Marktstammdatenregister

Elektronische Registrierung von Photovoltaikanlagen und Batteriespeichern

Was ist das Marktstammdatenregister?

Das Marktstammdatenregister (offizielle Abkürzung MaStR) ist als umfassendes behördliches Register für den Strom- und Gasmarkt gedacht. Registriert werden hier alle Anlagen zur erneuerbaren und konventionellen Strom- und Gaserzeugung sowie industrielle Verbrauchsanlagen im Strom- und Gasbereich.

Erfasst werden z.B. Windkraft-, Biogas und PV-Anlagen, Batteriespeicher, Gasspeicher, Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) etc.

Welches Ziel verfolgt das Marktstammdatenregister?

Das Marktstammdatenregister will die Verfügbarkeit und Qualität der energiewirtschaftlichen Daten verbessern. Die eingetragenen Daten sind öffentlich einsehbar, persönliche Daten und Standortdaten kleiner Anlagen (unter 30 kWp) werden jedoch nicht veröffentlicht. Durch das MaStR soll die Markttransparenz erhöht und die Bildung fairer Preise verbessert werden.

 

Weitergehende Ziele sind

  • sichere, preisgünstige und umweltverträgliche Versorgung der Allgemeinheit mit Strom und Gas
  • Abgleich von Angebot und Nachfrage auf dem Energiemarkt
  • umwelt- und netzverträgliche, flexible und effiziente Steuerung der Anlagen zur Erzeugung und Speicherung von Energie sowie der Abnehmer
  • Gewährleistung einer zunehmenden Versorgung mit erneuerbaren Energien

Das Marktstammdatenregister ist somit als Instrument der verbesserten energiewirtschaftlichen Steuerung gedacht und wird von den Behörden und den Akteuren auf dem Strom- und Gasmarkt genutzt werden.

Ganz praktisch verringert das MaStR-Webportal den Aufwand zur Erfüllung bestehender Meldepflichten.

Was sind die „Stammdaten“ des MaStR?

Stammdaten sind Daten, die sich nicht (oder nur selten) ändern:

  • Standort
  • Kontaktinformationen
  • Unternehmensform
  • technische Daten der Anlage
  • technische Zuordnungen, wie z.B. der Netzanschlusspunkt

Sogenannte „Bewegungsdaten“ wie Zählerstände oder Speicherfüllstände werden nicht erfasst.

Installation von Solarmodulen

Welche gesetzlichen Regelungen gibt es zum Marktstammdatenregister?

Grundlage des Marktstammdatenregisters ist der § 111e und §111f des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG). Hier wurde festgelegt, dass die Bundesnetzagentur das Marktstammdatenregister als elektronisches Verzeichnis energiewirtschaftlicher Daten errichtet und betreibt. 

Ausgestaltet wird dieser Anspruch durch die „Verordnung über das zentrale elektronische Verzeichnis energiewirtschaftlicher Daten – Marktstammdatenregister­verordnung“ vom 1. Juli 2017. Die aktuelle Novellierung der Verordnung ist am 21.11.2018 in Kraft getreten. Dabei wurden insbesondere die Fristenregelungen angepasst, die durch den verzögerten Start des Webportals notwendig wurden.

Aus der MaSTR-Verordnung ergeben sich Meldepflichten für die Betreiber von EEG-Anlagen. Dies gilt sowohl für Netzbetreiber als auch für Privatpersonen.

Meldepflichten für PV-Anlagen und Batteriespeicher

Betreiber von Photovoltaikanlagen sind bereits seit 2009 nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verpflichtet, die Bundesnetzagentur über Standort und Leistung ihrer Anlagen zu informieren, unabhängig ob eine Förderung in Anspruch genommen wurde oder nicht. Solange die PV-Anlage nicht registriert ist, entfällt der Anspruch auf finanziellen Förderung nach dem EEG, die sogenannte Einspeisevergütung.

Die Meldung muss durch den Betreiber oder eine bevollmächtigte Person erfolgen, spätestens einen Monat nachdem die Anlage ans Netz geht oder erweitert wurde.

Derzeit erfolgt die Meldung von Photovoltaikanlagen, die keine Freiflächenanlagen sind, noch über ein separates PV-Meldeportal. Aktuell besteht die Pflicht zu einer vorläufigen Registrierung nur für PV-Anlagen,

  • die nach dem 30. Juni 2017 in Betrieb genommen wurden
  • bei denen sich die installierte Leistung geändert hat und
  • Altanlagen, die bisher noch gar nicht angemeldet wurden (weil vor 2009 keine Anmeldepflicht bestand).

Alle anderen Betreiber können warten, bis das Webportal online ist. Nach Freischaltung haben sie zwei Jahre Zeit, ihre Daten einzutragen. Die Meldepflicht ist unabhängig von der Größe der Anlage, d.h. auch kleine Solaranlagen auf dem Balkon müssen registriert werden.

Ausnahmen:

Von der Pflicht zur Meldung im MaStR ausgeschlossen sind Anlagen, die nicht mittelbar oder unmittelbar an das allgemeine Netz angeschlossen sind und bei denen keine kaufmännisch-bilanzielle Weiterleitung stattfindet.

Photovoltaikanlage auf Hausdach

Stromspeicher werden als Anlagen zur Energieerzeugung erfasst. Speicher, die ausschließlich mit erneuerbaren Energien gespeist werden, müssen bereits seit 2014 nach der Anlagenregisterverordnung registriert werden. Dafür existiert ein separates Formular (s. „Wie ist der aktuelle Stand der Registrierung?). Bis zum Start des MaStR sind innerhalb von 4 Wochen nach Inbetriebnahme alle Speicher zu melden, die ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen gespeist werden sowie Stromspeicher, die nach dem 1. August 2014 in Betrieb genommen wurden. Ältere Speicher können derzeit nicht registriert werden.

Neues Energiesammelgesetz schafft Klarheit für säumige Anmelder

Neu installierte Anlagen müssen bereits seit 2009 auch der Bundesnetzagentur gemeldet werden. Doch gerade in der Anfangszeit kamen Betreiber von PV-Anlagen dieser Pflicht häufig nicht nach und ihnen drohte eine teilweise oder vollständige Rückzahlung der EEG-Vergütung. Das neue Energiesammelgesetz schafft hier  Klarheit und sieht eine milde Regelung für versäumte Anmeldungen vor.

Werden die Daten bereits gemeldeter Altanlagen übernommen?

Bereits gemeldete Anlagen werden nicht in das MaStR übernommen. Ursprünglich war die Übernahme geplant, doch aufgrund der Einführung der DSGVO ist dies nicht mehr möglich. Eine erneute Registrierung ist deshalb erforderlich.

Wie ist der aktuelle Stand der Registrierung?

Das Marktstammdatenregister befindet sich noch immer im Aufbau. Ab dem 4. Dezember 2018 können Netzbetreiber von Strom- und Gasnetzen ihr Unternehmen über das Webportal registrieren. Für alle anderen Marktteilnehmer soll die Nutzung des elektronischen Marktstammdatenregisters ab dem 31. Januar 2019 möglich sein.

Zurzeit erfolgt die Registrierung von EEG-Anlagen und Batteriespeichern über ein pdf-Formular, für die Anmeldung von PV-Anlagen existiert ein separates Portal).

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Das Webportal ist voraussichtlich ab 31.Januar 2019 unter www.marktstammdatenregister.de erreichbar.

Hotline zum Marktstammdatenregister:

Tel.: 0228 14 - 3333 (Montag bis Freitag zwischen 9:00 und 17:00 Uhr)

Email: service@marktstammdatenregister.de

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