmwasserbereitung. Soll jedoch zusätzlich die Heizung unterstützt werden oder besteht wenig Platz für ein Solarthermiesystem, ist es lohnenswert, über Vakuumröhren nachzudenken.
Der Wirkungsgrad von Solarthermieplatten hängt vom Absorber ab, aber auch vom verwendeten Glas, der Dämmung und der Bauart. Der Absorber selbst besteht meist aus Kupfer oder Aluminium. Beide Metalle leiten Wärme gut.
Kupfer ist dabei korrosionsbeständiger und langlebiger, Aluminium hingegen leichter und preiswerter. Zudem haben Absorber auf dem Metall noch eine Beschichtung zum Management der Energien. Sie lässt zwar Solarenergie hinein, aber möglichst wenig Wärmeenergie wieder entweichen. Diese Beschichtung erhöht den Wirkungsgrad, wodurch er bis zu 90 % betragen kann.
Ein Wärmespeicher ist ein zentraler Bestandteil jeder Solarthermieanlage. Er speichert die erzeugte Wärme und stellt sie auch dann für Warmwasser oder Heizung bereit, wenn gerade keine Sonne scheint.
Je nach Nutzung kommen unterschiedliche Speichertypen infrage. Für die reine Warmwasserbereitung wird häufig ein Trinkwasserspeicher eingesetzt. Soll die Solarthermie zusätzlich die Heizung unterstützen oder mit einer Wärmepumpe beziehungsweise einem Heizkessel kombiniert werden, kommt meist ein Pufferspeicher oder Kombispeicher zum Einsatz.
Ein Pufferspeicher speichert die erzeugte Wärme in Form von warmem Heizungswasser. Dadurch kann die Solarwärme zeitversetzt genutzt und mit anderen Wärmequellen kombiniert werden. Gerade bei einer Heizungsunterstützung ist der Pufferspeicher deshalb ein wichtiger Bestandteil des Gesamtsystems.
| Merkmal | Trinkwasserspeicher | Kombispeicher |
|---|---|---|
| Hauptzweck | Warmwasserbereitung für Trinkwasser | Warmwasser + Heizungsunterstützung |
| Aufbau | Meist indirekt beheizter Behälter mit Wärmetauscher | Größerer Behälter mit separatem Trinkwassermodul (z. B. Tank-in-Tank oder Frischwasserstation) |
| Typische Größe | 200–500 Liter | 500–1.000 Liter und mehr |
| Einsatzgebiet | Reine Warmwasserbereitung | Kombianlagen mit Heizungsunterstützung |
| Hygiene | Wichtig: hohe Temperaturen, regelmäßige Erwärmung | Kombispeicher mit Frischwasserstation: hygienisch, da kein stehendes Trinkwasser |
Die richtige Speichergröße hängt unter anderem von der Kollektorfläche, dem Warmwasserbedarf und der Nutzung ab. Als grobe Faustregel gelten bei Flachkollektoren etwa 50 Liter Speichervolumen pro Quadratmeter Kollektorfläche, bei Vakuumröhrenkollektoren etwa 60 bis 70 Liter.
Ein gut dimensionierter Pufferspeicher kann außerdem Wärme aus mehreren Quellen aufnehmen. So lassen sich beispielsweise Solarthermie, Wärmepumpe oder Heizkessel miteinander kombinieren.
Tipp: Ein größerer Speicher ist nicht automatisch besser. Ist er zu klein, kann überschüssige Solarwärme nicht vollständig genutzt werden. Ist er deutlich überdimensioniert, steigt die Speichertemperatur langsamer und die nutzbare Wärme kann sinken.
Die Regelung sorgt dafür, dass alle Komponenten der Solarthermieanlage optimal zusammenarbeiten. Sie überwacht kontinuierlich die Temperaturen in Kollektoren und Wärmespeicher und entscheidet automatisch, wann die Solarpumpe Wärme transportieren soll.
Ist ausreichend Sonnenenergie vorhanden, wird die erwärmte Solarflüssigkeit zum Speicher gepumpt. Reicht die Solarwärme nicht aus oder ist der Speicher bereits vollständig geladen, passt die Regelung den Betrieb entsprechend an.
Moderne Regelsysteme übernehmen zudem wichtige Schutzfunktionen. Sie verhindern unter anderem Überhitzung im Sommer und sorgen dafür, dass die Solarthermieanlage auch bei wechselnden Wetterbedingungen effizient arbeitet.
