Steuertipps für privat betriebene Solaranlagen

Wussten Sie, dass Sie mit dem Verkauf von Strom von der eigenen Photovoltaikanlage zum Unternehmer werden? Allerdings ist das nicht so spektakulär, wie es zunächst anhört. Verschiedene Besonderheiten sollten Sie dennoch im Auge behalten. Denn wenn Sie es nicht tun, kann das zu Ärger mit dem Finanzamt führen. 

Photovoltaikanlagen zu betreiben, die Strom in das öffentliche Netz einspeisen, ist eine gewerbliche Tätigkeit, auch wenn der Betreiber eine Privatperson und kein Unternehmen ist. Eine Meldung ans Finanzamt ist somit Pflicht. Wenn Sie nicht die Vergünstigungen eines Kleinunternehmers in Anspruch nehmen, müssen Sie als somit auch als Unternehmer die Umsatzsteuer zahlen.

Steuerliche Behandlung von PV-Anlagen


Wie sich das finanziell auf Sie auswirkt, hängt von Ihrer Situation als Anlagenbetreiber ab. Auch bei privatem Betrieb einer Solaranlage müssen unter bestimmten Bedingungen Einkommenssteuer, Umsatzsteuer und Gewerbesteuer gezahlt werden.

Für die steuerliche Behandlung der PV-Anlage gibt es grundsätzlich zwei mögliche Szenarien: Befreiung von der Umsatzsteuer oder die Nutzung steuerlicher Vorteile im Vorsteuerabzug.

Befreiung von der Umsatzsteuer

Einnahmen unterliegen grundsätzlich der Umsatzsteuer. Diese beträgt 19 %. Eine Befreiung ist möglich, wenn Sie als Betreiber im Jahr der Inbetriebnahme nicht mehr als 17.500 Euro Umsatz generieren. In den darauf folgenden Jahren liegt die Grenze dann sogar bei 50.000 Euro. Private Solaranlagen werden diese Grenze nicht überschreiten. Prognosen dazu müssen dem Finanzamt vorgelegt werden. Die gesetzliche Basis ist die Kleinunternehmerregelung nach Paragraph 19 des Umsatzsteuergesetzes. Bei Anlagen bis 10 kWh können sie sich auch als Kleinunternehmer registrieren und sind so von der Umsatzsteuer befreit.

 

Vorsteuerabzug: Steuervorteile nach Kauf und im Betrieb

Die Umsatzsteuer beim Kauf der Solaranlage sowie Steuern, die bei Wartung oder Unterhalt entstehen, können als Vorsteuer erstattet werden. Betreiber von Photovoltaikanlagen, die diesen Weg wählen, können sich nicht auf die Kleinunternehmerregelung nach Paragraph 19 des Umsatzsteuergesetzes stützen und müssen mindestens fünf Jahre die Umsatzsteuer zahlen. Danach ist der Wechsel zur Kleinunternehmer­regelung möglich. Bei kleinen, kostengünstigen Anlagen lohnt ein Vorsteuerabzug jedoch kaum. Dazu kommt noch der höhere organisatorische Aufwand und die eventuell notwendige Begleitung durch einen Steuerberater. 

Weitere Tipps zum Steuern sparen

Abschreibungsmöglichkeit nutzen

Eine Photovoltaikanlage ist ein bewegliches Wirtschaftsgut. 20 Jahre beträgt die geschätzte Nutzungsdauer. Über diesen Zeitraum kann die Anlage abgeschrieben werden.

Bei Einkommensteuer Kosten gegenrechnen

Die Einkommenssteuer wird Stand 2018 erst ab 9.000 Euro bei Ledigen und 18.000 Euro bei Lebenspartnerschaften und Verheiraten fällig. Dieser Betrag gilt abzüglich des Eigenverbrauchs und minus der Kosten der Anlage verteilt auf 20 Jahre. Beachten müssen Sie jedoch alle weiteren Einkünfte aus selbständiger Arbeit.

Zu hohen Gewinn vermeiden

Gewerbesteuer wird erst ab einem jährlichen Überschuss von 24.500 Euro fällig. Erst ab diesem Betrag muss ein Gewerbe angemeldet werden.

Weil die Einspeisevergütung weiter sinkt, lohnt es sich künftig immer mehr, bei der eigenen Photovoltaikanlage auf Eigenverbrauch zu setzen. Helfen können dabei Stromspeicher. Photovoltaikanlagen mit Stromspeichersystemen werden in Abhängigkeit vom Zeitpunkt der Inbetriebnahme (Stichtag: 31. März 2012) steuerlich unterschiedlich behandelt. Eine Prüfung durch die Steuerberatung oder das Finanzamt ist nötig.

Unser Fazit: Überlegen Sie sorgfältig, ob Sie von der Umsatzsteuerbefreiung oder dem Vorsteuervorteil mehr profitieren. Über die Vorsteuer locken Steuererstattungen bis zu 4.000 Euro, Sie müssen jedoch Umsatzsteuer entrichten.

Sparen können Sie mit beiden Modellen.