Solarenergie in Deutschland - Ziele und Realitäten

Solarenergie in Deutschland - Der Zubau bleibt hinter den Zielen zurück.

Solarenergie in Deutschland ist ein Thema, dass gleichermaßen für Euphorie wie für Ernüchterung sorgt. Anlass für Euphorie liefert der Boom, den die Photovoltaik in Deutschland in den vergangenen Jahren erlebt hat. Ende 2015 wurden ca. 6 % des in Deutschland benötigten Stroms von rund 1,5 Millionen Photovoltaikanlagen erzeugt. Ernüchterung entsteht durch die rückläufigen Zubauzahlen der vergangenen Jahre. Für 2015 und 2016 wurde ein Zubau von je 2,4 bis 2,6 Gigawatt (GW) gefordert, realisiert wurden Anlagen mit einer Leistung von ca. 1,5 GW. 2017 waren es immerhin ca. 1,75 GW, auch wenn die neu installierte Photovoltaik-Leistung damit immer noch unter dem Zielkorridor lag. Rückläufe wurden für fast alle Anlagengrößen verzeichnet -  lediglich kleine Photovoltaikanlagen mit einer Leistung bis zu 10 kW lagen stabil bei fast 18 % Zubau.

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Einfluss des EEG auf den Photovoltaik-Zubau in Deutschland

Die deutliche Senkung der Einspeisevergütung nach der Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im Jahr 2012 sorgte für einen Einbruch am Markt für Solarenergie in Deutschland. Im Jahr 2013 wurde ein Rückgang der Zubauzahlen an Solaranlagen um ca. 60 % und im ersten Halbjahr 2014 um nahezu 45 % verzeichnet. Auf das gesamte Jahr 2014 gesehen lag der Zubau bei ca. 1,9 Gigawatt (GW), von der Bundesregierung wurde hingegen ein Ausbaukorridor von 2,5 GW für die Nutzung der Sonnenenergie vorgegeben. 2015 konnte das Ausbauziel der Bundesregierung mit weniger als 1,5 GW nur zu ca. 60 % erreicht werden. Auch 2016 und 2017 wurde die Zielvorgabe mit 1,5 GW bzw. 1,75 GW nicht erfüllt.

Die Grafik zeigt die Auswirkungen der sinkenden Einspeisevergütung nach dem EEG. Deutlich geringere Zubauzahlen sind zu verzeichnen. 

Solar Ausbau gerät durch sinkende Einspeisevergütung ins Stocken

Ausblick zu den Zubauzahlen

Aufgrund der bisherigen Entwicklungen gehen Energieexperten auch für die nächsten Jahre von niedrigen Ausbauzahlen für Photovoltaik in Deutschland aus. Mehrere Jahre in Folge wurden die gesteckten Ziele der Bundesregierung nicht annähernd erreicht. Die Realisierung einer schnellen Energiewende mittels Photovoltaik rückt damit in weite Ferne.

PV-Energie weiter auf Allzeithoch bei Stromproduktion

Zwar sinken die Zubauzahlen in Deutschland kontinuierlich, allerdings steigt der Anteil von Solarstrom am deutschen Strommix weiter. Dies liegt vor allem an der Leistungsfähigkeit der Photovoltaikanlagen.

Im Jahr 2016 wurden insgesamt 38,2 Terawattstunden (TWh) PV Strom in Deutschland ins Netz eingespeist, für 2017 lag der Wert bei 38,6 TWh. Im Vergleich zum Jahr 2012 stieg die jährliche Produktion damit um mehr als 12 TWh an.
Der Anteil der Solarenergie am gesamten Strommix 2016 betrug damit 5,9 %. 2012 waren es nur 4,2 %.  Für 2017 betrug der Anteil der PV am Strommix 7,0%, alle erneuerbaren Energiequellen zusammen waren 2017 für ca. 38% der öffentlichen Nettostromerzeugung verantwortlich.  

Der Koalitionsvertrag der aktuellen Regierung vom März 2018 sieht vor, den Anteil Erneuerbarer Energien (EE) bis 2030 auf 65 Prozent des Bruttostromverbrauchs anzuheben. Um dieses Ziel zu erreichen, wäre ein stetiger jährlicher PV-Zubau von ca. 5 GW notwendig. Um den Energiebedarf Deutschlands überwiegend oder vollständig mit erneuerbaren Energien zu decken, werden ca. 150-200 GW installierte PV-Leistung benötigt. (Quelle: Fraunhofer ISE - Studie "Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland")

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