Welche Größe braucht eine thermische Solaranlage?
Die richtige Größe ist abhängig von vielen Faktoren. Dazu gehören: Anzahl der Personen, die im Haushalt leben, der Warmwasserbedarf, die Wohnfläche, der Kollektortyp, die Dachausrichtung und die Isolierung des Hauses.
Das Ziel ist es, letztendlich eine Anlage zu haben, die groß genug ist, den Wärmebedarf sinnvoll zu decken, ohne dabei zu groß zu sein und aufgrund von Nichtnutzung der Wärme zu überhitzen.
Ganz grob kann für reine Warmwasserbereitung mit 1–1,5 Quadratmetern pro Person, die im Haushalt lebt, gerechnet werden. Mit Solarthermie-Heizungsunterstützung je nach Bedarf mit bis zu 10 Quadratmetern pro Person.
Zudem muss beachtet werden, dass Haushalte mit Mehrpersonen zwar deutlich mehr Warmwasser benötigen, die Unterstützung der Heizleistung allerdings mehr von der Größe der Wohnfläche abhängt.
Die beste Dachausrichtung, Neigung und Einstrahlung?
Nicht jedes Dach ist gleich gut geeignet für die Montage von Solarthermie-Anlagen:
| Dachtyp | Eignung | Hinweis |
|---|---|---|
| Satteldach | sehr gut | meist einfach zu montieren und gut ausrichtbar |
| Pultdach | gut | oft günstige Südausrichtung möglich |
| Flachdach | gut bis sehr gut | mit Aufständerung flexibel ausrichtbar |
| Walmdach | eingeschränkt | weniger nutzbare Fläche, Ausrichtung oft nicht ideal |
| Norddach | meist ungeeignet | nur in Sonderfällen sinnvoll |
Grundsätzlich gilt in Deutschland, dass die Südausrichtung der Sonnenkollektoren für Solarthermie am geeignetsten ist. Ein Dachneigungswinkel von 35° ist ideal, jedoch sind auch Abweichungen möglich. Für Warmwasser sind Winkel zwischen 30 und 50° sinnvoll, für Heizunterstützung Winkel zwischen 45 und 70°.
Je nach Region unterscheiden sich die Einstrahlungswerte. Der Deutsche Wetterdienst bietet zum Beispiel eine Karte an, auf der die unterschiedlichen Einstrahlungsverhältnisse abgebildet sind.
Je nach individueller Lage gibt es auch Dächer, auf denen die Südausrichtung nicht ideal ist oder ein anderer Neigungswinkel mehr Ertrag bietet. Grund dafür könnten zum Beispiel Verschattungen sein. Verschattungen durch Bäume, Dachgauben oder sogar Berge können den Wärmeertrag deutlich senken.
Wichtig: Auch wenn Solarthermie besser mit Verschattungen umgehen kann, als PV-Anlagen, sollten Schatten möglichst vermieden werden.
Wie teuer sind Solarthermieanlagen?
Der Preis einer Solarthermieanlage hängt stark von Bedarf, Kollektorfläche, Speichergröße, Kollektortyp und Aufwand der Installation ab. Wer Solarthermie ausschließlich für Warmwasserbereitung nutzen möchte, kann 3.000–6.000 € planen.
Bei zusätzlicher Heizungsunterstützung befindet sich der preisliche Rahmen eines Solarthemis-Komplettpakets eher zwischen 7.000 und 17.000 €. Flachkollektoren kosten dabei etwa 200–500 €/m2, wobei Vakuumröhrenkollektoren etwa 500–800 €/m2 kosten. Hinzu kommen die Installation und weiteres Zubehör:
| Komponente | Typische Kosten Solarthermie |
|---|---|
| Speicher (Warmwasser oder Kombispeicher) | ca. 1.000–1.500 € (je nach Größe und Typ) |
| Rohrleitungen, Regelung, Solarstation | ca. 1.000–2.000 € |
| Montage und Installation | ca. 1.500–3.000 € (abhängig von Dachtyp und Aufwand) |
| Laufende Kosten (Wartung, Strom, Versicherung) | ca. 100–200 €/Jahr |
Je nach Ausführung ergibt sich für ein Einfamilienhaus mit vier Haushaltsmitgliedern für eine Solarthermieanlage mit Warmwasser und Heizungsunterstützung eine Preisspanne von etwa 8.000 bis 12.500 €.
Allgemein gilt eine Solarthermieanlage als vergleichsweise wartungsarm. Dennoch müssen einige Vorkehrungen für einen sicheren Betrieb getroffen werden.
- Einfache Inspektion 20–50 €: Jährlich sollte die Anlage inspiziert werden. Hierbei werden Anlagedruck, Solarregler, Solarpumpe, Frostschutz, Sicherheitsventil, Dämmung und Leitungen kontrolliert.
- Umfangreiche Wartung 100–250 €: Alle 2–5 Jahre sollten dann Einzelteile neu eingestellt oder ausgetauscht werden, um die bestmögliche Sicherheit und höchste Effizienz zu erhalten. Mit inbegriffen sind hier die Pumpeninspektion und Regelungswartung.
- Austausch der Solarflüssigkeit 300–800 €: Alle 5–10 Jahre sollte die Solarflüssigkeit ausgetauscht werden. Durch das Altern der Solarflüssigkeit können Frostschutz und Wärmetransport nachlassen.
Die Lebensdauer einer Solarthermieanlage ist häufig länger als 20 Jahre. Je nach Anlagengröße und Nutzung beträgt die Amortisationszeit in vielen Fällen nur 10 bis 15 Jahre.
Das Einsparpotenzial bei der Verwendung von Solarthermie für Warmwasser liegt bei ca. 50–60 % des Warmwasserbedarfs. Das kann eine Einsparung von etwa 200–400 € pro Jahr sein.
Bei der Nutzung von Solarthermie für Warmwasser und Heizung sind das etwa 20–30 % des Gesamtbedarfs, was Ersparnisse von 300–600 € pro Jahr sein können.
Neben der Art des Brennstoffes hängen die Ersparnisse auch vom solaren Deckungsgrad ab. Der solare Deckungsgrad beschreibt, wie viel Wärme die Solaranlage jährlich liefert. Ist der Deckungsgrad größer, sinken die sonstigen Heizkosten.
Bei dem Betrieb einer Gasheizung, die durch Solarthermie ergänzt wird, sind 20–30 % Einsparungen typisch – im Sommer sogar bis zu 60 %.
Wärmepumpen, die durch Solarthermie unterstützt werden, profitieren besonders durch das Vorwärmen des Wassers können bis zu 50 % Gesamteinsparungen erzielt werden.
Der ROI (Return on Investment) beträgt jegliche Einsparung, die nach der Amortisationszeit noch geschieht. Da die Amortisationszeit nur ca. 10–15 Jahre beträgt, die Lebensdauer der Anlage aber häufig länger als 20 Jahre ist, ist es nicht unrealistisch, mit 10 Jahren Profit zu rechnen. Bei jährlichen Einsparungen von 300 € wären das zum Beispiel 3000 €, die gespart werden.
Es besteht die Möglichkeit einer Förderung durch die BEG, die Bundesförderung für effiziente Gebäude. Dabei bietet die BEG EM einen Zuschuss oder einen Kredit für Einzelmaßnahmen, während die BEG WG einen Kredit mit Tilgungszuschuss für Wohngebäude ermöglicht.
Mögliche Förderelemente:
| Förderelement | Fördersatz* |
|---|---|
| Grundförderung | 30 % |
| Klimageschwindigkeitsbonus | 16 % (ehemals 20 %) |
| Einkommensbonus | 10 bis 40 % (ehemals bis 30 %) |
| Maximaler Fördersatz | 70 %, bei bestimmten selbstnutzenden Eigentümern bis zu 80 % |
*Neuster Stand: 21.07.2026
Der Förderantrag muss vor Beginn der Maßnahme gestellt werden. Die Antragstellung erfolgt über die KfW. Je nach Bundesland oder Kommune können zusätzlich regionale Förderprogramme verfügbar sein, die mit der Bundesförderung kombiniert werden können.
Auch ein Wärmemengenzähler muss eingebaut werden und ein hydraulischer Abgleich muss durchgeführt werden.
Es lohnt sich, vor dem Kauf in der eigenen Region zu schauen, ob es regionale Förderangebote gibt. Häufig können diese mit der staatlichen Förderung kombiniert werden.
Wie effizient sind Solarthermieanlagen?
Wärmeertrag und Einflussfaktoren
Der Wärmeertrag ist die Menge an nutzbarer Wärme, die eine Solarthermieanlage pro Zeitraum liefert, meist in kWh (Kilowattstunden) pro Jahr angegeben. Vereinfacht lässt er sich aus Kollektorfläche × Einstrahlung × Kollektorwirkungsgrad abschätzen. In der Praxis kommen noch Verluste durch Speicher, Leitungen und Verschattung hinzu.
Einige Faktoren, die den Ertrag beeinflussen können:
- Kollektortyp: Flachkollektoren sind durch ihren geringeren Preis häufig wirtschaftlicher. Allerdings bieten Vakuumröhren besonders bei Kälte oder Teilbeschattung bessere Erträge.
- Kollektorfläche: Je mehr Fläche Sonnenstrahlen auffangen, desto mehr Ertrag hat die Anlage letztendlich.
- Verschattung: Schatten, besonders bei ungünstiger Dachlage, reduzieren den Ertrag deutlich, da weniger UV-Strahlen auf die Anlage treffen.
- Einstrahlung: Je höher und direkter die regionale Sonneneinstrahlung, desto höher der Ertrag.
Beim Ertrag sollten immer auch saisonale Schwankungen berücksichtigt werden. Im Sommer ist der Ertrag am höchsten und es kann vermutlich der gesamte Warmwasserbedarf gedeckt werden. Im Winter hingegen gibt es weniger Ertrag, Solarthermie kann nur unterstützend arbeiten.
| Anlagentyp | Typische Kollektorfläche | Typischer Jahresertrag |
|---|---|---|
| Warmwasseranlage klein | 4–6 m² | ca. 1.400–3.000 kWh/Jahr |
| Familienanlage Warmwasser | 6–10 m² | ca. 2.100–5.000 kWh/Jahr |
| Heizungsunterstützung | 10–20 m² | ca. 3.500–10.000 kWh/Jahr |
Effizienzsteigerung im Betrieb
Für einen maximalen Wärmeertrag können einige Regelungsparameter optimiert werden:
- Temperaturdifferenz: Zu niedrige Schwellen für den Pumpbetrieb sorgen für unnötigen Betrieb, während zu hohe Schwellen Ertragsverluste durch Stagnation verursachen.
- Pumpendrehzahl: Durchfluss muss zur aktuellen Einstrahlung passen
- Zirkulationspumpe: Laufzeit und Sensitivität auf Bedarf abstimmen
- Einstellungen nach Zeit und Witterung: Stillstand bei Strahlungsänderung vermeiden
Um Wärmeverluste im Solarkreislauf zu vermeiden, ist eine gute Dämmung besonders wichtig. Fokus liegt dabei auf der Dämmung der Rohre, der Pumpe und von Kugelhähnen und Armaturen. Je besser die Speicherdämmung ist, desto weniger Wärme geht zwischen Erzeugung und Nutzung der Wärme verloren.
FAQ: Solarthermie
Solarthermie ist eine Art, die Sonne für Wärmeenergie, statt für elektrische Energie zu verwenden. Solarthermie wird also genutzt, um beispielsweise das Duschwasser zu erwärmen oder die Heizung zu betreiben.
Vorteile von Solarthermie sind geringere Heizkosten und weniger CO2-Ausstoß, allerdings gibt es auch einige Nachteile, die einkalkuliert werden müssen, wie den Platzbedarf und die Wetterabhängigkeit.
Die aufgenommene Sonnenenergie erwärmt Wasser oder eine andere Wärmeträgerflüssigkeit und wird so in gewisser Weise gespeichert.
Auf dem Dach nehmen Kollektoren die Solarenergie auf, welche über Rohre zur Speiche transportiert wird. Von hier wird sie über einen Wärmetauscher an den Ort der Verwendung wie das Trinkwasser oder das Heizungswasser abgegeben.
Solarthermie ist besonders geeignet für Mehrpersonenhaushalte, die einen regelmäßig hohen Warmwasserverbrauch haben (weil zum Beispiel mehrere Personen warm duschen und nicht nur eine, wie in einem Einpersonenhaushalt).
Die Amortisationszeit beträgt in vielen Fällen etwa 14 Jahre.
In Deutschland ist meist eine Ausrichtung in Richtung Süden am geeignetsten, da eine gute Sonneneinstrahlung benötigt wird. Je nach Dach und Verschattung kann allerdings auch eine Ost/ West Ausrichtung ertragreicher sein.
Die Größe ist abhängig vom Jahresverbrauch an Warmwasser, der Anzahl der Personen im Haushalt und dem Heizverhalten. Auch die verfügbare Dachfläche und Verschattungen auf dem Dach sind maßgeblich dafür, wie die Kollektorfläche ausgelegt werden kann.
Dachneigungen von 20° bis 60° sind geeignet für Solarthermie, können jedoch zu geringeren Erträgen führen. Ideal sind 30° bis 45°, für Personen, die sowohl Warmwasser als auch Heizung mit Solar betreiben wollen. Für Warmwasser sind 30° bis 40° Grad ideal, für Heizungsunterstützung 40° bis 50°.
Eine fachgerechte Installation ist wichtig für die Sicherheit und Effizienz der solarthermischen Anlage. Deswegen wird sie von Heizungsbauern, Sanitärunnternehmen und Fachfirmen für Solarthermieanlagen selbst installiert.
Ja, Solarthermie wird mit bis zu 70 % gefördert von der staatlichen Förderbank KfW (Programm "Heizungsförderung für Wohngebäude", Nr. 458).
Die genaue Förderung ist jedoch individuell abhängig und es gibt auch Unterschiede in den einzelnen Bundesländern. Eine Beratung zum Thema ist immer empfehlenswert.
Jährlich kann eine typische Solarthermieanlage etwa 50 bis 70 % des Warmwasserbedarfs decken. Das ist natürlich abhängig vom Verbrauch und der Sonneneinwirkung.
Im Sommer ist eine Deckung von bis zu 90 % realistisch, im Winter hingegen nur 20 bis 40 %.
Kleine Anlagen kosten häufig zwischen 8.000 und 12.000 €, mittlere zwischen 12.000 und 18.000 € und große Anlagen im Privatgebrauch können bis zu 25.000 € kosten.
Häufig gibt es eine Förderung durch BAFA und/oder KfW, die ca 2.000 bis 5.000 € der Kosten trägt.
Solarthermie funktioniert auch im Winter, jedoch mit einem deutlich geringeren Ertrag als im Sommer (ca. 20 bis 40 % des Warmwasserbedarfs).
Im Winter kann die Solarthermie die Heizleistung unterstützen, jedoch geschieht die Hauptwärme über Gas, Öl oder Wärmepumpe.
Solarthermie eignet sich für Haushalte mit mehreren Personen. 10.000 Liter Warmwasser sollten jährlich mindestens verbraucht werden, damit es wirtschaftlich ist.
Es muss ausreichend stabile Dachfläche gegeben sein. Die darf nicht zu sehr verschattet sein, und das bestehende Heizsystem sollte eine Warmwasseranbindung haben.
Während Solarthermie die aufgefangene Solarenergie als Wärmeenergie nutzt, wandelt eine Photovoltaikanlage die Solarenergie in elektrische Energie um. Zunächst wird Gleichstrom generiert, der mit einem Wechselrichter zu nutzbarem Wechselstrom umgewandelt wird. Solarthermie ist also praktisch eine Solaranlage für die Heizung.
Solarthermie lässt sich sehr gut mit anderen Heizsystemen verbinden. Nach der Warmwasserbereitung wird dabei zunächst so viel Wärme wie möglich aus der Solaranlage gezogen, bis die eigentliche Hauptheizung einspringt. So können Heizkosten minimiert werden. Bei Gasheizungen kann so mit etwa 20 bis 30 % weniger Brennstoffkosten gerechnet werden.
Auch die Kombination mit einer Wärmepumpe kann sinnvoll sein. Solarthermie kann hierbei Warmwasser vorwärmen oder den Speicher auf einem höheren Temperaturniveau halten. So entsteht der Synergieeffekt, bei dem die Wärmepumpe von einem geringeren Temperaturanstieg profitiert, was ihre Energieeffizienz verbessert.
Für Systemoptimierung sorgen eine über denselben Speicher gekoppelte Wärmepumpe und Solarthermie. All diese Elemente sollten vom selben Regler gesteuert werden. Diese Ergänzung von Solarthermie an das Hauptheizsystem nennt sich bivalentes System.